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Sachsen-Anhalt

Weiter Auseinandersetzung um "abartige" schwule Kunst

Der Berufsverband Bildender Künstler kritisiert die Merseburger Museumsdirektorin, weil sie ein schwules Kunstwerk als "abartig" bezeichnet hatte. Es sei aber in Ordnung, dass das Werk aus Jugendschutzgründen nur eingeschränkt zugänglich ist.


Das Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg will seinen Bürgern das Durchblättern durch die "abartigen" Collage-Hefte nicht erlauben – angeblich aus Jugendschutzgründen (Bild: Silas Schmidt von Wymeringhausen)

Im Streit um das Kunstwerk "Cruising" hat der Vorstand des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Sachsen-Anhalt die Wortwahl der Museumsdirektorin Karin Heise kritisiert, die die von Silas Schmidt von Wymeringhausen erstellte Sammlung von Collageheften als "abartig" bezeichnet hatte. Das Kunstwerk zum Thema schwuler Sex wird in Heises Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg in der vom BBK organisierten Ausstellung "Generell frisch" gezeigt. Nachdem die Arbeit von der Direktorin als "abartig" gewertet worden war, wurde es nur in einer zensierten Fassung hinter Glas ausgestellt (queer.de berichtete).

Der BBK-Vorstand kritisierte in einer Pressemitteilung vom Montag "ausdrücklich" die Wortwahl, "die wir als eine persönliche und äußerst unpassende Reaktion von Frau Dr. Heise ansehen, mit der wir uns nicht identifizieren". Allerdings beharrt der Berufsverband darauf, dass das Werk aus Jugendschutzgründen nur unter Auflagen gezeigt werden dürfe. "Dies wäre bei vergleichbaren heterosexuellen Darstellungen nicht anders gewesen", erklärte der Vorstand.

"Als Verband sind wir dazu angehalten, mit Augenmaß zu handeln. So kurz vor der Eröffnung waren wir froh, eine Lösung zu finden, mit der sich alle Beteiligten einverstanden erklärt haben", so der Vorstand weiter. Der Künstler hatte im Gespräch mit queer.de allerdings erklärt, dass er sich mit den Bedenken kurz vor der Eröffnung zu dem "Kompromiss" genötigt gefühlt habe. Er stufte den Vorfall als Zensur und Diskriminierung aus Abneigung gegenüber Homosexuellen ein.

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Keine Entschuldigung des Museums

Silas Schmidt von Wymeringhausen erklärte am Dienstag gegenüber queer.de, dass sich weder die Direktorin noch ein anderer Repräsentant des Museums für die Beschimpfung seines Werkes als "abartig" entschuldigt hätten. Er versuche nun aber mit Hilfe eines Professors der Hochschule Merseburg, eine Diskussionsveranstaltung zum Thema in den nächsten zwei Wochen auf die Beine zu stellen.

Noch ist unklar, ob das Museum Interesse an einer derartigen Veranstaltung hat. Vergangene Woche zeigte sich die Pressesprecherin gegenüber queer.de noch irritiert über die Kritik des Künstlers und drohte sogar mit rechtlichen Schritten gegen Schmidt.

Der BBK bekundete dagegen in seiner Pressemitteilung Interesse an "etwaigen Diskussionen" und äußerte den Wunsch, "dass die Abbildungen der streitbaren Teile des Werkes bereit gestellt werden, um eine fundierte Auseinandersetzung zu ermöglichen". (dk)



#1 vn_hinten_genommenAnonym
  • 08.05.2018, 18:37h
  • Gut, dass die Äußerung der Museumsdirektorin vom BKK kritisiert wurde. Das mit dem Jugendschutz sehe ich nicht als Problem. Die Teenager werden bei den Heften keinen Schaden davontragen. Es gibt 16 jährige, die bereits eine erste sexuelle Erfahrung gemacht haben. Wenn in dem Museum eine Führung angeboten wird, wo Fragen beantwortet werden können, ist das in Ordnung, auch aus pädagogischer Sicht.
    Was Kinder betrifft (3-6 jährige) können die Hefte in einer bestimmten Höhe an die Wand angebracht werden, dass Kinder nicht selbstständig diese Hefte erreichen. Somit ist das auch geregelt.

