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SB 370

Auch Hawaii verbietet "Konversionstherapien" an Minderjährigen

Als zwölfter Bundesstaat verbietet Hawaii, homo- oder transsexuelle Jugendliche zu "heilen".


Der schwule Abgeordnete Michael Golojuch kämpfte jahrelang für die Verabschiedung des "Heilungs"-Verbots

Beide Kammern des Parlaments im US-Bundesstaat Hawaii haben am Freitag ein Verbot von "Therapien" beschlossen, die zum Ziel haben, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von Kindern und Jugendlichen zu "ändern" – im Senat hatte es nur eine Gegenstimme gegen SB 370 gegeben. Das Gesetz muss nun noch vom demokratischen Gouverneur David Ige unterzeichnet werden, was als Formsache gilt.

"Das Gesetz stellt sicher, dass LGBTQ-Jugendliche nicht von Ärzten oder Psychiatern gefoltert werden", erklärte Michael Golojuch, der Chef der demokratischen LGBTI-Parlamentariergruppe. Seine Gruppe habe seit Jahren für die Verabschiedung des Gesetzes geworben.

Twitter / mgolojuch | Auf Twitter erklärte Golojuch, er habe Todesdrohungen wegen seines Einsatzes für das Verbot erhalten

Twitter / mgolojuch | Golojuch verteidigte sein Gesetz mit scharfen Worten

Hawaii ist der zwölfte US-Bundesstaat, der ein derartiges Verbot der "Heilung" von LGBT ausgesprochen hat. Die anderen Staaten sind New Jersey, Kalifornien, Oregon, Illinois, Vermont, New Mexico, Connecticut, Rhode Island, Nevada, Washington und Maryland. In einem Dutzend weiterer Bundesstaaten gibt es ähnliche parlamentarische Initiativen.

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Debatte um generelles Verbot von Homo-"Heilung"

Als erster Bundesstaat debattiert derzeit das Parlament von Kalifornien außerdem darüber, Homo-"Heilung" generell zu verbieten, also auch an Erwachsenen (queer.de berichtete). Gegner dieses Gesetzes argumentieren, dass ein Verbot gegen den Grundsatz der Rede- und Religionsfreiheit in der US-Verfassung verstößt.

Psychologenverbände warnen bereits seit Jahren davor, dass "Konversionstherapien" nicht wirken und damit Homosexuelle schlimmstenfalls in den Selbstmord getrieben werden könnten. Der Weltärztebund verabschiedete 2013 eine Stellungnahme, nach der derartige Behandlungen "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien (queer.de berichtete).

Die deutsche Bundesregierung lehnt allerdings ein derartiges Verbot ab. Sie hat erst im März 2017 erklärt, dass sie "Konversionstherapien" zwar nicht gutheiße, aber keinen Grund sehe, diese zu verbieten (queer.de berichtete). Mehrere meist evangelikale Vereine bieten in Deutschland entsprechende Seminare an; erst vor einigen Tagen sorgte erneut der Verein Leo in Sachsen-Anhalt mit dem Auftritt eines Homo-"Heilers" bei einem Seminar für Schlagzeilen (queer.de berichtete). (dk)



#1 GerritAnonym
  • 30.04.2018, 13:23h
  • Es ist zwar schade, dass diese Gehirnwäsche, deren Schädlichkeit wissenschaftlich belegt ist, nicht generell verboten wird, sondern nur für Minderjährige.

    Aber damit ist Hawaii dennoch schon deutlich weiter als Deutschland, wo Union und SPD weiterhin "keinen Bedarf" sehen und alle Anfragen von Grünen und Linkspartei abschmettern.
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#2 GhislainAnonym
  • 30.04.2018, 15:46h
  • Jeden Tag sterben Menschen, weil Fanatiker ihnen Selbsthass einreden, sie obskuren Gehirnwäsche-Therapien unterziehen und sie so lange bearbeiten, bis sie sich verzweifelt das Leben nehmen.

