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"Aus queer-politischer Sicht nicht nachvollziehbar"

NRW: CDU-geführte Regierung stellt Förderung für homochrom ein

Nach dem Machtwechsel in Düsseldorf ist offenbar kein Geld mehr da für das queere Filmfestival.


homochrom bei CSD in Köln im Jahr 2016 (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Förderung des queeren Filmfestivals homochrom abgelehnt. Das teilte Organisator Martin Wolkner am Montag mit. Damit ist die Zukunft der seit 2009 bestehenden Veranstaltungsreihe offen. Das letzte Festival fand vergangenen Oktober in Köln und Dortmund statt (queer.de berichtete).

Wolkner meinte gegenüber queer.de, homochrom könne "einfach fortgesetzt werden, indem ich mich wie in den vergangenen Jahren weiter selbst ausbeute und in prekärer Armut weiterlebe. Aber ich habe letztes Jahr gesagt, dass ich nicht mehr so miserabel leben möchte, und das meine ich auch". Der Organisator hatte in Interviews betont, er habe bislang "für ein Jahr Arbeit 10.000 Euro verdient, wovon noch Steuern, Krankenkasse etc. abgehen" (queer.de berichtete).

+++ Kurzmeldung +++ Nach zwei Jahren Förderung hat das land.nrw unter der neuen CDU/FDP-Führung eine diesjährige Förderung des Filmfests homochrom vollständig abgelehnt. homochrom.de/filmfest-2018

Gepostet von homochrom am Montag, 16. April 2018
Facebook / homochrom

Die Ablehnung hatte Wolkner bereits erwartet, "zumal ich z.B. miterlebe, wie die CDU-geführte BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Red.) die vom Bundestag bewilligte Förderung des deutschen Festivalverbandes QueerScope seit 16 Monaten zu blockieren und auszusitzen scheint". Der Veranstalter beklagte weiter, dass es auch von der Zivilgesellschaft in den letzten Jahren kaum Unterstützung gegeben habe und auch die Stadt Köln "vor Kurzem nur die Hälfte der beantragten Summe in Aussicht gestellt" habe.

SPDqueer: Ende von homochrom wäre ein großer Verlust

Scharfe Kritik an der Ablehnung des Förderantrags kommt von den oppositionellen Sozialdemokraten. Dieser Schritt sei "aus queer-politischer Sicht nicht nachvollziehbar", erklärte Sascha Roncevic, der stellvertretende Landesvorsitzende und kulturpolitische Sprecher von der Arbeitsgemeinschaft NRWSPDqueer. Sollte dieses für Nordrhein-Westfalen bedeutende Filmfestival entfallen, sei "das ein Verlust, der aufgrund der bundesweiten Strahlkraft von homochrom über die Landesgrenze hinaus wirkt". Anfangs habe es zwar ausgesehen, als ob die im Sommer letzten Jahres ins Amt gekommene CDU/FDP-Landesregierung die rot-grüne Förderpraxis "zumindest fortsetze", jetzt werde aber deutlich, "dass bei queeren Projekten durchaus gekürzt wird".

Der neue CDU-Ministerpräsident Armin Laschet hatte sich im Wahlkampf im letzten Jahr als Oppositionsführer als Gegner der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht inszeniert. In einem Interview behauptete er etwa, dass das Grundgesetz die "Ehe als Verbindung von Mann und Frau" definiere (queer.de berichtete). (dk)



#1 marcocharlottenburgAnonym
  • 16.04.2018, 18:14h
  • Mit der Empörung sollte man ob der dünnen Informationen aber sehr vorsichtig sein. Warum ist denn die Förderung abgelehnt worden? Der Antrag nicht richtig begründet worden?...
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 16.04.2018, 19:29h
  • Antwort auf #1 von marcocharlottenburg
  • "Warum ist denn die Förderung abgelehnt worden? Der Antrag nicht richtig begründet worden?..."

    Geheimtipp: Das könnte was mit Homophobie zu tun haben.

    Herr Laschet war mal Chefredakteuer der Zeitung des kath. Bistum Aachen. Der Chef seiner Staatskanzlei, Nathanael Liminski, hat die Ratzinger-treue 'Generation Benedikt' erfunden und stammt aus einer eingefleischten Opus-Dei-Familie.
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#3 JuNiAnonym
  • 16.04.2018, 19:36h
  • Sehr, sehr schade! Ich schaue regelmäßig die schwul-lesbischen Filme an. Leider stelle ich fest, dass sie meist sehr schlecht besucht sind.
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#4 marcocharlottenburgAnonym
  • 16.04.2018, 21:02h
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • Genau... Frau Merkel ist schuld und die Regierung will uns mit Chemtrail vergiften. Entschuldigung aber nun immer mit der Homophobie-Keule zu kommen ist zu einfach.... Die Macher von queer.de könnten das ja mal recherchieren. Wäre ja mal was!
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 TheDadProfil
#7 WindheimerAnonym
  • 16.04.2018, 22:30h
  • Irgendwie müssen ja die grossen Versprechungen bezahlt werden....also überall kürzen, wo keine Stimmen zu verlieren sind...
    Bei der Digitalisierung hat die neue NRW Regierung ja auch schon einen Rückzieher gemacht...
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#8 TheDadProfil
  • 16.04.2018, 22:31hHannover
  • Antwort auf #4 von marcocharlottenburg
  • ""Entschuldigung aber nun immer mit der Homophobie-Keule zu kommen ist zu einfach....""..

