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USA

Prominenter Anwalt für LGBTI-Rechte setzt sich selbst in Brand

Mit dem Suizid habe er auf Umweltverschmutzung aufmerksam machen wollen, schrieb David Buckel in einem Abschiedsbrief.


Buckel 2014 in einem Youtube-Video zu einem Kompostierungs-Projekt in New York

In den USA hat sich ein bekannter Aktivist für Umweltschutz und früherer Anwalt der LGBTI-Organisation Lambda Legal das Leben genommen. Passanten hatten am Samstagmorgen die Leiche von David S. Buckel im Prospect-Park des New Yorker Stadtteils Brooklyn gefunden.

"Mein Name ist David Buckel und ich habe mir gerade im Rahmen eines Protest-Suizids das Leben genommen", hatte der 60-Jährige auf einen Zettel geschrieben, der in der Nähe der Leiche gefunden wurde. "Ich entschuldige mich für das Durcheinander."

Buckel hatte sich offenbar mit einem fossilen Brennstoff überschüttet und selbst angezündet. An mehrere Medien hatte er zuvor auch einen Abschiedsbrief versandt: "Luftverschmutzung verwüstet unseren Planeten, beeinflusst Luft, Boden, Wasser und Wetter und führt zu einer Unbewohnbarkeit. Die meisten Menschen atmen Luft ein, die durch fossile Brennstoffe gesundheitschädlich wurde, und viele werden einen verfrühten Tod sterben", zitiert ihn die New York Times. "Mein früher Tod durch fossile Brennstoffe spiegelt wieder, was wir uns selbst antun."

Architekt des Kampfes um Ehe-Öffnung

Buckel, der zuletzt bei einem Kompostierungsprojekt in New York tätig war, wurde in den USA bekannt als Hauptanwalt in einem Verfahren um den 1993 vergewaltigten und ermordeten transsexuellen Studenten Brandon Teena, dessen Leben später im Film "Boys Don't Cry" mit Hilary Swank in der Hauptrolle erzählt wurde. In dem Verfahren wurde ein Bezirks-Sherriff, an den sich Teena vor der Tat gewandt hatte, wegen Nachlässigkeit verurteilt.

Twitter / LambdaLegal

Als Mitarbeiter von Lambda Legal suchte Buckel fortan immer wieder, den Schutz von LGBTI-Personen zu verbessern. Der Absolvent der Cornell Law School erzielte etwa 1996 im Fall Nabozny v. Podlesny eine Verurteilung eines Schulbezirks, weil eine Schule einen jungen Schüler nicht vor homofeindlichen Mobbing durch Mitschüler schützte – das Urteil etablierte letztlich eine entsprechende Pflicht.

Später leitete Buckel das "Projekt Marriage" von Lambda Legal und kämpfte u.a. vor Gerichten in New Jersey und Iowa für die Ehe für alle. Der Supreme Court in Iowa öffnete schließlich in dem Verfahren regional die Ehe, 2009 als erst dritter US-Bundesstaat. "Er war einer der Architekten der Freedom-to-Marry-Bewegung", lobte ihn seine frühere Lamda-Legal-Kollegin Susan Sommer, die nun für den New Yorker Bürgermeister arbeitet.

Der Tod von Buckel sei "herzzerbrechend", würdigte ihn Lambda Legal. "Das ist ein enormer Verlust für unsere Lambda-Legal-Familie, aber auch für die gesamte Bewegung für soziale Gerechtigkeit. David war ein unermüdlicher Anwalt und Aktivist, und auch ein treuer und liebevoller Freund für so viele. Er wird für seine Freundlichkeit, Hingabe und Vision für Gerechtigkeit in Erinnerung bleiben." Man werde sein Leben in Ehre halten, in dem man weiter "für eine bessere Welt kämpfen" werde.

Hilfsangebote

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Spreche mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist etwa anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und 1110222 erreichbar. Weitere Angebote listet Spiegel Online.
In mehreren deutschen Großstädten gibt es spezielle Beratungs- und Gesprächsangebote für LGBTI. Speziell für queere Jugendliche, aber oft auch Ältere, gibt es in Deutschland zudem viele Anlaufstellen und Jugendgruppen, bei denen du Gesprächsangebote und Hilfe, aber auch Freunde, Freizeitaktivitäten und Freunde finden kannst. Eine kurze Anfrage in Suchmaschinen lohnt sich.


#1 herve64Profil
  • 15.04.2018, 14:01hMünchen
  • So hehr das Ziel Buckels gewesen sein mag so sehr fehlt mir jegliches Verständnis für eine derartige Selbstentleibung.

    Das erinnert mich an diesen einen Geistlichen dieser unsäglichen "Manif pour tous", der sich vor dem Altar in Notre Dame in Paris aus Protest gegen die Eheöffnung für Alle in Frankreich die Kugel gegeben hat, um ein Fanal zu setzen. Oder an die Selbstverbrennung eines Pastors Oskar Brüsewitz anno 1976 in Zeitz, um ein Zeichen gegen das DDR-Regime zu setzen..