    Diese menschenverachtende, wissenschaftlich unsinnige und gefährliche Praxis muss endlich weltweit verboten werden. Gehirnwäsche (egal aus welchem Grund und egal mit welcher Absicht) muss genauso internationel geächtet sein, wie Chemiewaffen, Biowaffen, Kindesmissbrauch, etc.
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#3 KleineKetzerinProfil
  • 30.04.2018, 19:07hHannover
  • Zitat: >Mehrere meist evangelikale Vereine bieten in Deutschland entsprechende Seminare an;<

    Schade, dass queer.de an dieser Stelle nicht erwähnt, dass solche "Konversionstherapien" hier in Deutschland für trans Jugendliche durchaus auch von renommierten Psychiatern als Kassenleistung angeboten werden. Es ist auch noch gar nicht so lange her, dass ein solcher Fall mal eine für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Aufmerksamkeit erlangte:
    www.taz.de/Streit-um-elfjaehrige-Transsexuelle/!5097684/
    und
    community.beck.de/2012/03/24/kammergericht-pressemeldung-zwa
    ngseinweisung-eines-11jaehrigen-kindes-zur-therapie-seiner-g
    eschlechtsorientie


    Folgt man der "Veröffentlichungsspur" der einschlägigen deutschen Psychiater, dann landet man über Leute wie z.B. Kenneth Zucker auch ganz schnell bei amerikanischen "Homo-Heilern" wie z.B. George Alan Rekers (NARTH, Family Research Council). Es sind also keineswegs "nur" evangelikal-religiotische Scharlatane, die diese Art von "Therapie" hierzulande anbieten, manchmal ist es auch der nette Onkel Doktor von nebenan mit Kassenzulassung. Aber solange es nur trans Jugendliche trifft, die - wie wir ja alle wissen - viel eher vor sich selbst als vor irgendwelchen "bösen" Psychiatern beschützt werden müssen (Vorsicht: Zynismus!), interessiert das ja eh niemanden, nicht wahr?
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#4 ursus
  • 30.04.2018, 19:22h
  • Antwort auf #3 von KleineKetzerin
  • eine haltung, die nur dann ein problem sieht, wenn es die jeweils eigene identität betrifft, dürfen wir uns selbstverständlich nicht leisten. deshalb danke ich dir sehr für den hinweis und die links.

    noch eine kleine ergänzung zu dem von dir erwähnten homo-heiler george. a. rekers, der keinesfalls als bizarrer einzelfall abgetan werden kann, sondern ein durchaus erhellendes spotlicht auf die psychologischen abgründe hinter diesen umtrieben richtet:

    "2010 geriet Rekers in die internationale Medienberichterstattung, da er einen homosexuellen Callboy für eine Europareise als Begleiter auf der Webseite rentboy.com gebucht hatte. Nach den Medienberichten über diesen Vorfall trat Rekers im Vorstand von NARTH zurück."

    de.wikipedia.org/wiki/George_Alan_Rekers
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#5 TheDadProfil
  • 30.04.2018, 20:55hHannover
  • Antwort auf #3 von KleineKetzerin
  • ""Schade, dass queer.de an dieser Stelle nicht erwähnt, dass solche "Konversionstherapien" hier in Deutschland für trans Jugendliche durchaus auch von renommierten Psychiatern als Kassenleistung angeboten werden. Es ist auch noch gar nicht so lange her, dass ein solcher Fall mal eine für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Aufmerksamkeit erlangte:""..

    Liest man mal den Artikel im angeführtem Link KOMPLETT, erweckst Du mit Deiner Formulierung einen völlig falschen Eindruck !

    Denn wie man nachlesen kann handelt es sich bei der Einweisung um KEINE Therapie, sondern um eine Diagnostik, die abklären soll, ob denn die Trans-Sexualität des Kindes ein eigenes Erleben ist, oder ob dem Kind dieser Wunsch, respektive die Behauptung, ein Mädchen zu sein, durch die Mutter in Form eines Münchhausen-Stellvertreter-Syndromes ""induziert"" wie es im Artikel heißt, also eingeredet wurde !
    Da die Gesundheits-Fürsorge-Pflicht für das Kind, wie man dem Artikel weiter entnehmen kann, eh schon beim Jugendamt lag (aus welchen Gründen auch immer !), ist der Antrag auf Einweisung zur Diagnose ein durchaus berechtigtes Anliegen des Jugendamtes..

