Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?31022

Wegen Kuss

Grevenbroich: Lesbisches Paar angeblich aus Einkaufszentrum geschmissen

Zwei Frauen behaupten, dass sie vom einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus einem Shoppingcenter geworden wurden, weil sie sich geküsst hatten. Das Management des Zentrums will aufklären.


Symbolbild: Führt ein simpler Frauenkuss dazu, dass man im Jahr 2018 aus einem deutschen Shoppingtempel fliegt? (Bild: Leonardo Veras / flickr)

Ein junges lesbisches Paar, das aus Angst vor beruflichen Konsequenzen anonym bleiben möchte, berichtete laut "RP Online", dass es wegen eines Kusses aus dem Einkaufszentrum Montanushof in der nordrhein-westfälischen Mittelstadt Grevenbroich geschmissen worden sein soll. Die Leitung des Einkaufszentrums zeigte sich über die Vorwürfe "erschüttert" und erklärte, es lägen keine Informationen zu dem Vorfall vor.

Eine der Frauen schilderte nach Angaben von "RP Online", dass sie sich mit ihrer Freundin auf der Rolltreppe kurz geküsst habe. Daraufhin habe sie ein zivil gekleideter Mann Mitte 20 angesprochen, der sich als Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ausgab. Er habe gesagt, dass "so etwas nicht hierhin gehört" und die verblüfften Frauen des Zentrums verwiesen.

Auf Facebook habe dann eine lokale Sängerin am Dienstag den Fall öffentlich gemacht und erklärt, man wolle einen Protest gegen den Rauswurf organisieren. Allerdings konnten keine Angaben gemacht werden, wann sich der Vorfall ereignet haben soll.

Gab sich Passant als Security-Mitarbeiter aus?

Karin Geib, eine Sprecherin des Einkaufszentrums, beteuerte, man wolle den Vorfall aufklären. Sie habe Mitarbeiter und Mieter befragt, aber keiner habe ihr etwas über den Vorfall sagen können. Sie könne sich nicht vorstellen, dass der Sicherheitsdienst wegen eines simplen Kusses ein Paar des Zentrums verweist. "Da muss schon etwas sehr, sehr Unanständiges passieren, bevor so etwas geschieht", so Geib. Sie mutmaßte, dass sich möglicherweise ein Passant als Mitarbeiter ausgegeben habe, weil die Security Uniformen tragen würde. Geib appellierte an die Frauen, sich mit dem Zentrum in Verbindung zu setzen. (cw)



#1 ReyMAnonym
  • 18.04.2018, 14:29h
  • Wenn die security dort Uniformen trägt und der Mann keine uniform anhatte, ist die Sache doch schon geklärt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 HyenadykeProfil
  • 18.04.2018, 14:36hKöln
  • Das traurige ist, dass die beiden sich so haben einschüchtern lassen, dass sie wohl tatsächlich gegangen sind.
    Am besten Handy zücken, die Polizei rufen und den Clown ignorieren, bis geklärt ist, ob er zum einen tatsächlich "Sekuritieh" ist, und ob tatsächlich eine Homofeindliche Politik des Einkauftempels besteht.
    Aber wahrscheinlich wär' die Polizei für "so was" gar nicht erst rausgefahren...
    Ach ja, Homophobie ist heilbar!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Petrus48Anonym
  • 18.04.2018, 17:44h
  • Antwort auf #1 von ReyM
  • "Wenn die security dort Uniformen trägt und der Mann keine uniform anhatte, ist die Sache doch schon geklärt."

    --> Wohl wahr sehe ich auch so.

    Da ist das Frauenpaar wohl auf einen verlogenen Kunden "reingefallen", der sich einen üblen Scherz mit Ihnen geleistet hat.

    Man sollte sich in einem solchen Fall immer einen Securityausweis des jeweiligen Unternehmens vorzeigen lassen, ansonsten kann es einem unter Umständen passieren, das man um die nächste Straßenecke begleitet wird und dort dann im schlimmsten Fall ausgeraubt wird.

    Ich glaube daher nicht daran, dass das Unternehmen selbst mit diesem Vorfall etwas "zu schaffen" hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 marcocharlottenburgAnonym
  • 18.04.2018, 18:05h
  • Also um es aller Welt zu erzählen und durch Dritte anonym auf Facebook zu posten, dafür hat man den Mut, aber nicht um sich den Dienstausweis zeigen zu lassen oder sich zur Leitung bringen zu lassen. Manchmal kommt ich aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Warum sind die Leute heute alle so unselbstständig? Nachwirkungen von Helikoptereltern?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Mel_VixenAnonym
  • 18.04.2018, 18:24h
  • Antwort auf #1 von ReyM
  • Das die Damen auf einen betrüger reingefallen sind glaube ich auch.
    Das es so klar war das es ein Betrüger sein muss ist es allerdings nicht. Diverse Lokalitäten setzen Kaufhausdetektive ein welche in Zivil herumlaufen - von daher kann ich auch sehen das die Damen dem betrüger geglaubt haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LillyComptonAnonym
  • 18.04.2018, 18:45h
  • Vlt. waren die beiden auch erstmal in einer Art schockstarre und haben sich entschieden den taktischen Rückzug anzutreten um die Situation nicht weiter zu ihrem möglichen Nachteil eskalieren zu lassen.

