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Richard Grenell kommt nach Berlin

Langjähriger Partner hielt Bibel: Schwuler US-Botschafter vereidigt

Richard Grenell ist vom homophoben Vizepräsidenten Mike Pence offiziell eingeschworen worden – begleitet wurde der neue Botschafter in Berlin von seinem Freund.


Richard Grenell (li.) bei seiner Vereidigung mit seinem Partner Matt Lashey und Vizepräsident Mike Pence (Bild: Twitter / @VP)

Der Diplomat Richard Grenell, Donald Trumps neuer Botschafter in Deutschland, ist am Donnerstag offiziell im Weißen Haus vereidigt worden. Ausgerechnet Vizepräsident Mike Pence nahm dem 51-Jährigen in einer Zeremonie den Amtseid ab – Grenells Partner Matt Lashey, mit dem er seit 15 Jahren liiert ist, hielt dabei die Bibel. Der erste offen schwule US-Chefdiplomat in Deutschland brachte auch seine Mutter und seine beiden Brüder zur Zeremonie mit.

Pence, der sich vor allem durch seine Abneigung gegen LGBTI-Rechte einen Namen gemacht hat, erwähnte in seiner Rede auch Grenells "Familie" – in die Auflistung schloss er den Freund sowie dessen Eltern namentlich ein. Er würdigte Grenell als hoch qualifiziert für seine neue Aufgabe und erklärte, dass der neue Botschafter die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland stärken werde.

Twitter / VP | Auf Twitter betonte der US-Vizepräsident die "historische und anhaltende" deutsch-amerikanische Freundschaft

Grenell war bereits im Sommer letzten Jahres vom US-Präsidenten für den Botschafterposten in Berlin nominiert worden (queer.de berichtete). Vergangene Woche wurde er nach langem Debatten vom US-Senat bestätigt (queer.de berichtete). Die meisten Mitglieder der demokratischen Oppositionsfraktion stimmten gegen den langjährigen Trump-Anhänger und begründeten das unter anderem mit sexistischen Tweets gegen politische Gegner wie Hillary Clinton oder die lesbische Journalistin Rachel Maddow, für die er sich inzwischen entschuldigt hat.

Grenell war Bushs Sprecher bei der UN

Der neue amerikanische Botschafter in Berlin hat eine lange politische und diplomatische Karriere hinter sich: Nach seinem Studium an einer von der evangelikalen Pfingstbewegung betriebenen Privat-Hochschule sowie an der Universität Harvard arbeitete er für mehrere republikanische Politiker, darunter den New Yorker Gouverneur George Pataki, US-Senator John McCain und den Kongressabgeordneten Dave Camp. Grenells diplomatische Laufbahn begann im Jahr 2001, als er vom damaligen Präsidenten George W. Bush zum US-Sprecher bei den Vereinten Nationen ernannt wurde. Diese Rolle hatte er bis 2008 inne, länger als jeder andere. Danach gründete er ein Beratungsunternehmen für Medien und war als republikanischer Kommentator in US-Nachrichtensendern, insbesondere im konservativen Haussender Fox News Channel, tätig.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2012 war Grenell der außenpolitische Sprecher des republikanischen Kandidaten Mitt Romney. In der aufgeheizten politischen Atmosphäre wurde er aber wegen seiner Homosexualität von konservativen Republikanern attackiert und musste schließlich das Amt aufgeben (queer.de berichtete). 2016 warb er bereits früh auf den zunächst als aussichtslos geltenden Kandidaten Donald Trump und verteidigte ihn auch nach seinem Amtsantritt gegen jegliche Kritik. Damit verdiente er sich offenbar den Botschafterposten, da der US-Präsident bedingungslose Loyalität über alles schätzt. Für LGBTI-Rechte hat sich Grenell bislang nicht offen eingesetzt. (dk)