    ""Es sind also keineswegs "nur" evangelikal-religiotische Scharlatane, die diese Art von "Therapie" hierzulande anbieten, manchmal ist es auch der nette Onkel Doktor von nebenan mit Kassenzulassung.""..

    Ach ? Echt ?

    ""wie z.B. George Alan Rekers (NARTH, Family Research Council)""..

    ""Das Family Research Council ist eine gemeinnützige Denkfabrik der religiösen Rechten und eine Lobbyorganisation. Es wurde in den Vereinigten Staaten von James Dobson 1981 gegründet und 1983 als eigene Rechtspersönlichkeit eingetragen.""..

    Ich würde über diese Einschätzung das es sich dabei nicht um Evangelikale handeln würde, ja noch einmal ausführlich nachdenken..

    de.wikipedia.org/wiki/Family_Research_Council#Politik

    Für eine solche "Konversions-Therapie" ist es übrigens auch gar nicht weiter von Belang, ob der Psychologe oder Psychiater der sie durchführt selbst ein solcher Evangelikaler ist, oder einfach nur das Vertrauen solcher Leute und Organisationen genießt, um von denen dann beschäftigt oder auch nur einfach empfohlen zu werden..
    Denn mit einer solchen "Empfehlung" steht man in "Diensten der Sache"..
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#6 MichelseppAnonym
  • 30.04.2018, 21:21h
  • Damit sind zwölf US-amerikanische Bundesstaaten weiter entwickelt als das Land des rosa Winkels.
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#7 Patroklos
#8 KleineKetzerinProfil
  • 01.05.2018, 00:09hHannover
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • @TheDad:

    >Liest man mal den Artikel im angeführtem Link KOMPLETT, erweckst Du mit Deiner Formulierung einen völlig falschen Eindruck !

    Denn wie man nachlesen kann handelt es sich bei der Einweisung um KEINE Therapie, sondern um eine Diagnostik, die abklären soll, ob denn die Trans-Sexualität des Kindes ein eigenes Erleben ist, oder ob dem Kind dieser Wunsch, respektive die Behauptung, ein Mädchen zu sein, durch die Mutter in Form eines Münchhausen-Stellvertreter-Syndromes ""induziert"" wie es im Artikel heißt, also eingeredet wurde !<

    Sicher. Und nach dieser (nebenbei bemerkt überhaupt erst im Nachhinein behaupteten) "Diagnostik" hätte man das Kind dann unbehandelt ohne "Therapie" auf freien Fuß gesetzt. Ist ja hierzulande in der Medizin auch generell üblich, Krankheiten erst zu diagnostizieren, um sie dann unbehandelt zu lassen...

    Es geht mir aber auch gar nicht um eine Diskussion dieses konkreten Falls und es tut mir auch unendlich leid, dass ich nur mit einem Beispiel dienen kann, bei dem das Unheil gerade noch rechtzeitig abgewendet werden konnte (andere Fälle kommen hier in Deutschland so gut wie nie an die Öffentlichkeit). Mir geht es darum, welche Methoden hierzulande noch immer bei trans Kindern und Jugendlichen als "Therapie" angewendet werden - im Anschluss an eine (behauptete) Diagnostik. Und wie eine solche "Therapie" dann aussehen kann, wird auch in dem Artikel angedeutet, ich zitiere: "In der Charité geht es darum, Alex sein 'biologisches' Geschlecht nahe zu bringen und 'geschlechtsatypisches Verhalten' zu 'unterbinden', erklärt Chefarzt Klaus Beier die Therapie.". Nö, das klingt jetzt wirklich so gar nicht nach Konversionstherapie. Überhaupt nicht. Wie konnte ich denn bloß auf sowas kommen? Aber vermutlich wirst Du mir im nächsten Schritt dann vorwerfen, dass das so ja ganz sicher gar nicht stimmt, weil das dann ja auch von der taz später berichtigt wurde etc. usw. (wer's glaubt...). Dennoch, aus rein prophylaktischen Gründen: Wie diese Art von "Therapie" funktioniert, lässt sich sehr schön in dem im Artikel erwähnten Buch "Sexualmedizin - Grundlagen und Praxis" sowie in diversen Fachveröffentlichungen der entsprechenden Ärzte nachlesen.

