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Staatshomophobie

Nach Festnahme des Organisators: CSD Beirut abgesagt

Rückschlag für LGBTI-Aktivisten im Libanon: Die Behörden zwangen die Pride-Organisatoren dazu, alle Veranstaltungen abzusagen.


Der CSD Beirut sollte noch bis Sonntag stattfinden (Bild: Instagram / Beirut Pride)

Die Veranstalter des Pride-Woche in Beirut haben angekündigt, dass sie auf Druck der Behörden alle weiteren Veranstaltungen abgesagt haben. Der CSD war letztes Wochenende mit einer Veranstaltung für Eltern von queeren Menschen gestartet und sollte noch bis Sonntag andauern.

Die Absage erfolgte nach der Festnahme von Organisator Hadi Damien. Er erklärte, er sei am Montag von Beamten bei einer CSD-Lesung mit mehreren Dutzend anderer Personen festgenommen und auf die Polizeiwache gebracht worden, wo er und andere Aktivisten die Nacht verbringen mussten. Am Dienstag habe ihm ein Beamter eröffnet, dass alle freigelassen werden würden, sofern er alle weiteren Veranstaltungen absagen würde. Für den Fall einer Weigerung seien ihm und den Mitaktivisten Ermittlungen nach Paragraf 534 in Aussicht gestellt worden, der "widernatürliche" sexuelle Handlungen unter Strafe stellt. Zwar haben libanesische Gerichte mehrfach entschieden, dass Homosexualität nicht unter den Paragrafen fällt, allerdings wird er immer wieder von der Polizei genutzt, um gegen Schwule und Lesben vorzugehen.

I'm out. #beirutpride2018

Gepostet von Hadi Damien am Dienstag, 15. Mai 2018
Facebook / Hadi Damien | Hadi Damien teilte am Dienstagnachmittag auf Facebook mit, dass er freigelassen wurde

Damiens Anwältin Laial Sakr erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, die Polizei habe Paragraf 534 zur Einschüchterung gegen ihren Klienten verwendet. Es sei möglich gewesen, dass er wegen Gummiparagrafen über "öffentlichen Anstand" zu einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren verurteilt werden könnte. Daher empfahl sie ihm, das Event abzusagen.


Auf ihrer Homepage geben die Organisatoren die Absage des Beirut Pride auf Englisch und Arabisch bekannt

Erster CSD der arabischen Welt

Der CSD in Beirut war erstmals im letzten Jahr veranstaltet worden – es handelte sich dabei um den ersten Pride in der Region abseits des LGBTI-freundlichen Landes Israel. Islamistische Gruppe drohten mit Attacken auf die geplante CSD-Demonstration; diese wurde am Ende aus Sicherheitsgründen abgesagt. In diesem Jahr war keine Demonstration geplant.

May 16, 2018 Proud Lebanon firmly condemns this year?s official pressures to silence the peaceful and awareness…

Gepostet von Proud Lebanon am Mittwoch, 16. Mai 2018
Facebook / Proud Lebanon | Statement von "Proud Lebanon"

Die Bevölkerung des multireligiösen Libanon – knapp über die Hälfte sind Muslime und rund 40 Prozent Christen – ist äußerst homophob eingestellt. 70 Prozent halten laut Umfragen Homosexualität für unnatürlich. Dennoch gilt das Land im Vergleich zu anderen arabischen Ländern, in denen Homosexuellen lange Haftstrafen oder Schlimmeres drohen, als relativ liberal. (dk)



#1 Gott_mit_unsAnonym
  • 17.05.2018, 12:44h
  • Der Libanon ist doch nicht multireligiös. Die Bevölkerung hängt zu 99% der abrahamitischen Religion an. Abrahamismus ist Staatsreligion und es ist in der dortigen Verfassung sogar festgelegt, dass die höchsten Regierungsposten nur von Anhängern exakt dieser archaischen Ideologie besetzt werden dürfen.
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