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ESC 2018

Erstes Eurovision-Halbfinale: Das sind alle Teilnehmer

Unser Grand-Prix-Experte Jan Gebauer stellt euch die Songs der ersten Show aus Lissabon vor und tippt, welche Länder in das Finale am Samstag einziehen.


Am Dienstag kämpfen u.a. Finnland, Israel und Irland um einen Einzug ins Finale

Der 63. Eurovision Song Contest findet erstmals in Portugal statt: Los geht es an diesem Dienstag mit dem ersten Halbfinale in Lissabon, das ab 21 Uhr live auf dem Spartensender One sowie im Live-Stream auf eurovision.de übertragen wird. 19 Länder treten an, zehn kommen weiter ins Finale am Samstag.

Die Zuschauer und Besucher erwartet wieder eine sehr große Bühne , aber – wie zuletzt 2009 – keine Videoprojektionen oder LEDs. Dass das Bühnenbild trotzdem spektakulär ist, verdanken wir dem Konzept des Deutschen Florian Wieder, der nach Düsseldorf, Baku, Wien und Kiew erneut ran darf. Im Folgenden werfen wir einen detaillierten Blick auf alle Teilnehmer und tippen, wer den Sprung ins Finale schafft.



Aserbaidschan: Aisel – "X My Heart"


Im letzten Jahr eröffneten die Schweden den Contest. 2018 dürfen die Aserbaidschaner ran und das kommt uns trotzdem schwedisch vor. Kein Wunder, Sandra Bjurman ist eine der Komponistinnen. Wer? Diese Dame verantwortete einst "Running Scared", den längst vergessenen Siegertitel 2011 in Düsseldorf. Nachdem sie im letzten Jahr für Aserbaidschan mit ihrer Komposition "Skeletons" und einer avantgardistischen Show nur im Mittelfeld landete, will es Bjurman mit der konventionelleren Dance-Pop-Nummer "X My Heart" besser machen. Schwedische Routine trifft auf aserbaidschanische Gardine: Uns erwarten viel Gymnastik, die klassische ESC-Windmaschine und ein weißer Bodysuite mit Umhang. Für das Finale wird es für die barfüßige Sängerin Aisel zwar reichen, aber insgesamt wirkt das Ganze zu kalkuliert, um dann weiter vorne zu landen.

Island: Ari Ólafsson – "Our Choice"


Weiß und belanglos geht es weiter. Der isländische Sänger Ari Ólafsson ist blutjung, strahlt knuffig in die Kamera und sang sich bereits in der Vorentscheidung das letzte bisschen Stimme aus dem schmalen Leib. Auch in Lissabon glänzte er bisher mit Höhen beim Gesang – die seine Stimme einfach nicht hergibt. Was für eine Qual, insbesondere in der letzten Minute. Der Song klingt nach der x-ten Boyband-Nummer à la Boyzone, die schon vor 20 Jahren von diesen als B-Seite abgelehnt worden wäre. Das ist einfach nur langweilig und hat keine Chance, das Halbfinale zu überstehen – zumal auf der Bühne auch recht wenig passiert und selbst der Background teilnahmslos wirkt. Schade, damit setzen die ESC-begeisterten Isländer ihre Serie an Flops leider fort.

Albanien: Eugent Bushpepa – "Mall"


Die Albaner wissen, was sich das ESC-Herz wünscht, denn hier wird in Landessprache gesungen. Und das sehr gut! Eugent Bushpepa singt ähnlich hoch wie der Isländer, aber er trifft wenigstens die Töne. In seinen besten Momenten erinnert er an Axl Rose oder Ian Gillan, den er als Anheizer für Deep Purple auch schon auf Tour begleitete. Das absolute "Dark Horse" des ersten Halbfinales und das nicht nur, weil Eugent und Band schwarz tragen, denn aktuell sehen die Wetten den druckvollen Folk-Rock-Titel ganz hinten. Ein Trugschluss, denn der starke, sehr erfahrene Sänger, eine zurückhaltende Inszenierung mit gut gesetzten blauroten Lichteffekten und eine kraftvoll ansteigende Komposition tragen Albanien ins Finale.

