Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?31178

Geldspielautomaten

Viele Wirte klagen über die restriktive Glücksspielverordnung

Aufgrund nochmals verschärfter Vorschriften dürfen seit diesem Jahr in vielen Schankwirtschaften nur ein bis maximal zwei Automaten aufgestellt werden.


Die ehemals als "einarmige Banditen" verschrieenen Geldspielautomaten liegen voll im Trend (Bild: Andreas Trojak / flickr)
  • 16. Mai 2018, 20:24h, noch kein Kommentar

Dass Spielen süchtig machen kann, ist allgemein bekannt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Gesetze und Verordnungen erlassen werden, um das Glücksspiel nicht ausufern zu lassen oder allzu leicht für Minderjährige zugänglich zu machen. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Automatenspiele bei Erwachsenen sehr beliebt sind. Die Ordnungsämter gehen jedoch sehr restriktiv vor und bringen mittlerweile auch den einen oder anderen Wirt mit zwei oder drei Automaten in der Bar in Bedrängnis.

Manipulation ausgeschlossen

Die ehemals als "einarmige Banditen" verschrieenen Geldspielautomaten liegen sogar voll im Trend. Es handelt sich auch keineswegs um manipulierte Geräte, die nur dazu da sind, den Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Aufsteller von Bally Wulff, Merkur oder Novomatic funktionieren alle nach dem Zufallsprinzip. Die Fairness beim Spielablauf wird von unabhängigen und anerkannten TestLabs wie eCogra oder iTechLabs überprüft, bevor die Programme auf den Markt kommen und die Auszahlungsraten der Spiele werden veröffentlicht.

Aus dem beim Casino- oder Automatenbetreiber verbleibenden Hausvorteil müssen die Verwaltungskosten, Lizenzgebühren und der Gewinn bestritten werden. Es ist praktisch wie beim Roulette. Der beim Roulette statistisch feststehende Hausvorteil liegt immer bei etw 2,7 %. Das bedeutet, dass statistisch gesehen immer 97,3 % an die Spieler zurückfließen. Es handelt sich um die von allen anerkannten Regeln des Spiels. Natürlich werden, wie beim Lotto übrigens auch, Leute verlieren und gewinnen und einige ehen mit Plusminus null aus dem Spiel. Wer die aktuell beliebtesten Spiele wie Gonzo's, Fruit Spin oder Asgardian Stones kostenlos ausprobieren möchte, kann sie zum Beispiel im Sunny Player testen.

Wo liegt das Problem?

Aufgrund nochmals verschärfter Vorschriften dürfen seit 2018 in vielen Schankwirtschaften nur ein bis maximal zwei Automaten aufgestellt werden. Sind mehr Spielgeräte vorhanden, müssen sie abgebaut werden. Das ist für viele Wirte insoweit problematisch, als dass sie aus den Provisionen zumindest einen Teil ihrer Pacht decken müssen und langfristig kalkuliert haben. Sind die Lieblingsspiele der Gäste nicht mehr da, gehen sie woanders hin. Bei vielen ist das Vertrauen in bestehende Regelungen schon verloren gegangen. Dabei sind es oft die Wirte, die den Spielern auf die Finger schauen. Schon im eigenen Interesse kann ihnen nicht daran gelegen sein, dass Spieler die Rechnung anschließend nicht bezahlen.

Sie üben damit auch eine soziale Kontrolle aus. Minderjährige dürfen nicht nur nicht spielen, die meisten Barbesitzer schalten sogar wie vorgeschrieben die Automaten aus, wenn erkennbar unter achtzehnjährige in der Bar sitzen. Genauso, wie penibel auf das Alkoholverbot für Minderjährige geachtet wird. Das allerdings kann nicht verhindern, dass nun verstärkt Kontrollen in den Eckkneipen und Bars stattfinden, die für viele eine Art ausgelagert Wohnzimmer.

Die Gäste fühlen sich ebenfalls gegängelt. Viele sagen, dass die staatlichen Maßnahmen die Falschen treffen, da sich das Gesetz vor allem gegen die Spielotheken wenden sollte, die sie oft für "Geldwaschanlagen halten". Den Drang zum Glücksspiel selbst wird man damit nicht bekämpfen können, da man sich auch online im Casino anmelden kann und damit der staatlichen Aufsicht entzogen ist.

Online Glücksspiel

Ein wenig schizophren ist es schon. Wer sich im Online-Casino anmeldet, spielt legal, egal, ob Roulette oder an den Automaten. Der Anbieter muss jedoch eine Lizenz aus einem EU-Staat besitzen. Physische Automaten werden dagegen reihenweise abgebaut und vielfach wird den Spielern generell problembehaftetes Spielen unterstellt, nur weil öffentlich sichtbar gespielt wird.

Online-Casinos sprießen in der Tat wie die Pilze aus dem Boden. Der Trend hält schon seit Jahren an und ein Ende des Wachstums in der Branche ist nicht in Sicht. Ein das liegt am heute wesentlich unverkrampftere Umgehen eines Großteils der Leute mit dem Spielen um echtes Geld und im gegenüber früher stark verbesserten Angebot der Online-Casinos.

Entertainment steht im Vordergrund

Es werden heutzutage 3D-Slots mit vielen Video- und Bonus-Features geboten, die das Gambling praktisch in ein umfassendes Entertainment-Programm einbinden. Es gibt interaktive Spielsequenzen, die stark an ein Videospiel erinnern und die Grenzen zum Gaming verschwinden lassen. Das Angebot umfasst zudem viele kostenlose Automatenspiele.

Stark nachgefragt sind ebenfalls die Live-Dealer-Games. Hier können sich die Player via Streaming in echte Spielbanken zuschalten und ihre Einsätze direkt auf einen der zahlreichen Roulette- oder Black Jack-Tische legen. Auch die Online-Poker-Euphorie ist nach wie vor ungebrochen. Die Einsätze werden immer höher und mancher sieht hier angesichts historisch niedriger Zinsen sogar die Gelegenheit mit einer Strategie mehr aus seinem Geld zu machen.

Online-Spiele ebenfalls nur für Erwachsene

Die Online-Casino sind jedoch auch dazu verpflichtet, zu verhindern, dass sich Minderjährige anmelden und im Casino spielen. Das klappt durch die gängige Verifizierung über den Personalausweis und anhand von Telefon- oder Stromrechnungen auf den Namen des Spielers erstaunlich gut. Außerdem wird den Playern die Möglichkeit gegeben, persönliche Limits für Einzahlungen und Einsätze von vornherein selbst festzulegen. Etwas Eigenverantwortung verbleibt jedoch immer beim Spieler. (ak)