Instagram / richardgrenell | Auf seiner Instagram-Seite postet Richard Grenell immer wieder Bilder mit seinem langjährigen Partner Matt Lashey



#1 gifiAnonym
  • 04.05.2018, 13:12h
  • Na dann wünsche ich dem Herrn viel Spaß dabei, Sprachrohr und schwules Feigenblatt einer rassistischen, homophoben Regierung zu sein! Aber gibt wahrscheinlich noch genügend LGBT, die das als einen Grund zum Feiern empfinden.
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#2 ursus
  • 04.05.2018, 13:58h
  • Antwort auf #1 von gifi
  • das sehe ich ähnlich.

    zur vereidigung: wie ich lese, hat pence den partner nicht nur namentlich erwähnt, sondern ihn ausdrücklich als "partner" benannt. ich hätte eher erwartet, dass in diesem setting (flaggen und bibeln und pipapo) der partner zwar dabeistehen darf, aber "die liebe, die ihren namen nicht nennen darf" zumindest verbal ausgeblendet bleiben würde. manchmal wird man doch positiv überrascht.
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#3 userer
  • 04.05.2018, 14:08h
  • Antwort auf #2 von ursus
  • Vielleicht verhält sich Pence offiziell nach dem christlichen Motto "Hasse die Sünde, liebe den Sünder". Also: Mitleid ja, Akzeptanz/Toleranz nein.

    Pence will vermutlich keinen politischen Mitstreiter verprellen, den man per Konversionstherapie auch sexuell auf den Pfad der rechten Tugenden bringen kann.
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#4 maaaartinAnonym
  • 04.05.2018, 14:28h
  • so ein bißchgen pink washing von trumps politik ist eine super idee...

    denn wer außer den schwuppen, die diese bilder sehen, interessiert sich denn normalerweise für die vereidigung irgendwelcher botschafter??? doch nicht etwa irgendwelche rednecks im hinterland...
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#5 stromboliProfil
  • 04.05.2018, 15:55hberlin
  • Antwort auf #1 von gifi
  • es stehen zwischenwahlen im november an... midterm elections
    und die republikaner sind sich nicht mehr ganz so sicher, ob es langt mit der mehrheit. Gewählt werden:

    Alle Sitze im Repräsentantenhaus, siehe Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 2018
    Ein Drittel der Sitze im Senat, siehe Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten 2018
    Die Gouverneure in 36 Staaten und 3 Territorien, siehe Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten 2018

    Die trump fist_ first wählerschaft hat der im kasten.. aber die wechsel und antitrumpwähler nicht..
    Da ist sprengstoff drinn für die republikaner.
    Vielleicht bringt ja MeToo und antiwaffengesellschaft die amis auf trapp.
    Hier mit der symbolhaften vereinigung von homophober reaktion mit reaktionären homomitläuferschaften, schafft man sich eine quadratur des kreises.... hauptsache man gehört mit zum establishment
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#6 stromboliProfil
#7 Gerlinde24Profil
  • 04.05.2018, 17:40hBerlin
  • Weiß nicht, ob ich mich freuen oder schämen soll. Nicht, weil er schwul ist, sondern, weil er schwul, und ein eifriger Unterstützer von Trump ist.
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#8 Dont_talk_aboutProfil
  • 04.05.2018, 18:00hFrankfurt
  • Vielleicht verstehen sich ja Grenell und Pence persönlich einfach gut. Schöne Szene. Das reale Leben ist so viel vielschichtiger als Ideologen von beiden Seiten es zu malen versuchen
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#9 stromboliProfil
  • 04.05.2018, 18:22hberlin
  • Antwort auf #7 von Gerlinde24
  • schämen .. was sonst.
    Es gibt keine entschuldigung, kein drumherum gerede.
    Erbärmlich , zu was wir homosexuelle in der lage sind und was noch schlimmer, mittlerweile wieder beifall findet!

    Meine these: kitsch schlägt vernunft.
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#10 HoffnungProfil