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Katholische Kirche

Bamberger Pfarrer wegen Callboy-Dienstleistungen suspendiert

Ein mutmaßlicher Kunde des "Vatikan-Escorts" Francesco Mangiacapra hat in Oberfranken seinen Job als Pfarrer verloren.


Eine Szene aus dem schwulen Porno-Film "Penance", der sich mit den lüsternen Sünden von Pfarrern beschäftigt (Bild: Bulldog Studios)

Der 51-jährige Pfarrer der Bamberger Kirchengemeinde St. Martin ist nach Angaben des Erzbistums von Erzbischof Ludwig Schick suspendiert worden, weil er sich "schwerer Verfehlungen" gegen kirchliche Vorschriften schuldig gemacht habe, die das sechste Gebot ("Du sollst nicht ehebrechen") sowie "den priesterlichen Zölibat betreffen". Konkret wird dem Mann laut Medienberichten vorgeworfen, die Dienste eines Callboys in Anspruch genommen zu haben.

Der Bayerische Rundfunk berichtet, dass der Pfarrer als konservativ und traditionsverhaftet gegolten hatte. Er soll nach Kirchenangaben die ihm vorgeworfenen "Verfehlungen" zugegeben haben und habe sich jetzt in ein Kloster zurückgezogen.


Erzbischof Ludwig Schick hat den beschuldigten Pfarrer aus seiner Gemeinde entfernt

"Ich hatte auch einen geistlichen Kunden aus Bamberg"

Die Entlassung steht offenbar im Zusammenhang mit der Outing-Aktion von Callboy Francesco Mangiacapra, der damit die Heuchelei innerhalb der katholischen Kirche zeigen wollte (queer.de berichtete). In einem bereits vor einer Woche veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Stern" sprach der 37-Jährige offen über einen Kunden aus Bamberg: "Überall in Italien, in Rom, im Süden des Landes, durch die Chatgruppe war ich schnell bekannt und wurde dementsprechend oft gebucht. Ich hatte auch einen geistlichen Kunden aus Bamberg, der mich buchte, wenn er nach Rom kam."


Callboy Francesco Mangiacapra sorgte mit seinem Outing von Pfarrern als seine Kunden für viele Irritationen in der katholischen Kirche

Laut einem Bericht der "Mediengruppe Oberfranken" erklärte der Pressesprecher des Erzbistums, dass der Bischof nicht als Reaktion auf einen Pressebericht den Pfarrer gefeuert habe: "Das Bistum haben vielmehr Informationen auf dem kirchlichen Dienstweg direkt aus Rom erreicht und zu der Reaktion veranlasst." Unter Berufung auf den Persönlichkeitsschutz wollte der Sprecher nicht bestätigen oder dementieren, ob der Pfarrer über eine Affäre mit einem Callboy gestolpert war.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gilt als erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten. So forderte er die Bundesregierung im letzten Sommer auf, die gerade beschlossene Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare wieder zurückzunehmen (queer.de berichtete). 2014 kritisierte er indirekt das Coming-out des früheren Fußballnationalspielers Thomas Hitzlsperger und forderte, dass Homosexuelle statt sich zu outen lieber ihre Sünden beichten und Buße tun sollten (queer.de berichtete). (dk)



#1 KaktusAnonym
#2 onesecondAnonym
  • 11.04.2018, 16:33h
  • Mangiacapra ist wirklich sehr hübsch. Die heuchlerischen homophoben Pfaffen in Rom lassen es sich echt gut gehen.
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#3 Ith_Anonym
  • 11.04.2018, 17:30h
  • Hui, Konsequenzen? Das überrascht mich jetzt echt positiv.
    Scheint ja ein Kandidat zu sein, der es nötig hat, Buße zu tun.
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#4 AlexAnonym
  • 11.04.2018, 17:47h
  • Zwangsouten widerspricht sich mit der informellen Selbstbestimmung. Es sollte jedem selbst überlassen werden, sich zu outen, wenn er soweit ist. Jemandem sein Leben zu zerstören halte ich für sehr verwerftliches Verhalten von jemandem, der offenbar selbst die Öffentlichkeit braucht: Egozentrik. Ich würde so jemanden auch nicht als Aktivisten bezeichnen, weil er das große Ziel einer freien Gesellschaft sich entgegen stellt, bzw. dies nicht mit schlechten Taten erreichen kann.