Belgien: Sennek – "A Matter Of Time"


Seit 2015 läuft es ausgezeichnet für Belgien, dank starker Kompositionen und gekonnt darauf abgestimmten Inszenierungen. Auch in diesem Jahr haben die Belgier mit der Sängerin Sennek einen sehr interessanten Beitrag am Start: Zeitloser Pop, nicht zu modern, aber auch nicht altbacken. Dazu ein bisschen was Geheimnisvolles und eine düster auftretende Interpretin irgendwo zwischen Emo-Look und Heroin-Chic. Die Inszenierung auf der Bühne in Lissabon erinnert an Blanche aus dem letzten Jahr. Schwarzblaues Licht, ein schwarzes, grässliches Kleid und dazu das ernste Mienenspiel von Sennek. Das sollte aber nicht weiter stören, dafür ist der Song zu stark. Finale!

Tschechien: Mikolas Josef – "Lie To Me"



Drama um einen der Top-Favoriten im ersten Halbfinale! Bei der ersten Probe verletzte sich Mikolas angeblich am Rücken und so war es fraglich, ob er überhaupt weiter auftreten konnte. Mittlerweile hat der Onkel Doktor grünes Licht gegeben und der 22-Jährige darf mit seiner Schuljungen-Inszenierung und einen an Justin Timberlake und Konsorten erinnernden Song weiter proben. Das muss er auch weiterhin, denn bisher sitzt die Breakdance-Performance im Neonlicht noch nicht zu 100 Prozent. Der mit Jazz-Sax und modernen Beats untermalte Funk-Song ist aber nach wie vor einer der stärksten im ersten Halbfinale und kommt sicher weiter. Wenn dann alles glatt läuft, wird Mikolas das beste Ergebnis für Tschechien aller Zeiten einfahren und ganz vorne landen.

Litauen: Ieva Zasimauskaite – "When We're Old"


Litauen gehört zu den leisen Liedern im Wettbewerb. Eine reflektierte, wenig aufregende Ballade über die Liebe im Alter. Es gibt einen kleinen und feinen Unterschied zwischen emotionalem Gesang und Jammertal – Ieva gehört leider in letztere Kategorie. Und sie droht zwischen dem knackigen Funk aus Tschechien und der nicht minder knalligen Israelin unterzugehen. Eine totale Wackelkandidaten, aber das sind die Litauer ja schon gewöhnt. Sollte sie das Ticket für das Finale ziehen, wird sie kaum eine Chance auf die vorderen Ränge haben.

Israel: Netta Barzilai – "TOY"


"I'm Not Your Toy, You Stupid Boy": Der ESC-Beitrag zur #MeToo-Debatte um sexuelle Belästigung in der Unterhaltungsbranche und der große Favorit des diesjährigen Wettbewerbs. Eine kuriose Mischung aus K-Pop, Dance und nahöstlichen Einflüssen, bei der Netta und ihre Tänzerinnen sogar ironisch gackern wie ein Huhn. Alles sehr bunt und originell inszeniert, man achte auf die japanischen Winkekatzen im Hintergrund, und ein Hook, den es so auch noch nicht beim ESC gab. Trotz aller Eingängigkeit und der unbestreitbaren stimmlichen Qualitäten der sympathischen Netta ist das gute Stück auch ordentlich nervig, wird aber sehr wohl das Finale erreichen. Und dort wäre alles andere als ein Sieg oder mindestens ein Platz in den Top 3 eine Riesenüberraschung.

Weißrussland: Alekseev – "Forever"


Endlich richtiger Trash! Alekseev ist eigentlich Ukrainer und hat dort bei "The Voice" irgendwann mal das Halbfinale erreicht. Schon fast ein Kriterium für die ESC-Teilnahme, denn auch in diesem Jahr haben viele Kandidaten die knallharte Casting-Show-Schule durchlaufen. Wie Alekseevs Ballade "Forever" den nationalen Vorentscheid überstehen konnte, bleibt jedoch ein Rätsel, denn gesanglich war das katastrophal schief. Es muss wohl am mit Leuchtdioden versehenen Hosenanzug gelegen haben. Auch in Lissabon läuft es bislang nicht rund: In den Proben trägt er nun den Gardinenrest der Aserbaidschanerin auf und steht am Ende schulterfrei mit Rosen auf dem Rücken vor dem Publikum, nachdem seine Tänzerin mit einem Pfeil auf ihn geschossen hat. Romantischer Spezialeffekt oder schlichtes Splattergedärm? Hoffentlich bekommt er das Zeug für seinen Rückflug am Mittwoch wieder ab.

