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Polizeibericht

Junger Schwuler in Berlin-Neukölln beleidigt, mit Reizgas besprüht und beraubt

Der 23-Jährige wurde in der Nacht zu Donnerstag auf der Sonnenallee aus einer etwa 15 Personen großen Gruppe angegriffen und dabei verletzt.


Symbolbild für die Berliner Polizei, die mögliche homo- oder transphobe Hintergründe einer Tat in ihren Presseberichten immer wieder aufgreift (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag in Berlin-Neukölln einen jungen Schwulen beschimpft und überfallen. Nach Angaben des 23-Jährigen lief er gegen 23.30 Uhr auf dem Gehweg der Sonnenallee in Richtung Weichselstraße und sei aus einer ihm entgegenkommenden etwa 15 Personen großen Gruppe heraus beleidigend auf seine Homosexualität angesprochen worden.

Drei Personen sollen ihn dann laut Polizeibericht umringt und ihm das Essen aus der Hand geschlagen haben. Ein Mann des Trios habe ein Messer hervorgeholt, woraufhin der 23-Jährige schützend eine Hand vor sein Gesicht hielt und dabei eine Schnittverletzung an einem Finger erlitt. Ein weiterer Täter soll den Angegriffenen mit Reizgas besprüht und zu Boden gestoßen haben.

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Die mutmaßlichen Täter konnten unerkannt flüchten

Während die Gruppe anschließend in Richtung Hermannplatz flüchtete, bemerkte der Attackierte, dass ihm auch sein Handy und sein Geld geraubt worden waren. Der 23-Jährige erlitt Augenreizungen und Rumpfverletzungen. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen übernommen. Eine nähere Beschreibung der mutmaßlichen Täter wurde von der Polizei nicht veröffentlicht.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw/pm)



#1 RutenAnonym
  • 12.04.2018, 10:19h
  • Dass, zumindest gefühlt, die Angriffe gegen Homosexuelle mehr werden, sicher Gründe. Was ich schade finde ist, dass diese Gründe nicht benannt werden dürfen, ohne als Nazi dazustehen.
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#2 EulenspiegelAnonym
  • 12.04.2018, 10:57h
  • Antwort auf #1 von Ruten
  • Ermitteln der Täter lohnt eh nicht, da sie da es ja Jugendliche sind maximal ein paar Sozialstunden für eine Messerattacke gibt - siehe den anderen Queer - Artikel. Das kann sie eher noch bestärken, das die Tat einigermaßen richtig war - oder sie können als die großen Macker dastehen.
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#3 ungenanntAnonym
#4 Petrus48Anonym
  • 12.04.2018, 11:32h
  • Antwort auf #1 von Ruten
  • @Ruten
    Leider werden die Übergriffe auf homosexuelle Menschen im Hinblick auf Beleidigungen inklusive Anspucken bis hin zu körperlichen Übergriffen mehr.

    Und die Berichte der Berliner Polizeiberichte sind NUR die "Spitze eines Eisberges", da die meisten Beleidigungsdelikte, wo homosexuelle Menschen zu Opfer werden, überhaupt nicht zur Anzeige gebracht werden, weil entweder das Opfer sich nicht schwul outen will, keine Lust auf die weiteren behördlichen/gerichtlichen Verfahren hat oder auch mitunter einfach die Haltung hat, "es kommt doch Nichts bei raus", weil die Polizei die Täter nicht ermittelt oder weil die Strafen derart geringfügig sind, das es ein "Lachnummer" für die Opfer ist.

    Hinzukommt das NUR die Berliner Polizei diese homophob motivierten Straftaten gesondert in den Polizeiberichten ausweist. In anderen Großstädten wie Hamburg, wie Köln, wie Frankfurt/Main oider auch im Ruhrgebiet geschieht dies nicht, obgleich der LSVD sowie andere LSBTI-Organisationen wie LiSl oder Velspol dies seit vielen Jahren fordern.

    Und so erfahren in aller Regel selbst engagierte LSBTI-Aktiivisten nicht, wenn wieder einmal eine homophob motivierte Straftat in ihrer Großstadt begangen wurde.

