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Nächster Schritt

US-Gesundheitsbehörde lässt PrEP für Minderjährige zu

Die Pille zum Schutz von HIV gab es bislang nur für Menschen über 18 Jahre. In Amerika ist das ab sofort anders.


PrEP gilt als Erfolgsgeschichte der Pharmaindustrie – und wird weltweit immer populärer (Bild: NIAID / wikipedia)

Das Pharmaunternehmen Gilead Sciences hat am Dienstag bekannt gegeben, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA das Medikament Truvada auch als Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) für Personen unter 18 Jahren zugelassen hat. Das vorbeugende Medikament für HIV-Negative, um sich vor einer Infektion zu schützen, kann damit von Ärzten an Personen jeglichen Alters verschrieben werden, die mindestens 35 Kilo wiegen und HIV-negativ getestet worden sind.

2012 hatte die FDA das Medikament bereits für Erwachsene zugelassen. Die Kombination der Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil gilt seither als Erfolgsgeschichte. Die Gesundheitsbehörde CDC hat 2015 empfohlen, dass Menschen mit besonders hohem Risiko das Medikament einnehmen sollten – darunter laut CDC rund ein Viertel der sexuell aktiven schwulen und bisexuellen Männer, die HIV-negativ sind (queer.de berichtete). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stimmt dieser Einschätzung zu und hat deshalb im Juni 2017 die PrEP-Wirkstoffe in die Liste der "unentbehrlichen Arzneimittel" aufgenommen (queer.de berichtete).

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PrEP in Komination mit anderen Safer-Sex-Praktiken verwenden

Laut Gilead werde das Medikament insbesondere männlichen Jugendlichen empfohlen, die Sex mit Männern haben. Dabei seien auch andere Safer-Sex-Praktiken wichtig, so der Konzern: "Truvada als PrEP soll nicht andere Präventionsmaßnahmen wie Kondome ersetzen, sondern in Kombination mit anderen Strategien wie vorgeschrieben eingenommen werden. Truvada hat Potenzial demonstriert, dabei zu helfen, die Zahl der neuen HIV-Infektion zu reduzieren."

Anlass für die Zulassung ist eine Studie zum Thema, die vergangenes Jahr veröffentlicht wurde: Forscher aus Chicago hatten die Wirksamkeit des Medikamentes unter Jugendlichen nachgewiesen (queer.de berichtete).

Wann und ob die PrEP-Zulassung für Jugendliche in Europa erfolgt, ist noch nicht klar. Die Europäische Kommission ließ die Nutzung für Erwachsene erst im Sommer 2016 zu – und damit vier Jahre später als die Amerikaner.

Seit letztem Jahr ist auch für Erwachsene in Deutschland ein Generikum erhältlich, das die Kosten des Medikaments von 800 auf 50 Euro pro Monat senkt (queer.de berichtete). (dk)



#1 sinnvollAnonym
  • 18.05.2018, 15:02h
  • Ein sinnvoller Schritt, unter den Youngsters ist bareback sehr verbreitet. Unwissenheit, Gruppenzwang und Medien sorgen dafür, dass Teenager klassische Maßnahmen des safer sex ausser acht lassen.
    Wie soll nur die Umsetzung aussehen, bekommt der Teenager es vom Arzt verschrieben, ohne die Erziehungsberechtigten zu informieren. PREP Einnahme erfordert ein gewisses Maß an Sorgsamkeit und zumindest für Anfänger können Nebenwirkungen eine Rolle spielen. Man kann PREP nicht wie Gummis in die Menge schmeissen.
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#2 BEARAnonym
#3 ursus
  • 18.05.2018, 15:33h
  • Antwort auf #2 von BEAR
  • "Dabei seien auch andere Safer-Sex-Praktiken wichtig, so der Konzern: "Truvada als PrEP soll nicht andere Präventionsmaßnahmen wie Kondome ersetzen,"

    das ist gesamtgesellschaftlich richtig. die kondomnutzung bleibt eine der bewährtesten präventionsmethoden, und daran will niemand etwas ändern. es geht nicht um die ablösung des kondoms, sondern um die erweiterung der präventions-optionen. jede_r soll für sich die geeignetste option wählen können.

    "...sondern in Kombination mit anderen Strategien wie vorgeschrieben eingenommen werden."

    was wohl heißen soll, dass man die prep nur in kombination u.a. mit dem kondom einsetzen soll. das ist, so formuliert, unsinn. wem kondom oder prep für sich nicht ausreichen, soll ja von mir aus gern beides kombinieren. um wirklich auf nummer sicher zu gehen, kann man auch ganz auf sex verzichten und trotzdem noch die prep schlucken und nur mit kondom wichsen. jeder, wie er will...

    so zu tun, als sei die prep allein nicht ausreichend, um sich selbst vor hiv zu schützen, finde ich irreführend. ich vermute, dass der konzern das aus rechtlichen gründen sagt, aber der objektiven aufklärung dient es nicht.
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#4 BEARAnonym
#5 ursus
#6 michael008
#7 Patroklos
  • 18.05.2018, 21:03h
  • Die Zulassung des Medikamentes für Minderjährige ist zwar löblich, aber ob die Zustimmung der Eltern dazu erfolgt, muß abgewartet werden. Besonders in ultrareligiösen Familien wird das nich zu einem Drahtseilakt.
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#8 TheDadProfil
  • 18.05.2018, 22:24hHannover
  • Antwort auf #7 von Patroklos
  • ""aber ob die Zustimmung der Eltern dazu erfolgt, muß abgewartet werden.""..

    Unter normalen Umständen ist ein Einverständnis der Eltern für die Vergabe eines Medikamentes gar nicht notwendig..
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