Estland: Elina Netšajeva – "La Forza"


Auch eine melodramatische Operetten-Pop-Nummer gehört jedes Jahr zum Contest und Elina Netšajeva tritt die Nachfolge des Kroaten Jacques Houdek 2017 an. Damit auch alles klar geht mit dem Finale scheinen die Esten das weiße Kleid von Polina Gagarina (zweiter Platz, Russland 2015) geliehen und ordentlich verlängert zu haben, damit noch mehr Projektionen möglich sind. Besser eine Idee effektiv adaptieren als sich was Neues ausdenken. Singen kann Elina auf jeden Fall hervorragend und der kitschige Beitrag wird exzellent auf der Bühne in Szene gesetzt. Und Stück für Stück hat sich das Stimmwunder auch in den Wetten nach oben gesungen. Finale ist gesichert, aber dort kamen solche Nummern – bis auf Italien 2015 – nie sonderlich hoch.

Bulgarien: Equinox – "Bones"


Bulgarien gehörte bis 2013 immer zu den sicheren Kandidaten für einen Flop. Deshalb ging man dann zunächst in Klausur und erst in den letzten zwei Jahren flutschte es plötzlich – Platz vier und zwei. Um das Niveau zu halten, fährt man in diesem Jahr besonders schwere Geschütze auf. Die Band Equinox, wie einst Wind oder Dschinghis Khan extra für den ESC zusammengestellt, besteht aus gestandenen Musik-Profis aus Bulgarien und den USA, die alle sehr viel Erfahrung mitbringen. Eine internationale Powerballade, sehr gut gesungen und geschrieben. Ein sicherer Kandidat für das Finale.

Mazedonien: Eye Cue – "Lost And Found"


Ist der Titel prophetisch gemeint, weil das Balkanland in der Regel bereits im Halbfinale rausfliegt? Neben Israel oder Tschechien gehört Mazedonien definitiv zu den fröhlicheren Nummern des ersten Halbfinales: eine leichtfüßige Dance-Pop-Nummer, die leider erst nach einer Minute in Fahrt kommt. Gleichzeitig nehmen aber auch die schiefen Töne von Leadsängerin Marija zu. Solche Songs gab es beim ESC schon wie Sand am Meer, da hilft auch der Reggae-Einschlag und das pinke Glanzkleidchen nicht weiter.

Kroatien: Franka – "Crazy"


Die kroatische Sängerin Franka gehört seit gut zehn Jahren zu den Pop-Stars ihrer Heimat. Sie gewann natürlich eine Casting-Show ("Showtime") und war auch beim heimischen Ableger von "Let's Dance" siegreich. Auf ihr liegt eine schwere Bürde, denn die Kroaten waren schon seit 2000 nicht mehr unter den Top 10. "Crazy" erinnert musikalisch an Nummern aus Strip-Shows. Hier geht es lasziv und wieder düster zu, hinzu kommt eine kleine, sehr geschickt gesetzte Jazz-Sax-Linie. Der Fokus der Inszenierung liegt eindeutig auf Franka, die mit starker Bühnenpräsenz und einer beeindruckenden Gesangsleistung punktet. Franka singt sich aus dem Wettquotentief glatt eine Runde weiter.

Österreich: Cesár Sampson – "Nobody But You"


Nettes Radio-Füllwerk mit Gospel-Note schicken unsere Nachbarn aus Österreich. Der Schock, mit Conchita Wurst den ESC 2014 gewonnen zu haben, sitzt offenbar so tief, dass man kein großes Risiko eingehen will, überhaupt das Finale zu erreichen. César Sampson ist ohne Zweifel ein solider Sänger, aber die – erneut – düstere Inszenierung mit Hebe-Bühne, die wie ein UFO anmutet, passt nicht zum hymnenhaften Song. Zudem gibt es einen Part, bei dem Sampson rennen muss – dementsprechend aus der Puste klingt er. In den Proben kamen zudem Schwierigkeiten in Sachen Technik und Dramaturgie hinzu.

Griechenland: Yianna Terzi – "Oniro Mou"


Die Helenen besinnen sich auf alte Qualitäten, nachdem es in den letzten Jahren mit einigen belanglosen Beiträgen steil bergab ging. Yianna Terzi singt einen melodischen Ethno-Pop-Titel, der vor 20 Jahren abgeräumt hätte, heute aber etwas altbacken wirkt. Yianna steht wie eine griechische Gottheit im weißen Wallegewand alleine im blauen Lichtermeer. Außerdem hat sie sich ihre Hand blau angemalt, was symbolhaft gemeint ist, aber eher nach einem Handmalfarbenunfall aussieht. Hoffentlich schmiert sie sich das Zeug nicht über den weißen Fetzen. Der folkloristische Titel wäre an sich eine Bereicherung für das Finale, aber leider konnte Yianna, die eigentlich sehr erfahren ist, bei den Proben stimmlich nicht hundertprozentig überzeugen. Das wird äußerst knapp für die Griechen.

