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Republikanischer Gouverneur unterschreibt Gesetz

Maryland verbietet "Heilung" von LGBTI-Jugendlichen

In einem weiteren US-Bundesstaat ist die "Heilung" von queeren Jugendlichen gesetzlich untersagt worden.


Gouverneur Larry Hogan setzt das Verbot von "Konversionstherapien" mit seiner Unterschrift in Kraft

  • 16. Mai 2018, 13:16h
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    Annapolis

Larry Hogan, der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Maryland, hat am Dienstag ein Gesetz zum Verbot von sogenannten Konversionstherapien an Jugendlichen unterzeichnet, deren Ziel es ist, die Homo- oder Transsexualität der Minderjährigen zu "heilen". Das "Gesetz zum Schutz der psychischen Gesundheit von Jugendlichen" (SB 1028) verbietet Ärzten, Psychologen oder anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen entsprechende Angebote.

Zuvor hatten beide Kammern des Parlaments in der Hauptstadt Annapolis mit deutlicher Mehrheit für den Gesetzentwurf gestimmt. Der Senat befürwortete das Verbot mit 34 zu zwölf Stimmen, im Abgeordnetenhaus endete die Abstimmung mit 95 zu 27.

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Bewegendes Coming-out

Eine der größten Befürworterinnen des Gesetzes war die republikanische Parlamentsabgeordnete Meagan Simonaire. Sie hatte sich in einer bewegenden Rede im Parlament als Bisexuelle geoutet und davon berichtet, wie sie als Teenagerin vor ihren Eltern zunächst geheim gehalten habe, dass sie sowohl Männer als auch Frauen sexuell attraktiv findet – als sie ihnen doch davon erzählte, hätten ihre Eltern Homo-"Heiler"-Camps für sie gesucht. Obwohl sie am Ende nicht in eines dieser Camps geschickt wurde, habe sie allein die Ablehnung ihrer sexuellen Orientierung durch die Eltern sehr belastet. Sie habe sich zu diesem Zeitpunkt selbst gehasst und sei depressiv geworden, erzählte sie.

Ihr Vater, der seit 2007 als Republikaner im Senat von Maryland sitzt, zeigte sich von den Appellen seiner Tochter unbeeindruckt: Bryan Simonaire stimmte gegen das Verbot. Er sagte auch, dass er mit dem "Lebensstil" seiner Tochter nicht einverstanden sei.


Die Abgeordnete Meagan Simonaire mit ihrem Vater Bryan, der ihre Bisexualität nicht akzeptieren möchte (Bild: Facebook / Delegate Meagan Simonaire)

Bislang verbieten elf Bundesstaaten die "Heilung" von homosexuellen und transsexuellen Jugendlichen. Dabei handelt es sich um New Jersey, Kalifornien, Oregon, Illinois, Vermont, New Mexico, Connecticut, Rhode Island, Nevada, Washington und Maryland. Kürzlich stimmten auch die Parlamente von Hawaii und New Hampshire für derartige Verbote, die noch von den jeweiligen Gouverneuren unterzeichnet werden müssen. In rund einem Dutzend weiterer Bundesstaaten gibt es ähnliche Initiativen. In Kalifornien gibt es sogar einen Anlauf, "Konversionstherapien" generell – also auch an Erwachsenen – zu verbieten (queer.de berichtete).

Psychologenverbände warnen bereits seit Jahren davor, dass Homosexuelle mit derartigen "Therapien" in den Selbstmord getrieben werden könnten. Der Weltärztebund verabschiedete 2013 eine Stellungnahme, nach der derartige Behandlungen "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien (queer.de berichtete). In Deutschland dürfen Homo-"Heiler" trotzdem weiterhin aktiv sein: Die Bundesregierung hatte im letzten Jahr erklärt, dass sie "Konversionsthreapien" zwar ablehne, aber keinen Grund sehe, diese zu verbieten (queer.de berichtete). Für ein Verbot spricht sich aktuell eine Online-Petition an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus. (dk)