    Wir Kommentor*innen waren höchstwahrscheinlich nicht dabei.

    Klar persönlich hätte ich den Ausweiß verlangt oder einen anderen Nachweis das der Typ Hausrecht ausüben darf.

    Hätte der was vorzeigen können und ich wär der Meinung seine Maßnahme sei ungerechtfertigt hätte ich das Centermanagement verlangt oder eben die Polizei zu Hilfe gerufen.

    Die kommen auch wegen sowas. Besonders wenn du dich weigerst zu gehen weil du dem nicht glaubst.

    Das ich das so handhabe liegt sclicht darin das ich mich im Notfall verteidigen kann und mir das meistens auch zutraue.

    Auf jedenfall liebe Grüße an die beiden Frauen und falls ihr die Kommentare hier lest gebt bitte nicht zu viel drauf ;)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 AndreasKAProfil
  • 18.04.2018, 18:53hKarlsruhe
  • Hier empfiehlt es sich mal wieder vorsichtig abzuwarten bis man die Details kennt. Irgendwie finde ich die Story noch zu "fishy",

    Aber - bezogen auf dem Gelesenen und Kommentierten:
    Dass die Frauen sofort eingeknickt sind, und sich einem womöglich falschem Sicherheitsmenschen gefügt haben finde ich ebenfalls traurig. Vielleicht hilft ihnen diese Erfahrung demnächst mutiger aufzutreten.
    Und selbst dann der Typ ein "echter" Securitist sein sollte, kann man noch vor Ort Alarm machen und darauf bestehen, dass sich ein geschäftsführender Mensch in dieser Sache mal erklärt. Zudem gelten gewisse Hausregeln, und solange dort nicht geschrieben steht, dass man einander nicht küssen darf, haben sich auch Männer-, Frauen-, Transen-, Bi- etc.-Paare nichts Ungebührliches zuschulden kommen zu lassen.

    Die Sache, dass sich das verwiesene Paar erst über einen Umweg auf Facebook äußert halte ich leider für symptomatisch. Es ist ein Jammer, wenn einem klaren Eintreten für sich vor Ort ausgewichen wird und das dann in sozialen Medien nachgeholt wird. Das deckt sich mit weiteren, zugegeben noch sehr viel unangenehmeren Auswüchsen, die aus der sicheren Deckung der Internet-Aktivität passieren und deren Zeugen wir auch hier immer mal werden.

    Ich will die beiden Frauen ausdrücklich nicht deswegen verurteilen, angreifen oder ihnen etwas unterstellen (immer noch fußend auf dem jetzt vorliegenden Stand der Infos). Ich nehme an, dass sie von dem Vorfall überrascht wurden und so jung sind, dass sie noch keine Erfahrung haben, damit offensiver auch im "realen Leben" umzugehen.

    Hoffentlich ziehen sie ihre Schlüsse aus dem klar homophoben Verhalten des "Verwarners" sowie aus ihrem eigenem Vorgehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Homonklin44Profil
  • 19.04.2018, 11:24hTauroa Point
  • Denke auch eher, das war ein arroganter Jungschnösel, so ein richtiges Arschloch, der sich als "Security" ausgab, oder das Ganze sogar aus bösem Jux vorlegte.

    Mum wurde in den Achtzigern mal aus einem schwertraditiven Nobelroben-Laden hinaus gebeten, weil "sie doch sehen müssen, dass wir nichts in ihrer Größe führen". Sowas ist in Deutschland nicht so selten. Entweder wegen den Klamotten, anderer Äußerlichkeiten oder Verhalten, das anwesenden Arroganzien nicht passt.

    Langsam müsste man sich daran, dass einander lieb habende Leute Zärtlichkeiten austauschen, aber mal gewöhnt haben. Da kann man im Vorbeigehen Daumen hoch machen oder sanft "Love is in the air" pfeifen, und sonst - mind your own business.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 sanscapote
  • 26.04.2018, 08:30h
  • So geht es auch - in Frankreich ein aehnlicher Fall mit Folgen fuer die Betreffende:

    Enfin une condamnation exemplaire !
    La femme qui avait insulté un couple #gay dans un supermarché de Rueil-Malmaison le 3 mars dernier a été condamnée à 4 mois de prison avec sursis et 5.700 euros de dommage et intérêts par le tribunal de grande instance de Nanterre.
    Reste à savoir si l'auteur des faits fera appel de la décision...
    Je félicite les victimes de ne pas avoir baissé les bras en ayant le courage de ne pas se résigner face à l'intolérable.
  • Antworten » | Direktlink »