Finnland: Saara Aalto – "Monsters"


Für Finnland geht die offen lesbische Sängerin Saara Aalto an den Start. Auch Saara sang sich schon durch etliche Casting-Shows. Außerdem trat sie in Musicals auf, veröffentlichte eine ganze Reihe von Singles und Alben und versuchte zweimal vergeblich, den finnischen Vorentscheid für sich zu entscheiden. Erst 2018 klappte es. Auf der Bühne geht mächtig die Post ab: Viel Pyrotechnik, ein beleuchteter Kristallkubus und scheußlich gekleidete Backgroundtänzer. Dazu schreit sich Saara die Seele aus dem Leib und man weiß nicht, ob dieses wirre Gebräu wirklich zu dem ansonsten sehr eingängigen Dance-Pop-Titel passt. Da hätte sie gemäß dem Titel wenigstens Lordi engagieren können.

Armenien: Sevak Khanagyan – "Qami"


Achtung, es wird wieder düster! Die Armenier besinnen sich ebenfalls wieder auf ihre Landessprache und legen erstmals seit 2009 einen in Armenisch gesungenen Song vor. "Qami" bedeutet "Wind" und logo, hier kommt dann auch die beliebte ESC-Windmaschine wieder zum Einsatz. Die braucht Sevak aber eigentlich nicht, denn der gestandene Kerl mit Vollbart überzeugt vor allen Dingen mit starker Stimme und seiner kraftvollen Ethno-Rock-Ballade, die Erinnerungen an den armenischen Beitrag von 2014 wachruft ("Not Alone" von Aram Mp3). Außerdem gibt es bei seinem schwarzen Anzug auch nicht viel zu wehen. Hoffentlich bleiben die um ihm herum aufgereihten Dominosteine stehen. Ein sehr starker Auftritt!

Schweiz: ZIBBZ – "Stones"


Das Geschwister-Duo Corinne "Co" und Stefan "Stee" Gfeller servieren uns mit ihrem Electro-Rock-Titel "Stones" treibende Beats, wie man sie sonst nur selten aus dem Alpenland hört. Die Schweizer haben ebenso wie wir Deutsche drei derbe Flops mit Sängerinnen hintereinander eingefahren – mit allen scheiterten sie bereits im Halbfinale. Auch dieses Jahr steht das Land wieder auf der Kippe, was weniger an der kraftvoll auftretenden Leadsängerin liegt, sondern an der starken Konkurrenz. Geht irgendwie unter.

Irland: Ryan O'Shaughnessy – "Together"


Bei Irlands Sänger Ryan liegt der ESC quasi im Blut: Sein Onkel Gary belegte für Irland beim ESC 2001 mit "Without Your Love" einen spektakulären 21. Platz. Um diesen zu erreichen, müsste Ryan erst mal das Halbfinale überstehen. Das wird mit der flügellahmen Ballade "Together" leider nicht gelingen. Total schade, denn hier gibt es den schwulsten Moment des gesamten ESCs zu bestaunen, denn wie schon im offiziellen Video-Clip tauchen während der Inszenierung zwei händchenhaltende Jungs auf der Bühne auf, die sich beim anschließenden Balztanz gefühlvoll umgarnen. Mehr zur Intention und auch Finnlands Saara Aalto in diesem Proben-Bericht aus queerer Sicht.

Zypern: Eleni Foureira – "Fuego"


Wie viele Songschreiber braucht man eigentlich für einen sommerlichen Dance-Song? Ganze fünf Personen haben das Lied "Fuego" geschrieben, das bis auf den spanischen Titel in Englisch präsentiert wird. Der scheußliche Promo-Clip ließ schon Böses ahnen, denn die gute Eleni, eine gestandene Größe der griechischen Musikszene mit vielen Hits und Auszeichnungen, liebt scheinbar üppiges Make-up und extravagante Fummel. Drag-Queen-Alarm! Auf der Bühne geht es nicht minder opulent zur Sache: Da fliegen die hüftlangen Haare, das Feuer brennt und auch sonst wirbeln Eleni und Tanzkollegen wild umher. Der Song ist zwar etwas billig, aber ragt mit seiner fröhlichen Stimmung und der grellen Inszenierung aus der Masse hervor, sodass die Zyprioten wie 2016 vor dem großen Bruder vom Festland ins Finale einziehen.


