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Reaktionen auf Instagram-Botschaft

"Conchita verdient unseren wirklich größten Respekt"

Aids- und LGBTI-Organisationen loben das HIV-positive Coming-out der Drag Queen. Der Erpressungsversuch zeige, dass weiter gegen Stigmatisierung gekämpft werden müsse.


Conchita Wurst postet auf Instagram vor allem Fotos für ihre Fans, am Sonntag machte sie dort eine bereits vor Jahren gestellte HIV-Diagnose öffentlich (Bild: conchitawurst / instagram)

Wenige Stunden, nachdem die Sängerin Conchita Wurst am Sonntagabend auf Instagram bekannt gab, HIV-positiv zu sein (queer.de berichtete), haben am Montag etliche HIV- und LGBTI-Initiativen und Politiker der Drag Queen den Rücken gestärkt und dabei ein Ende der Stigmatisierung von HIV gefordert.

Die ESC-Gewinnerin hatte sich zu dem Schritt entschlossen, nachdem ein Ex-Freund ihr gedroht habe, die HIV-Infektion öffentlich zu machen. Wurst erhielt auf ihre Botschaft bei Instagram tausende überwiegend positive Reaktionen von Fans aus aller Welt, auch in anderen sozialen Netzwerken reagierten die meisten Menschen solidarisch. Hier ein Überblick über die offizielleren Reaktionen:

Die Deutsche Aids-Hilfe hat Conchita Wurst "zu ihrem selbstbewussten HIV-positiven Coming-out" gratuliert. "Zutiefst bedauerlich ist, dass es offenbar unter Druck zustande kam." Das zeige: "Wir sind gesellschaftlich noch weit davon entfernt, dass man mit HIV ganz selbstverständlich leben kann. Menschen mit HIV erleben immer noch Stigmatisierung und Schuldzuweisungen."

"Conchita Wurst alias Tom Neuwirth hat sich nicht erpressen lassen, sondern das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen und deutlich gemacht: Jeder Mensch hat ein Recht darauf, selbst zu bestimmen, wer von seiner HIV-Infektion erfährt", so die Organisation, die eine weitere Botschaft Conchitas betonte: "Mit HIV kann man heute gut leben. Unter Therapie ist HIV nicht mehr übertragbar."

Die Deutsche AIDS-Hilfe gratuliert Conchita Wurst zu ihrem selbstbewussten HIV-positiven Coming-out. Zutiefst…

Gepostet von Deutsche AIDS-Hilfe am Montag, 16. April 2018
Facebook / Deutsche AIDS-Hilfe

Das positive Coming-out von Conchita werde "vielen Menschen mit HIV Mut machen", so die Aids-Hilfe. "Der Druck, unter dem es entstand, kann aber auch Angst machen, weil das Stigma deutlich wird, das HIV heute noch bedeutet." Das Ziel müsse sein, HIV weiter zu entstigmatisieren, so dass niemand mehr Angst haben müsse. Man sei sicher, dass Conchichta Wurst zu diesem Ziel beitragen werde. "Sie verdient dabei jede Unterstützung!"

Die Deutsche-Aids-Stiftung betonte, Conchita unterstütze ihre Arbeit und Menschen mit HIV und Aids auf vielfältige Weite und man sei "froh, dass Conchita seit einigen Jahren gut mit der Infektion lebt, da ihre Therapie wirksam ist". Das Coming-out sei ein "mutiger Schritt", aber man wünsche sich "eine Gesellschaft, in der das Bekanntwerden des HIV-Status einer (öffentlichen) Person zu keiner großen Aufregung führt."

Conchita unterstützt die Deutsche AIDS-Stiftung und damit Menschen mit HIV/AIDS bereits seit einigen Jahren auf…

Gepostet von Deutsche AIDS-Stiftung am Montag, 16. April 2018
Facebook / Deutsche AIDS-Stiftung

Die Stiftung mit Sitz in Bonn betont: "Wir möchten in einer Gesellschaft leben, in der es für das alltägliche Leben irrelevant ist, ob jemand HIV-positiv ist. Wir kämpfen dafür, dass aus Wünschen und Möchten Realität wird, und setzen uns mit all unseren Möglichkeiten für die Selbstbestimmung von HIV-positiven Menschen ein."

"Nach den Fortschritten in der Behandlung von HIV ist die soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV oder AIDS zur oftmals größten Belastung für die Betroffenen und Angehörigen geworden und Conchitas Outing ein wichtiges Zeichen", betonte Lui Fidelsberger, Obfrau der HOSI Wien. "Es muss endlich ein nüchterner Umgang mit dieser Infektionskrankheit eingeleitet werden, damit betroffene Menschen ohne Ängste und Zwänge über ihre Situation sprechen können." Moritz Yvon, Obmann der Homosexuellen Initiative, ergänzte: "Wir danken deshalb Conchita für diesen wichtigen Schritt. Wir sind überzeugt, dass ihr Coming-out vielen Menschen Mut machen wird und sind stolz, dass sie Botschafterin für die kommende EuroPride Vienna 2019 ist. In ihrem Umgang mit Anfeindungen, Schmähungen und nun sogar Erpressungsversuchen ist sie ein großes Vorbild."

Jörg Litwinschuh, geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, hatte der Sängerin bereits in der Nacht in Kommentaren in sozialen Medien den Rücken gestärkt: "Sie tat das Richtige und wird so zum Vorbild, dass sich HIV-Positive nicht länger verstecken und niemals erpressen und kriminalisieren lassen sollen."