    Solche Aktionen ist nur noch pathetischer blinder Aktionismus, der niemandem nützt.
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#2 OrthogonalfrontAnonym
#3 NichtbinäreMützeAnonym
  • 15.04.2018, 14:25h
  • Harte Art dagegn zu protestieren, aber dadurch werden sicherlich Menschen wachgerüttelt, mal abgesehen von Klimaleugnern und hobby-Porschefahrern. Solche Menschen sind aber sowieso gnadenlos egoistisch und nicht am Fortbestand der Menschheit interessiert und glauben, mit ihrem persönlichen Tod würde das Licht im ganzen Universum ausgehen.

    Es geht so nicht mehr weiter, die Welt geht zu Grunde. Ein ehrenvoller Tod und ein mächtiges Signal. Märtyerertum par Excellence! Ich hoffe sein Tod ist nicht um sonst und die Botschaft wird die ganze Welt erfassen.
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#4 OrthogonalfrontAnonym
  • 15.04.2018, 14:47h
  • Antwort auf #3 von NichtbinäreMütze
  • "Ein ehrenvoller Tod und ein mächtiges Signal. Märtyerertum par Excellence!"

    Glorifizierung von Märtyerertum halte ich für barbarisch. Märtyerertum sollte man als zivilisierten Mensch eine klare, unmissverständliche Absage erteilen.
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#5 Danny387Profil
  • 15.04.2018, 15:12hMannheim
  • Also jetzt mal ehrlich: Eine Person zündet sich selbst an für ein derart komplexes und globales Thema wie Umweltschutz? Da möchte ich doch glatt behaupten, dass dieser Mann noch andere Probleme hatte. Schade.
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#6 LorenProfil
  • 15.04.2018, 15:18hGreifswald
  • Suizidales Handeln ist m.E. Ausdruck eines enormen Konfliktes, in dem die Person keine andere Lösung mehr für machbar hält als die gewählte. Wobei Selbstverbrennung eine extrem schmerzhafte Variante ist, die nicht unbedingt erfolgreich verlaufen muss. Interessant wäre für mich zu wissen, ob Mr. Buckel schon früher suizidale Handlungen beabsichtigte oder ausführte.
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#7 NichtbinäreMützeAnonym
  • 15.04.2018, 17:33h
  • Antwort auf #4 von Orthogonalfront
  • Gerade Zivilisation hat die Welt ja zerstört, sie brachte all das hervor, was nun unser aller Leben bedroht. Massenvernichtungswaffen, Globaler Raubbau durch Maschinen, überall werden fossile Brennstoffe verbrannt, damit diese globale Höllenmaschiene "Mega-Wirtschafts-Profit-Humankapital-Maximierung" am laufen gehalten wird.

    Die Menschen sind eifnach zu weit gegangen, und halten das alles nun für normal und wollen es nicht mehr aufgeben, sie setzen das Kreuz dort, wo man ihnen das lässt, anstatt die Welt zu heilen. Sie wollen lieber das die Zukunft zu Grunde geht, damit sie im Jetzt leben können. Ein Morgen kennen diese Menschen nicht.
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#8 OrthogonalfrontAnonym
#9 Homonklin44Profil
  • 15.04.2018, 20:28hTauroa Point
  • Respekt habe ich vor dem Schritt, wenn es Jemand für sich entscheidet, das Leben nicht mehr zu ertragen, die Schmerzen oder die Krankheit zu sehr quälen, kein Ausweg möglich ist.

    Sich wegen eines so allgemeinen Themas umzubringen, verstehe ich wiederum nicht besonders. Vielleicht eine empfindsame Persönlichkeit mit einer innigen Beschäftigung, oder auch Isolation hin zu diesem Schwerpunkt.
    Wenn da noch Depression hinzu kommt, oder eine bestimmte Form von Einsamkeit, auch nur eine Wahrgenommene, wer weiß, was da noch für Faktoren mitspielten.

    Es ist immer ein Verlust, wenn Menschen sich entscheiden, zu gewähltem Zeitpunkt zu gehen, aber bei Jemand mit der Reputation und hochzuachtender Lebensleistung ein besonders großer Verlust.

    Leider gehen auch nicht alle zum Psychologen, wenn sie ernsthafte Probleme damit haben, das Lebensinteresse zu erhalten. Bei der Obdachlosen-Beratung trifft man öfter solche, und manchmal schreiben welche über Kontaktportale. Man kann nicht mehr als gut zuhören und zureden, oft ist nicht mal das mehr erwünscht, die Mechanismen der Depression lähmen die Betroffenen regelrecht bis hin zu einem mindesten Vegetieren.

    Andererseits kann ich es in manchen Zusammenhängen und vertrackten Situationen ganz gut verstehen, dass sich Leute umbringen.
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#10 von_hinten_genommenAnonym