    Ach ?
    Auch wenn es stimmt ?

    Kuck an..

    ""Die Macher von queer.de könnten das ja mal recherchieren. Wäre ja mal was!""..

    Wie wäre es ?
    Du beweist Deine Behauptung es handele sich nicht um Homophobie..
    Kannst Du das ?
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#9 AmurPrideProfil
  • 17.04.2018, 01:02hKöln
  • Als Kölner sind mein Freund und ich regelmäßig bei der monatlichen schwulen Filmreihe von homochrom, so auch wieder morgen Abend in der wahrscheinlich, wie immer, ausverkauften Filmpalette.

    Als Martin Wolkner im letzten Oktober anlässlich der Eröffnung des Filmfestivals in Köln auf der Bühne des Weisshaus-Filmtheater stand und im Vorfeld des ausverkauften Eröffnungsfilms "120 bpm" berichtete, wie er ein Jahr lang fast bis zur vollständigen Erschöpfung beinah ausschließlich für die beiden Filmreihen (schwul und lesbisch) und das Festival gearbeitet hatte, ihm aber am Ende, trotz Förderung, nur 10.000 vor Steuern, Krankenkasse usw. übrig blieben, da merkte man ihm an, dass das Festival 2017 ihn persönlich an den Rand seiner Belastbarkeit gebracht hatte.
    Und seien wir doch mal Ehrlich: Niemand von uns möchte doch nach einem langen, harten Arbeitsjahr als Dank dann auch noch in finanzieller Armut leben müssen.
    Aber hinter Martin Wolkners Satz aus dem Interview ""..Aber ich habe letztes Jahr gesagt, dass ich nicht mehr so miserabel leben möchte, und das meine ich auch..."" steckt viel mehr, als nur die mangelnde finanzielle Entlohnung. Denn an jenem Abend auf der Bühne des Weisshaus gewährte Martin Wolkner uns für einen kurzen Augenblick einen Einblick in sein Seelenleben und erzählte, wie er sich in diesem letzten Jahr gefühlt hatte. Sinngemäß sagte er:
    "Im letzten Jahr war ich durch die ganze Arbeit so bar jeglicher sozialer Kontakte... so verzweifelt und einsam habe ich mich nicht mehr seit meiner coming-out-Zeit gefühlt! ... Das will und werde ich mir nicht noch einmal antun!"

    Ich kann ihn mehr als nur verstehen!

    Persönlich kann ich nur sagen, das ich felsenfest davon überzeugt bin, das ich ohne die schwule Filmreihe und das Filmfestival von homochrom heute nicht der Amur wäre, der ich bin.

    Seit über drei Jahren erweitert homochrom nun schon beständig mein Wissen um LGBTIQ-Themen und über mir bis dato unbekannte und fremde Lebenssituationen, -erfahrungen und -entscheidungen anderer LGBTIQs aus der ganzen Welt.
    Dadurch hat homochrom u.a. massgeblich dazu beigetragen, das ich nicht zu einem jener Schwulen geworden bin, die nur ihren eigenen way of live als den allein seelig machenden verkaufen. Die auf alle anderen, die anders als sie selbst sind, anders denken, anders leben und anders lieben, nur verächtlich von oben herabschauen und oft auch noch ihren Hohn und Spott über sie ausgießen.

    Dafür gilt mein Dank Martin Wolkner und seiner Arbeit für homochrom!

    In der Hoffnung, das 2018 für Martin Wolkner ein persönlich sehr viel besseres Jahr wird, als es 2017 wohl war.
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#10 Homonklin44Profil
  • 17.04.2018, 05:44hTauroa Point
  • So spart man sich heute die Kulturvielfalt ein.

    Wundert mich bei den Anhängern des großen C zwar nicht sehr. Die haben andere Prioritätem, siehe Ideologie.

    Dass sich da ein Mensch verausgaben muss, um das organisiert zu bekommen, und da dran arm wird, zeigt aber wohl auch, wie wenig supportiv oder real die "Community" sein muss. Wenn man davon hört, wie umfassend die LGBTIQ* in und um Köln sein soll, verwundert das doch. Warum stehen dem Organisator keine wenigstens paar Dutzend Leute bei?
    In Köln gibt es bestimmt auch wohlhabende Schwule mit Interessen an Kino und Film.
    Muss ja nicht gleich der Emmerich zu Besuch kommen.
    Obwohl -- ein Blockbuster mit GLBTIQ* -Bezug wäre mal wieder fällig.
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