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Festakt am 3. Juni

Bundespräsident gedenkt homosexueller NS-Opfer

Erstmals nach zehn Jahren besucht mit Frank-Walter Steinmeier ein deutsches Staatsoberhaupt das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.


Beim Festakt am 3. Juni zum zehnten Jahrestag des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede (Bild: Bundesregierung / Steffen Kugler)

Bei der Einweihung des Berliner Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am 27. Mai 2008 war die Bundesregierung lediglich mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) vertreten – zum zehnten Jubiläum schaut nun sogar der Bundespräsident vorbei. Bei einem Festakt am 3. Juni, den die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zusammen mit dem LSVD und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ausrichtet, wird Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier (SPD) eine Rede halten.

Bei der Veranstaltung im Freien direkt am Mahnmal im Tiergarten sollen außerdem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), LSVD-Vorstand Günter Dworek und Gulya Sultanova vom russischen LGBTI-Filmfestival "Side by Side" zu Wort kommen. Durch den Festakt, der vom Duett Radio Corel musikalisch begleitet wird, führt Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.


Bei der Einweihung des Denkmals am 27. Mai 2008 (Bild: Paul David Doherty / wikipedia)

Zur Teilnahme am Festakt ist eine bestätigte Anmeldung bis 28. Mai an die E-Mail-Adresse veranstaltungen@stiftung-denkmal.de nötig. Alle Informationen bietet diese Einladungskarte im PDF-Format.

Das Denkmal wurde vom Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset
entworfen und auf Beschluss des Deutschen Bundestages gebaut. Es soll die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ehren und zugleich "ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen".

Das Denkmal erhält auch einen neuen Film

Ab dem 3. Juni wird im Sichtfeld des Beton-Quaders auch ein neuer Kurzfilm der israelischen Videokünstlerin Yael Bartana gezeigt. Das Konzept für den Clip hatte Anfang des Jahres in einem nicht öffentlichen Wettbewerb den Zuschlag eines internationalen Gutachtergremiums bekommen (queer.de berichtete). Details zum Inhalt wurden bislang nicht bekannt.

In den vergangenen zehn Jahren hatte der Denkmal-Clip immer wieder zu Irritationen geführt. Laut dem ursprünglichen Konzept von Elmgreen und Dragset wurde zunächst in Endlosschleife ein Kuss zwischen zwei Männern gezeigt. Dies führte zu Protesten von Frauenorganisationen. Noch vor seiner Einweihung startete unter anderem die Zeitschrift "Emma" eine Kampagne, damit auch lesbische Küsse im Mahnmal zu sehen sind (queer.de berichtete). Schließlich wurde ein entsprechender Clip mit gemischten Paaren gedreht, der dann von 2012 bis 2014 zu sehen war.

Danach wurde wieder der ursprüngliche rein männliche Film gezeigt. Anfang 2017 identifizierte allerdings ein Tourist aus Dänemark einen der beiden Männer als dänischen Nationalisten, der mehrfach mit rassistischen und sexistischen Äußerungen aufgefallen sein soll (queer.de berichtete). Zum Zeitpunkt des Filmdrehs soll sich der Mann noch nicht öffentlich menschenverachtend geäußert haben. Daraufhin wurde das Video erneut durch den schwul-lesbischen Clip ausgetauscht (queer.de berichtete). (cw)



#1 Patroklos
#2 LebosLesbosAnonym
  • 13.05.2018, 11:55h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Egal zu welchem Thema, Hauptsache irgendwas kommentieren, gell?!
    Im übrigen muss niemand einem Präsidenten danken, denn er vertritt das Volk und daher muss das Volk ihm dafür nicht danken. Zumal es eine Selbstverständlichkeit ist, dass der Bundespräsident bestimmte Mahnmale an bestimmten Tagen besucht, dort Reden hält und Stellung bezieht. Kniefällige Ergebenheit ist fehl am Platz
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#3 AndreAnonym
#4 goddamn liberalAnonym
  • 13.05.2018, 12:47h
  • Antwort auf #2 von LebosLesbos
  • "Im übrigen muss niemand einem Präsidenten danken, denn er vertritt das Volk und daher muss das Volk ihm dafür nicht danken."