    Natürlich ist die Kathoische Kirche, aber auch die Orthodoxe und viele andere homophobe Religionen, eine verlogene Organisation. Außer in Schwulenorganisationen, gibt es wohl kaum eine Institution, die so viele schwule Mitglieder hat. Die Gerüchte von Mitglieder der Katholische Kirche schätzen zwischen 30-40%. Die wenigsten davon werden das Zölibat einhalten. Die Kirche schein auch ein Zufluchtsort für schwule Männer zu sein, die in ihrer Gesellschaft mit ihrer Orientierung Probleme haben, sonst würde sich diese Anhäufung nicht erklären lassen.

    Die Kirche verpaßt aber, alle möglichen Mitglieder mit offenen Armen zu empfangen. Früher konnte die Homosexualität in der Organisation weitestgehend geheim gehalten werden. In unserer heutigen Zeit ist das eher lächerlich und stößt in aufgeklärten westlichen Kreisen eher auf Unverständnis mit dem falen Beigeschmack der Heuchelei.
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#5 EulenspiegelAnonym
  • 11.04.2018, 18:01h
  • In vielen Fällen hat doch so ein katholischer Pfarrer seinen "Halleluljaboy" (langjähriger Partner) in der 2. Reihe sitzen, und die ganze Gemeinde weiß es. Er wird von den alten Damen auch bevorzugt mit Kaffee und Kuchen versorgt.

    So kenne ich das jedenfalls - man spricht natürlich nicht laut darüber, und wenn der eigene Sohn ... unvorstellbar, fürchterlich.

    Doppelmoral bis in die Gemeinde.

    Es darf nur nichts verwertbares offizielles existieren - dann "müssen" diese Scheinheiligen reagieren.
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#6 JohannbAnonym
  • 11.04.2018, 18:34h
  • Schlimm: Hetero Pfarrer, welche zur Prostituierten laufen werden also nicht von diesem Bichof suspendiert?
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#7 Alexander_FAnonym
  • 11.04.2018, 18:36h
  • Da erleben wir ja geradezu ein katholisches Watergate, wenn die Erzählungen dieses Callboys schon international solche Kreise ziehen. Nach den Erzählungen David Bergers haben wir einen weiteren Meilenstein in Sachen Insiderenthüllungen der katholischen Kirche erreicht. Bitte mehr davon!

    Und vor allem muss endlich Schluss mit der staatlichen Alimentierung dieses Vereins sein. Das sollte jetzt eigentlich auch schon seit 100 Jahren der Fall sein. Vielleicht wäre dieses Jubiläum zusammen mit den oben erwähnten Ereignissen ein guter Anlass, einen Schlussstrich zu ziehen.
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#8 daVinci6667
  • 11.04.2018, 18:58h
  • Es fällt mir schwer mit Schrankschwestern Mitleid zu empfinden, besonders dann wenn sie Religioten sind. Ab einem gewissen Alter wird das schwierig mit einem Berufswechsel, sehe aber keine Alternative dazu. Oder will er etwa auf immer und ewig ein Schranki bleiben und sich mit schnellen Nummern mit Strichern beschränken? Armselig, ganz armselig und scheinheilig wäre das. Genau so ist man sich das bei 99% dieser katholischen Würdeträger (LOL) gewöhnt.
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#9 Homonklin44Profil
  • 11.04.2018, 19:43hTauroa Point
  • Dass die Kirchenknilche da jetzt an die Decke gehen, ist logisch. Und dass sie es unter internem Informationsfluss abhandeln, auch. Gerade das gehört zu der Heuchelei, die sie betreiben, dazu. Der komische Bischof sollte sich mal das Gebot ansehen, worin es um die Lüge geht, bevor er an Ehe brechen denkt. Ich weiß zwar nicht, mit wem der Priester verheiratet war - mit Jesus? Dann ist das eine relativ Mann-männliche Ehe, auch wenn der Jesus schon lange gestorben ist. Eine Mensch-Geist-Ehe, oder Mensch-Leichen-Ehe kommt dann auch in Frage, denn die in der Kirche sind auf Umwegen pervers.