    ----
    Hinzukommt das Thema "Informationen über den/die Straftäter", das von den Behörden, noch mehr von der Politik sowie von Journalisten tabuisiert, nicht erwähnt und ausgeblendet wird, weil wir neben den rechtsradikalen Straftätern nun einmal leider auch vermehrt massive Straftaten seitens der patriarchalisch geprägten jungen Männer aus der Türkei, aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika erleben. DIES Thema wird sehr bewusst von grünen, linken, sozialdemokratischen Medienvertretern tabuisiert und nicht erwähnt sowie "schön gefärbt" als Einzelfälle oder als angeblich nicht existenst ("weil es darüber kein staatlichen Statistiken gibt": kein Wunder wenn sie ausser in Berlin auch nicht erhoben werden").

    Und so werden die Opfer homophob motivierter Straftaten nach dem Erleiden der Straftat von Politik und Medien ein "zweites Mal" zu Opfern.
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#5 Homonklin44Profil
  • 12.04.2018, 14:49hTauroa Point
  • Was mich interessieren würde ist, wie die das eigentlich wissen können, ob Jemand, wer alleine unterwegs ist, schwul sein kann.
    Ich meine, geht man da nach Klamotten oder Verhalten oder vielleicht nach einer bestimmten, klischeeträchtigen Geh-Weise oder wie will man das sicher wissen?

    Dass der Junge sich nicht ca. 15 Leuten erwehren kann, oder 3, die ihn gleichzeitig angreifen, ist auch klar. Alle, die immer gegen Überwachung wettern, werden schon ihre Argumente haben, warum das so noch verhältnismäßig glimpflich ablief. Aber wenn es Kameras im öffentlichen Bereich gäbe, hätte man vielleicht Bilder von dieser Gruppe.

    Warum kriegt Berlin nicht sowas wie eine Art "Pink Guardians" auf die Reihe?. Viel mehr als Präsenz zeigen und bei kritischen Situationen die Polizei verständigen müssen die ja nicht können. Deeskalationstrainig eventuell noch, Schlichter-Skills.... da könnten sich ehemalige PolizistInnen oder Social Worker, Streetworker und Security-Erfahrene zusammen tun.

    Ich hoffe, er kann diese Erfahrung verarbeiten. In Berlin ( und anderen Großstädten) hätte ich heute keine große Lust mehr, durch die Straßen zu gehen. Seit der Loveparade-Zeit hat sich da offenbar eine Menge verändert.
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#6 swimniAnonym
  • 12.04.2018, 17:34h
  • sonnenallee....hiessers pflaster....es ist gut dass es diese Berlin Statistik gibt

    in anderen Städten gibt es das nicht --- na ja was will man von CDU und Co erwarten, die haben nur eins im kopf Gesellschaft spalten und kommen auch bei dringenden intergrationskonzepten nicht in die gänge. armes Deutschland. verantwortunglose Partei eben
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#7 antosProfil
  • 12.04.2018, 20:25hBonn
  • - Wir müssen darüber reden, wie Jugendliche Anerkennung erhalten. Und was es heißt, ein Mann zu sein ohne dafür Waffen tragen zu müssen. -

    www.taz.de/!5489108/

    Naiv oder notwendig?
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#8 Aktiv werdenAnonym
  • 12.04.2018, 21:50h
  • Die Politik muss endlich aktiv werden und darf nicht mehr länger tatenlos zusehen.

    Wir brauchen endlich mehr Aufklärung an Schulen und volle rechtliche Gleichstellung. Das garantiert nicht automatisch, dass die Gesellschaft sich ändert, ist aber notwendige Voraussetzung, dass sich endlich was ändern kann.
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#9 DrakeAnonym
  • 12.04.2018, 22:23h
  • 15 vs 1? Feiglinge!!! Grrrr...... Ich hoffe, dass es dem Bursche (also, dem 23-Jährigen) gut geht.
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#10 herzesEhemaliges Profil
  • 13.04.2018, 00:09h
  • Mit manchen Jugendlichen kann man auf Grund der Sprachschwierigkeiten und radikalen religiösen Ansichten keine pädagogische Präventionsarbeit leisten. Hier kann man nur mit harten Sanktionen auf eine Besserung des Verhaltens hoffen, aber zumindest andere Menschen vor ihnen schützen.
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