    Na ja,

    in diesem ganz konkreten Fall ist das Volk das deutsche Volk, das bis heute nie viel Mitgefühl für die Opfer seiner Politik entwickeln konnte. Ich gehöre da nur ungern dazu.

    Und angesichts der Faktenlage bin ich Herrn Steinmeier durchaus dankbar.

    In meinem Geburtsjahr war nämlich der Paragraf, nach dem unsereiner ins KZ verfrachtet wurde, noch gültig.

    Die Schnecke Fortschritt kriecht also selbst im Land des rosa Winkels.
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#5 Ralph
  • 13.05.2018, 13:08h
  • Vergessen wir bei dieser Gelegenheit nicht, dass erst Bundespräsident Richard v. Weizsäcker überhaupt Homosexuelle als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt hat. Keiner seiner Vorgänger hatte das getan. Sogar viele Opferverbände trennten noch Jahre später sauber in "echte" Opfer, vornehmlich Juden, politisch Verfolgte, Widerstandskämpfer, Behinderte, und bloß bestrafte Asoziale wie "Zigeuner" oder bloß bestrafte Verbrecher wie Schwule und Deserteure. Der Rosa-Winkel-Gedenkstein im KZ Dachau z.B. durfte erst Ende der 90er in der Gedenkstätte aufgestellt werden; vorher hatte das Komitee der ehem. KZ-Insassen das verhindert. Es ist besonders dem jüngst verstorbenen Max Mannheimer zu danken, dass diese Diskriminierung von Opfern durch Opfer ein Ende fand. Und aus der allerjüngsten Zeit: In Kaiserslautern wurde, als man begann, Stolpersteine zu setzen, jahrelang verhindert, dass auch einer für einen schwulen Mann installiert wurde. Erst im dritten Anlauf gelang das. Unter diesen Umständen ist es in der Tat ein Zeichen von hohem Wert, dass der amtierende Bundespräsident persönlich dieser Opfergruppe in einer öffentlichen Veranstaltung gedenkt. Das entzieht denen, die immer noch eine Gedenkkultur ohne Schwule praktizieren wollen, endgültig den Boden. Traurig freilich, dass man darauf 73 Jahre lang warten musste.
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#6 von_hinten_genommenAnonym
#7 von_hinten_genommenAnonym
  • 13.05.2018, 15:34h
  • Wie wäre es, wenn Frau Merkel auch mal ihr Gesicht bei diesem Gedenken zeigt? Sie ist immerhin Bundeskanzlerin und ihre Partei hat die Rehabilitation umgesetzt (wenn auch nur ungenügend).
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#8 TheDadProfil
  • 13.05.2018, 15:52hHannover
  • Antwort auf #7 von von_hinten_genommen
  • ""Wie wäre es, wenn Frau Merkel auch mal ihr Gesicht bei diesem Gedenken zeigt?""..

    Zum Glück für die hier lebende Bevölkerung leistet sich diese Demokratie neben dem Kanzler-Amt, und das meint nicht das Gebäude in Berlin, einen Bundespräsidenten-Amt als Repräsentanten..
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#9 TheDadProfil
#10 gatopardo
  • 13.05.2018, 16:15h
  • Durch millionenfache Vernichtung der Menschen jüdischer Herkunft sind homosexuelle Opfer kaum an die Öffentlichkeit gedrungen. Ich bin Jahrgang 1941 und erinnere mich auch deutlich an weniger bedauernde Kommentare meiner Mitmenschen der 50er und 60er Jahre , wenn einmal über homosexuelle Opfer in den KZs gesprochen wurde. Steinmeiers Gedenken ist ein Meilenstein, wie immer man auch politisch zu ihm stehen mag.
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