    Was der Künstler nun mit einer Diskussion auf die Beine stellen möchte, finde ich sehr positiv. Schade, dass das nicht vom Museum aus auf die Beine gestellt wird. Aber ich hoffe wenigstens, dass auch die Museumsdirektorin mitdabei sein wird, so dass wirklich eine gute, faire Gesprächsrunde entsteht mit respektvollem und lösungsorientiertem Umgang.
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#2 EulenspiegelAnonym
  • 08.05.2018, 18:56h
  • Antwort auf #1 von vn_hinten_genommen
  • "Was Kinder betrifft (3-6 jährige)"

    Hier geht also der verrückte Quatsch von den Kindern, die als Schulkinder angeblich keine Kinder mehr sind, in die nächste Runde.
    Aber wenn jemand die eigene Ignoranz auch noch mit trotziger Geste stolz vor sich herträgt, kann man nur kopfschüttelnd vor der Dummheit, die sich als Sieger fühlt, resignieren.
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#3 Ith_Anonym
  • 08.05.2018, 19:43h
  • Spricht im Gesamtbild leider für eine bedenklich einengende Sexualmoral, aber gut...

    Es ist halt schon be- und einschränkend, eine künstlerische Darstellung, die aus Heften besteht, wegzuschließen, so dass der Großteil davon nicht sichtbar wird. Ich bin ja selber mehr für Einzelexemplare, da kann man dann auch mal ein ausgewähltes Bild weglassen, ohne dass gleich ein halbes Dutzend mehr mit weggeschlossen wird und ungesehen bleibt ... aber gut, hat der Künstler als Form so gewählt, muss man respektieren.

    Und sollte man mEn auch als Gastgeber respektieren, wenn man jemanden einlädt. Dass da unter Druck und in der Hektik kurzfristig zugestimmt und sich einverstanden erklärt wurde, würde ich dabei nicht gelten lassen. Was für ein fauler Kompromiss solche Dinge sind, weiß doch jeder, der im eigenen Umfeld diskriminierende Kommentare herunterschluckt oder sich auf die Schnelle gar selbst am "lass gut sein" beteiligt, obwohl nichts gut gewesen ist. Wenn der Druck stimmt, und die befürchteten Konsequenzen, dann lässt man sich Dinge gefallen, die im Nachhinein und bei ehrlicher Betrachtung so gar nicht akzeptabel sind. Und dass man sich im Nachhinein ärgert, überrumpelt worden zu sein - denn mit so einem Verhalten rechnet ja niemand - und das eigene spontane Einverständnis nicht okay findet, würde ich in so einem Zusammenhang für einigermaßen normal halten.

    Schade, dass die Lehre gezogen werden muss, dass man mit so etwas (Reaktion und Maßnahme Wegschließen) offenbar rechnen muss oder müsste.
    Und selbst wenn ein/e Jugendliche/r oder Kind da etwas zu sehen bekäme, das er/sie nicht gleich versteht - gibt's halt ein paar Nachfragen bei den hoffentlich aufgeklärten Eltern und gut.
    Ich hab ja bei der Ausrede "Jugendschutz" ganz oft die Vermutung, dass nicht die jungen Leute geschützt werden sollen, sondern die Eltern und Lehrer, die sich auf einmal der eigenen Verklemmtheit gegenüber sähen. Und die hätten von einer offenen Ausstellung vielleicht ja etwas lernen können. Müssen sie jetzt wohl drauf verzichten.
    Schade.
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#4 SchwulerMannAnonym
  • 08.05.2018, 19:48h
  • Antwort auf #2 von Eulenspiegel
  • Vor was willst du die "Kinder" eigentlich schützen?
    Davor, das sie homosexuell werden könnten wenn sie sich das Kunstwerk anschauen dürfen.....
    Wieder mal ein astreiner Selbsthasser, dafür gibt es hier in diesem Land Seminare. Nennt sich Konversionstherapie......
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#5 ReyMAnonym
#6 EulenspiegelAnonym
  • 08.05.2018, 20:04h
  • Antwort auf #4 von SchwulerMann
  • Muss ich mich hier für Aussagen rechtfertigen, die man mir einfach in den Mund legt?
    Nein, muss ich nicht.
    Lies, was ich schreibe, interpretiere nichts hinein, was da gar nicht steht und reg dich wieder ab.
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#7 von_hinten_genommenAnonym
#8 EulenspiegelAnonym
#9 la_passanteAnonym
  • 09.05.2018, 03:23h
  • Ahja, der "Jugendschutz" mal wieder. Die typische deutsche ewiggestrige Zensurheuchelei. Ich kenne kein anderes Land, das seine Jugend derart belügt wie Deutschland.
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#10 userer
  • 09.05.2018, 09:35h
  • Antwort auf #6 von Eulenspiegel
  • Das Problem scheint mir zu sein, dass du so gut wie gar nichts Inhaltliches gesagt, sondern vorwiegend Beleidigungen auf den Tisch gehauen hast. Vielleicht klappt es ja besser, wenn du im Tonfall der Vernunft zu sagen versuchst, was du meinst. Geht das?
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