Der deutsche LGBTI- und Aids-Aktivist Marcel Dams betonte auf Twitter, HIV-positive Menschen könnten "wie jeder andere normal leben, arbeiten, Kinder kriegen und das Virus bei guter Therapie sogar beim Sex nicht weitergeben". Dennoch mache sie der HIV-Status "immer noch angreifbar und erpressbar". Wurst habe richtig gehandelt, "nämlich selbstbewusst und ohne Scham". Inzwischen hat er bei Facebook einen längeren, persönlicheren Eintrag verfasst.

Twitter / marcel_dams

"Conchita Wurst, wir wünschen Dir auch weiterhin viel Kraft", schrieb der Cologne Pride. "Danke, dass Du Dein Outing nutzt, um anderen HIV-positiven Menschen Mut zu machen. Denn immer noch werden HIV-positive Menschen wegen ihrer Krankheit stigmatisiert, auf der Arbeit, in ihrem Umfeld oder von der Gesellschaft."

Conchita Wurst wir wünschen Dir auch weiterhin viel Kraft. Danke, dass Du Dein Outing nutzt, um anderen hiv-positiven…

Gepostet von Cologne Pride am Sonntag, 15. April 2018
Facebook / Cologne Pride

Der Kölner CSD verknüpfte die Facebook-Botschaft mit seinem diesjährigen Motto #ComingOutInDeinemStyle – was von manchen Usern als unglückliche Werbung sowie als unpassend zu dem unter Druck erzeugten Coming-out der Drag Queen kritisiert wurde. Conchita Wurst war 2015 auf dem Straßenfest des CSD aufgetreten und hatte am Abend auch bei der traditionellen Kerzenandacht für verstorbene HIV-Positive gesungen.

Twitter / PantiBliss | Unterstützung kam u.a. auch aus Irland

Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann twitterte: "Niemand mit #HIV oder AIDS sollte sich erpressen lassen oder verstecken müssen. Hut ab @ConchitaWurst vor diesem Mut!" Der frühere österreichische Parlamentsabgeordnete Marco Schreuder, Grüner und ESC-Fanatiker, betonte: "Conchita verdient heute unseren wirklich größten Respekt, den man nur geben kann."

"Niemand, absolut niemand, sollte aufgrund von Erpressungsversuchen gezwungen sein, sich als HIV-positiv zu outen", meinte auch der schwule Nationalratsabgeordnete Mario Lindner (SPÖ). "Bekämpfen wir Aids. Nicht Menschen mit Aids." Zur engen Freundin Conchita Wurst meinte er: "Ich verneige mich für deinen Mut."

Twitter / MarioLindner82

Der Artikel wird ggfs. um weitere Reaktionen aktualisiert

Wöchentliche Umfrage

  • Würdest du deine HIV-Infektion öffentlich machen?
  • Ja, weil wir nur durch Sichtbarkeit Vorurteile überwinden können.
    Ich würde es nur im engeren Freundeskreis erzählen.
    Lediglich meinen Sexualpartnern würde ich es sagen.
    Nein, das geht niemanden etwas an.
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#1 DerStephanProfil
  • 16.04.2018, 12:00hNürnberg
  • Vorschusslorbeeren

    Mut welcher Mut?
    Sie war im Zugzwang.
    Mutig wäre es wohl gewesen wenn Sie es früher getan hätte.

    Und sich mit HIV anstecken ist nun auch keine lobenswerte Leistung
  • Antworten » | Direktlink »
#2 herve64Profil
#3 AndreasKAProfil
  • 16.04.2018, 13:17hKarlsruhe
  • Antwort auf #1 von DerStephan
  • ... ich habe soeben unter dem Beitrag "Conchita Wurst outet sich als HIV-positiv" hier auf queer.de einen Kommentar geschrieben (56), der auch als kritische Antwort an dich gedacht war. Ich hielt es nur für überflüssig, den zu duplizieren und hier nochmal einzustellen.

    Wenn er dich interessiert, wechsle also einfach den Beitrag.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 wiking77
  • 16.04.2018, 13:46h
  • Selbst unter HIV-Experten gibt es hier verschiedene Meinungen, ob diese Aussage so richtig ist oder nicht. Ich frage mich aber, warum jemand der im öffentlichen Interesse steht, eine solche Aussage tätigen kann und sich nicht der Verantwortung bewußt ist, die damit einhergeht. Wer würde sich entspannt zurücklehnen, wenn der neue/alte Partner sagt er habe HIV aber das sei ja nicht ansteckend weil nicht nachweisbar. Also ich nicht. Meines Erachtens wäre eine Aussage "es ist zwar nicht im Blut nachweisbar, aber um meine(n) Partner zu schützen, gehe ich kein Risiko ein und nutze entsprechenden Schutz" verantwortungsvoll
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BEARAnonym
#6 BEARAnonym
#7 AndreasKAProfil
#8 AndreasKAProfil
#9 NürnbergAnonym
  • 16.04.2018, 14:29h
  • Antwort auf #5 von BEAR
  • Gebetmühlenartig zurück

    safer-sex ist nicht gleich safe-sex
    Risiko dadurch noch immer zwischen 5-10%
    je nach Schutz.

    also ist man bei Kondom + Therapie bei unter einem Prozent
  • Antworten » | Direktlink »
#10 BEARAnonym