    Macht man sich dann noch die Mühe und folgt den in diesen Büchern und Fachveröffentlichungen verwendeten Zitaten, dann stößt man sehr schnell auf Kenneth Zucker, in dessen Arbeiten man dann schnell auf George A. Rekers stößt, weil Herr Zucker derjenige ist, der die "Therapie"-Methode von Rekers (nebenbei: Rekers, George A. and Lovaas, O. Ivar. Behavioral treatment of deviant sex-role behaviors in a male child. Journal of Applied Behavior Analysis, 1974, 7, 173-190) für die "Behandlung" von trans Kindern und Jugendlichen populär gemacht hat. Und so schließt sich dann jener Kreis, für den Leute wie Du aber offenbar leider auf beiden Augen blind zu sein scheinen (und das vielleicht auch sein wollen?).

    >Ich würde über diese Einschätzung das es sich dabei nicht um Evangelikale handeln würde, ja noch einmal ausführlich nachdenken..<

    Hättest Du meinen Kommentar richtig verstanden, dann wüsstest Du, dass ich mit "der nette Onkel Doktor von nebenan mit Kassenzulassung" ganz sicher nicht Herrn Rekers gemeint habe, sondern die ganz normalen hier in Deutschland tätigen "Kassenpsychiater", die nach der Methode Zucker/Rekers arbeiten. Und denen möchte ich ohne konkrete Beweise nun wirklich keine evangelikalen Hintergründe unterstellen. Herr Rekers mag solche Hintegründe haben, diejenigen, die seine Methoden noch immer anwenden, müssen diese Hintergründe deshalb jedoch keineswegs auch haben.

    Im übrigen möchte ich noch anmerken, dass ich es unglaublich interessant finde, dass sich in dieser sogenannten LGBTI-"Community" immer sofort jemand findet, der meint, bei einem kritischen Kommentar einer (trans) Frau sofort nach dem Haar in der Suppe suchen zu müssen. Glaubst Du wirklich, ich wüsste über das, was ich schreibe, nicht bestens Bescheid? Glaubst Du wirklich, Du müsstest mir Trans-"Therapie" und -"Diagnostik" in Deutschland erklären? Gestatte mir deshalb am Ende bitte noch eine halbwegs aufdringliche Frage: Du arbeitest nicht zufälligerweise im Bereich Psychiatrie/Psychotherapie und erlebst Kommentare wie den meinen deshalb als "narzisstische Kränkung"? Das würde jedenfalls Deine doch auffallend heftige "Abwehr" erklären. Oder stinkt es Dir einfach nur generell, wenn trans Menschen aufbegehren und sich nicht in die von der sogenannten Community für sie vorgesehene Rolle zwängen lassen? Oder ist es am Ende vielleicht doch nur banale Misogynie? Würde mich echt mal interessieren...
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#9 KleineKetzerinProfil
  • 01.05.2018, 01:16hHannover
  • Antwort auf #4 von ursus
  • @ursus:

    >"2010 geriet Rekers in die internationale Medienberichterstattung, da er einen homosexuellen Callboy für eine Europareise als Begleiter auf der Webseite rentboy.com gebucht hatte. Nach den Medienberichten über diesen Vorfall trat Rekers im Vorstand von NARTH zurück."<

    Leider hatte das aber keineswegs zur Folge, dass die von ihm entwickelten "Therapie"-Methoden (zu finden in: Rekers, George A. and Lovaas, O. Ivar. Behavioral treatment of deviant sex-role behaviors in a male child. Journal of Applied Behavior Analysis, 1974, 7, 173-190) nicht mehr angewendet werden. Die Person Rekers mag demontiert sein, das Monstrum, das er schuf, treibt aber weiter sein Unwesen - auch hier in Deutschland (siehe dazu auch meinen Beitrag an TheDad).