Jans Prognose:
Weiter kommen Aserbaidschan, Albanien, Belgien, Tschechien, Israel, Estland, Bulgarien, Kroatien, Armenien und Zypern.

Playlist-Direktlink | Playlist: Alle Musikvideos zum ersten Halbfinale

Deutschland darf erst beim zweiten Halbfinale am Donnerstag abstimmen. Dann gibt es unter anderem auch ein Wiedersehen mit dem norwegischen Sieger 2009, Alexander Rybak, sowie weitere leckere Jungs aus den Niederlanden, Serbien oder Schweden. In der Show ist auch kurz der deutsche Vertreter Michael Schulte zu sehen, der nach den Proben bei den Wettbüros ein paar Plätze stieg, am Sonntag aber Pech mit dem Los hatte: Er muss am Samstag beim Finale in der ersten Hälfte auftreten. Die genaue Startreihenfolge wird am Freitag festgelegt.


 Update  23.10h: Ergebnis des ersten Semis

Weiter ins Finale kommen, in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Bulgarien, Estland, Finnland, Irland, Israel, Litauen, Österreich, Tschechien und Zypern. Das waren so einige Überraschungen: Aserbaidschan ist etwa erstmals nicht im Finale vertreten, Irland hingegen ist zum ersten Mal seit 2013 wieder dabei. Die genauen Abstimmungsergebnisse werden erst nach dem Finale in der Nacht zum Sonntag veröffentlicht.

 Update  9.5., 0.35h: Losglück

Bei der Pressekonferenz der Sieger zogen diese zugleich Lose um die Startplätze im Finale. Der aktuelle Stand somit:
Erste Hälfte (Startplatz 1-13): Albanien, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Österreich, Portugal (#8), Spanien
Zweite Hälfte (14-26): Bulgarien, Finnland, Irland, Israel, Italien, Tschechien, Zypern
Die genaue Startreihenfolge wird in der Nacht zum Freitag von den Produzenten der Show festgelegt.



#1 herve64Profil
  • 08.05.2018, 07:48hMünchen
  • In Anbetracht der Tatsache, dass die Semifinals ausschließlich auf dem Spartensender "ONE" ausgestrahlt wird, den ich nicht empfange, ist der ESC für mich wertlos geworden.

    Als gebührenzahlender potenzieller Zuschauer wird man von einem öffentlich-rechtlichen Sender ja wohl wenigstens noch erwarten dürfen, dass derartige Veranstaltungen im Tatsache, dass Deutschland zu den Ländern gehört, die einen "Big Five"-Status inne haben und somit das Privileg besitzen, bereits für das Finale automatisch gesetzt zu sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 herve64Profil
  • 08.05.2018, 08:54hMünchen
  • Antwort auf #1 von herve64
  • GRRRR! Da fehlt schon wieder die Hälfte. Also noch mal:

    "In Anbetracht der Tatsache, dass die Semifinals ausschließlich auf dem Spartensender "ONE" ausgestrahlt werden, den ich nicht empfange, ist der ESC für mich wertlos geworden.

    Als gebührenzahlender potenzieller Zuschauer wird man von einem öffentlich-rechtlichen Sender ja wohl wenigstens noch erwarten dürfen, dass derartige Veranstaltungen im Hauptprogramm der ARD, also im "Ersten" ausgestrahlt werden, erst Recht in Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland zu den Ländern gehört, die einen "Big Five"-Status inne haben und somit das Privileg besitzen, bereits für das Finale automatisch gesetzt zu sein.

    Es ist ja wohl wirklich lächerlich: bei jeder Fußball-WM oder jeder Olympiade wird über jede noch so marginale unbedeutende Kleinigkeit in epischer Breite berichtet, für den ESC reicht es nicht einmal dafür, die beiden Semifinals im Hauptprogramm zu senden? Das geht gar nicht!!!"
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#4 FelixAnonym
  • 08.05.2018, 08:55h
  • Ich hoffe sehr, dass Irland ins Finale kommt.

