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USA

Flughafen San Francisco: Abfertigungshalle nach Harvey Milk benannt

Im siebtgrößten Airport der USA werden Reisende in Kürze im Harvey-Milk-Terminal abgefertigt. Der Plan, den gesamten Flughafen nach dem schwulen Aktivisten zu benennen, ist aber gescheitert.


Fluggäste in San Francisco haben bald die Möglichkeit, durch das Harvey-Milk-Terminal zu schlendern (Bild: Andrew Choy / wikipedia)

Der Stadtrat von San Francisco hat vergangene Woche entschieden, eine Abfertigungshalle des Flughafens von San Francisco nach dem schwulen Politiker und Aktivisten Harvey Milk zu benennen. Anlass war der 40. Jahrestag, an dem Milk in den Stadtrat eingezogen ist. Der damals 47-Jährige war in den Siebzigerjahren der erste offen schwule Politiker der USA gewesen, der jemals in ein Parlament gewählt wurde. Die Entscheidung des Stadtrats erfolgte mit elf Stimmen gegen null.

Die Abfertigungshalle "Terminal 1" wird derzeit renoviert. Bis zum Herbst soll entschieden werden, wie Milk im Flughafen gedacht werden kann. Bis zum 1. September sollen dazu Konzepte vorgelegt werden.

Vorschlag "Harvey-Milk-Flughafen" vom Tisch

Eigentlich hatte das frühere Stadtratsmitglied David Campos bereits vor fünf Jahren angeregt, den gesamten Flughafen nach Harvey Milk zu benennen (queer.de berichtete). Derzeit ist der San Francisco International Airport, der mit 55 Millionen Fluggästen im Jahr als siebtgrößter Flughafen der Vereinigten Staaten gilt, nach keiner Person benannt. Der Antrag sollte sich aber als nicht mehrheitsfähig erweisen. Daraufhin einigten sich die Stadträte auf die kleine Lösung.

Campos zeigte sich nach der Sitzung erleichtert, dass zumindest ein Terminal nach Milk benannt wird. Der offen schwule Ex-Stadtrat erklärte, dass politische Gegner von Milk die Umbenennung des Flughafens verhindert hätten: "Ich hatte nicht wirklich verstanden, dass die Leute, die Milk damals herausgefordert hat, auch heute noch Macht haben."

Bei der entscheidenden Sitzung erklärte das Stadtratsmitglied Hillary Ronen, dass Campos wegen seines Vorschlages fast täglich Morddrohungen erhalten hätte. Dabei hätten die anonymen Absender Milk als "Perversen und Pädophilen" beschimpft.

Laut dem Plan des Stadtrates soll die Umbenennung 357.000 Dollar kosten. Angesichts von Modernisierungskosten bei Terminal One, die sich bis 2022 auf 2,4 Milliarden Dollar belaufen sollen, sei dieser Kostenpunkt zu vernachlässigen.

Milk war 1977 ein knappes Jahr nach seiner Wahl im Rathaus von einem anderen Ratsmitglied erschossen worden. Ein Film über das Leben Milks mit Sean Penn in der Hauptrolle kam 2008 in die Kinos (queer.de berichtete). Die Produktion von Gus Van Sant erhielt zwei Oscars – für das beste Drehbuch und Sean Penn als besten Hauptdarsteller (queer.de berichtete). (dk)



Trauer um Frank M. Robinson

Der schwule US-Schriftsteller und frühere Redenschreiber von Harvey Milk ist am Montag in seiner Heimatstadt San Francisco gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.
#1 queergayProfil
  • 09.04.2018, 23:36hNürnberg
  • Der hier erwähnte Spielfilm von 2008 mit Sean Penn über das Leben von Harvey Milk kommt mir eher flach und oberflächlich vor - verglichen mit dem früheren Dokumentarfilm "The Times of Harvey Milk" von Robert Epstein.
    Dieses dokumentarische Original entstand 1984 und ist tief bewegend und beeindruckend; es übertrifft den später hergestellten Spielfilm bei weitem. Unbedingt sehenswert.
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