    >[...] der keinesfalls als bizarrer einzelfall abgetan werden kann, sondern ein durchaus erhellendes spotlicht auf die psychologischen abgründe hinter diesen umtrieben richtet<

    Ich würde inzwischen so weit gehen zu behaupten, dass diese Art von "projektiver Identifizierung" im gesamten Psycho-Bereich, speziell aber in der sogenannten Sexualpsychiatrie/-psychologie/-therapie eher die Regel als die Ausnahme ist. In manchen Fällen muss man gar nicht tief buddeln, um fragwürdige Konstellationen zu finden, die an der Qualität der (wissenschaftlichen) Arbeit solcher Personen erhebliche Zweifel aufkommen lassen. John Money, der "Gottvater" der "Geschlechtsidentität", ist da auch so ein interessanter Kandidat mit interessantem Hintergrund. Leider ist es aber immer wieder so wie bei Herrn Rekers: die Personen selbst mögen irgendwann demontiert und vergessen sein, die Monstren, die sie schufen, scheinen dagegen ewig zu leben - selbst dann, wenn Blut an den Händen ihrer Erschaffer klebt, wie es ja sowohl bei Rekers als auch bei Money der Fall ist.

    Besonders gruselig wird das alles aber, wenn die Anwendung des Machwerks solcher Leute bei der einen Minderheit geächtet, bei einer anderen aber zumindest geduldet, wenn nicht gar befürwortet wird. Und jene Vertreter der deutschen Sexualmedizin, die sich gerne auf Kenneth Zucker berufen, setzen der Perversion dann gerne auch mal die Krone auf und behaupten, man müsse ja schliesslich junge homosexuelle Menschen vor übereilten "Geschlechtsumwandlungen" schützen - unter Anwendung von Methoden, die ursprünglich zur "Heilung" von Homosexualität entwickelt wurden. Von Rekers über Zucker ins Behandlungzimmer des deutschen Feld-Wald-und-Wiesen-Psychiaters zum "Schutz von jungen Homosexuellen vor übereilten Geschlechtsumwandlungen"... Ich muss jetzt nicht extra sagen, wie ich das finde, oder?

    Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist, diese ganzen Verbindungen und Verstrickungen in der gebotenen Kürze überzeugend darzustellen (nach dem Kommentar von TheDad habe ich da so meine Zweifel), aber der Sumpf ist viel größer und tiefer, als man gemeinhin denkt, und eine einfache und klare Trennung in "Gut" und "Böse" (ehrbare Mediziner auf der einen und böse Religioten auf der anderen Seite) gibt es in diesem Bereich nicht.
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#10 Homonklin44Profil
  • 01.05.2018, 11:27hTauroa Point
  • Antwort auf #9 von KleineKetzerin
  • In Deutschland wird da wahrscheinlich das Konzept um die "ich-dystone Sexualorientierung" bemüht, wie sie im IDC-10 unter F66.1 anskizziert steht.

    www.icd-code.de/icd/code/F66.1.html

    Über diese Diagnose können die wahlweise netten Onkel Doktors und Diagnostiker bzw. über Therapeuten weg dann ihre seltsamen Heilungsversuche rechtfertigen, und von der Kasse genehmigen lassen.

    Muss man dem Opfer nur lange genug unterstellen, die Orientierung sei ich-dyston und leidvoll genug. Da gibt's ja so Interpretier-Kniffe und Deutungen der Berichte des/der KlientIn.

    Dass da häufig religiös imprägnierte Personen die Fäden spinnen, ist aber schon auffällig.
    Und dass die Politik da abwimmelt, hängt wohl am selben Tropf, wie ihre Säkularflucht und der Kruzifix-Fetisch.
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