    Erstens ist das eine wunderschöne Ballade und zweitens hat es noch nie zuvor beim ESC so viel offen gezeigte schwule Romantik gegeben.

    Wir wollen doch immer mehr Sichtbarkeit - hier bekommen wir sie.
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#5 NürnbergAnonym
  • 08.05.2018, 08:57h
  • Das ist die purste vorm von kitsch.

    Man kann den ESC in einem atemzug mit Rosaglitzereinhörnern, pink, plüschigen Haustieren oder einfach nur penetranz nennen.

    Warum diese GEZ verbrennungsshow auch noch mit Gay assoziert wird kann ich nicht verstehen.

    naja ist ja irgendwo geschmackssache aber

    #wenndasschwulistbinichesnicht
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#6 TimonAnonym
  • 08.05.2018, 09:55h
  • Antwort auf #5 von Nürnberg
  • Die Geschmäcker sind halt verschieden.

    Ist doch auch gut so und das macht die Welt erst bunt und vielfältig. Stell Dir mal vor, wir würden alle dieselbe Musik hören, die selben Filme gucken, dasselbe Essen mögen, gleich aussehen, auf dieselben Leute stehen, etc.

    Wenn Du den ESC nicht magst, ist das vollkommen okay. Aber akzeptiere bitte genauso, dass andere ihn mögen.

    Und ja, manchmal gibt es da skurrile Beiträge, die manchmal sogar gewinnen. Aber genauso gibt es auch viele tolle Beiträge.
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#7 ursus
#8 preiswertAnonym
  • 08.05.2018, 11:06h
  • Antwort auf #5 von Nürnberg
  • >Warum diese GEZ verbrennungsshow auch noch mit Gay assoziert wird kann ich nicht verstehen.

    Abseits von der Frage, was einen gefällt und unterhält, zwei Dinge: Die Show ist, solange man sie nicht ausrichtet, günstiger als ein regulärer TV-Samstagabend und erzielt dabei hohe Quoten. Und sie hat für queere Akzeptanz viel erreicht (Dana International, Verka Serduchka, Conchita), speziell in der Wirkung in "Problemländer" hinein
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#9 GerritAnonym
  • 08.05.2018, 11:43h
  • Antwort auf #4 von Felix
  • Ich hoffe auch, dass Irland ins Finale kommt.

    Denn die Semifinals werden ja nicht von ganz so vielen Leuten gesehen. Aber das Finale am Samstag wird weltweit ausgestrahlt und es wäre toll, wenn so viel schwule Sichtbarkeit auch dort zu sehen ist.

    Gerade auch, damit das in Homohasser-Staaten ebenfalls sichtbar ist und damit noch mehr Menschen erkennen, wie selbstverständlich und alltäglich schwule Liebe ist.

    Das wäre wirklich wichtig. Und das Lied ist ja auch sehr schön.

    Da Deutschland leider nicht mit abstimmen darf, hoffe ich auf die Länder, die abstimmen dürfen - z.B. Österreich, die Schweiz, Belgien, etc.
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#10 LorenProfil
  • 08.05.2018, 11:56hGreifswald
  • Antwort auf #7 von ursus
  • Da geht es wohl eher um den Unterhaltungsfaktor.
    In Relation zum "Tatort" kostet der Eurovision Song Contest Das Erste soviel wie 30 Minuten einer "Tatort"-Folge (ca. 0,4 Mio. Euro zu 1,2 Mio. Euro). Warum dieser Sender diese vergleichsweise preiswerte Show nicht total "abschöpft", sondern 2 von 3 Sendungen in so gen. "Spartensender" abdrängt, wird wohl das Geheimnis der Verantwortlichen dort bleiben (die ja bei diesem Format desöfteren daneben liegen).

    Was Entertainment angeht, scheint man hierzulande generell nicht hohe Ansprüche zu hegen. Was Musik-TV insbesondere angeht, ist man bei den öffentlich-rechtlichen Sendern offenbar der Meinung, dass Volkstümliches und Pop von der Stange das Maß aller Dinge für ein älter werdendes Publikum sind, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass z.B. Mick Jagger oder Paul McCartney mittlerweile Mitte 70 sind.

    Beim diesjährigen ESC wird aus meiner Sicht vorwiegend formalisierter Pop bar jeglicher Überraschungsmomente angeboten (von 3,4 Ausnahmen abgesehen). Mutlos, kraftlos, ideenarm.
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