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Umstrittener Republikaner

Offen schwuler US-Botschafter für Berlin bestätigt

Fast ein Jahr nach seiner Nominierung durch Präsident Trump stimmte der Senat der Entsendung des Diplomaten Richard Grenell nach Berlin zu.


Grenell im letzten Sommer im Weißen Haus (Bild: richardgrenell / instagram)

Kurz vor einem Besuch von Bundeskanlerin Angela Merkel beim amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Washington an diesem Freitag hat der US-Senat dessen Ernennung von Richard Grenell zum neuen Botschafter in Deutschland bestätigt. Für den schwulen Diplomaten stimmten am Donnerstag 56 Senatoren, gegen ihn 42.

Derzeit wird die Botschaft in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors in Berlin von Kent Logsdon stellvertretend geleitet – die Amtszeit des früheren Botschafters John Emerson endete mit Trumps Amtsantritt im Januar letzten Jahres. Im letzten Sommer war die Nominierung Grenells bekannt geworden (queer.de berichtete). Die Demokraten hielten die Bestätigung u.a. wegen früherer sexistischer und frauenfeindlicher Tweets Grenells auf – in inzwischen gelöschten Einträgen, für die er sich bereits vor Jahren entschuldigte, hatte er u.a. Hillary Clinton, Ex-Außenministerin Madeleine Albright oder die lesbische Journalistin Rachel Maddow angegriffen.

Der 51-Jährige hat eine lange politische und diplomatische Karriere hinter sich: So beriet er nach seinem Studium an einer evangelikalen Universität sowie Harvard mehrere republikanische Politiker, darunter den New Yorker Gouverneur George Pataki, US-Senator John McCain und den Kongressabgeordneten Dave Camp. Grenells diplomatische Laufbahn begann im Jahr 2001, als er vom damaligen Präsidenten George W. Bush zum US-Sprecher bei den Vereinten Nationen ernannt wurde. Diese Rolle hatte er bis 2008 inne, länger als jeder andere. Danach gründete er ein Beratungsunternehmen für Medien und war als republikanischer Kommentator in US-Nachrichtensendern, insbesondere im konservativen Haussender Fox News Channel, tätig.

Grenell musste wegen Homosexualität als Romney-Sprecher zurücktreten

Im Präsidentschaftswahlkampf 2012 war Grenell der außenpolitische Sprecher des republikanischen Kandidaten Mitt Romney. In der aufgeheizten politischen Atmosphäre wurde er aber wegen seiner Homosexualität von konservativen Republikanern attackiert und musste schließlich das Amt aufgeben (queer.de berichtete). Grenell lebt seit inzwischen 15 Jahren mit seinem Partner Matt Lashey zusammen.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 unterstützte Grenell die zunächst als aussichtslos geltende Bewerbung von Donald Trump. Seit dem Amtsantritt Trumps hat er auf Twitter und in Nachrichtensendern den neuen Präsidenten stets gegen Angriffe verteidigt – in sozialen Netzwerken hatte er kürzlich auch kritisiert, dass Deutschland sich nicht an dem Einsatz von USA, Frankreich und Großbritannien gegen Syrien beteiligt hatte.

Am Donnerstag hatte der Senat mit 57 zu 42 Stimmen zugleich den republikanischen Hardliner Mike Pompeo als neuen Außenminister bestätigt. Der 54-Jährige gilt als ausgewiesener Gegner von LGBTI-Rechten (queer.de berichtete). (cw/dk)



#1 Tommy0607Profil
#2 Patroklos
#3 TommmiAnonym
#4 AndreasKAProfil
#5 habemus_plemplem
  • 29.04.2018, 10:00h
  • Die taz schreibt, dieser Mann arbeitet für Breitbart News:

    "Das einzig konkrete Ergebnis der Washington-Reise der Bundeskanzlerin könnte sein, dass nach monatelanger Übergangslösung wieder ein US-Botschafter nach Berlin kommt. In einem Zufall des Kalenders hat der US-Senat am Tag vor Merkels Besuch Richard Grenell akzeptiert, einen früheren Mitarbeiter von George W. Bush, der mittlerweile für das radikal rechte Medium Breitbart News arbeitet."

    Quelle:
    taz.de/Merkel-zu-Besuch-bei-Trump/!5502117/
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#6 Shinkaishi
  • 29.04.2018, 22:03h
  • Ich weiß noch, dass es ein ziemliches Hinundher wegen seiner Ernennung gab, freut mich, dass er jetzt das Amt antreten kann.
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