    Selbst wenn die das auf ihren Mythos rund um diesen "Gott" beziehen, müsste eine Ehe zwischen Priester und "Gott" doch eigentlich die Liebe zwischen dessen angeblicher "Schöpfung" mit einschließen, und dazu gehört doch auch der Callboy.
    Ach ja, der Zölibat kommt dann noch dazwischen. Scheiße war's.

    Dass der alte Knilch sich in die Privatsphäre des Priesters einmischt, sieht er natürlich auch nicht ein. Hängt auch davon ab, ob sich der Vatikan zur Europäischen Union zählt oder nicht. Eher nicht (?)
    Da hat jedenfalls jeder Mensch ein Recht auf Privatsphäre.

    Und der alte Knilch soll sich mal nicht so haben. Und mit seinem "Beichten und Buße tun" mal nicht ins Leben Ungläubiger einmischen. Sonst gibt's auf die bischöflichen Finger, mit der hochgeheiligten Eichenrute.
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#10 Petrus48Anonym
  • 11.04.2018, 20:11h
  • Was soll man dazu noch wieder "sagen"... es ist wieder typisch in einer langen Reihe solcher "Pseudoskandale" der römisch-katholischen Kirche.

    Natürlich hat auch JEDER katholische Priester eine sexuelle Orientierung und kein Mann kann seinen Samenerguss "wegbeten" oder "wegschwitzen".

    Dieses Pflichtzölibat und das Klosterleben bei den Katholiken hat in früheren Jahrhunderten durchaus Sinn gemacht, weil es einen Schutzraum für homosexuell orientierte Menschen bot, die in einer Gesellschaft leben mussten, wo auf homosexuelle Handlungen Strafgesetze und gesellschaftliche Ausgrenzung stand.

    Seit den 1960er hat sich dies in Nord- West- Mittel- Südeuropa sowie Nord- und Südamerika sowie Australien/Neuseeland grundlegend zunehmend positiv verändert und die Gesellschaft hat sich in diesen Weltregionen der Erde liberalisiert, so dass mittlerweile 25 westliche Industriestaaten die Ehe für alle erlaubt haben und weitere 15 westliche Industriestaaten zumindest standesamtliche Lebenspartnerschaftsinstitute ermöglicht haben.

    Das Zölibat bei den Katholiken bei deren Priestern ist überflüssig wie "ein Krebsgeschwür" und sollte dringend so wie bei den Anglikanern, Protestanten und Altkatholiken aufgehoben werden. Es ist doch piepegal, ob der Pfarrer/Priester Single, in einer Partnerschaft lebend, verheiratet oder auch Kinder oder keine Kinder hat. Wie lange soll denn dieses "Versteckspiel" bei den katholischen Klerikern weiter fortgeführt werden ?

    ------------------
    Gut das es vielen andere christlichen Kirchen wie die EKD-Leitung in Hannover gibt, die die Ehe für alle unterstützen, Trauungen oder zumindest Segnungsgottesdienste für verheiratete homosexuelle Paare ermöglich und in keiner Weise predigen, das homosexuelle Handlungen sündhaft sind. Die Besseren Kirchen des Christentums sind so gesehen selbstverständlich die Landeskirchen der EKD; die altkatholische Kirche, das Quäkertum, prebyterianische Kirche wie die Presbyterian Church (USA), die anglikanischen Kirchen Nordamerikas und Schottlands, die lutherischen Kirchen in Norwegen, Island, Schweden und Dänemark, die Remonstranten und Mennoniten in den Niederlanden, die Alliance of Batists, die methoditischen Kirchen in Uruguay und Brasilien, die Uniting Churches in Australia, die United Church of Canada, die United Church of USA, verschiedene reformierte Kantonskirchen in der Schweiz, die lutherischen Augburgische Kirche in Österreich, die reformierte Kirche Helvetischen Bekenntnis in Österreich oder halt die Metropolitan Community Church.

    In allen diesen christlichen Kirche sind Trauungen oder Segnungsgottesdienste erlaubt, während bei den Katholiken zwar eine Reihe rk Laienorganisationen Segnungsgottesdienste fordern wie beispielsweise die Caritas, Zentralkomitte der deutschen Katholiken, Bund der Katholischen Frauen, Kirche von unten oder der Bund der deutschen Katholischen Jugend sowie das Theologenprofessorenmemorandum "Kirche 2011- Notwendige Reformen" sowie aktuell Bischof Franz-Josef Bode aus dem Bistum Osnabrück.
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