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USA

Zugang zur Schultoilette: Bundesgericht gibt Trans-Teenager recht

Seit inzwischen drei Jahren kämpft Gavin Grimm um sein Recht, auf eine öffentliche Herrentoilette zu gehen. Jetzt hat er erneut einen Sieg vor Gericht eingefahren.


Gavin Grimm ist als LGBTI-Aktivist inzwischen landesweit bekannt und auch ein gern gesehener Gast in Nachrichtensendungen (Bild: Screenshot MSNBC)

Im bereits drei Jahre andauernden Streit um seinen Zugang zu Schultoiletten hat der inzwischen 19-jährige transsexuelle Ex-Schüler Gavin Grimm einen Sieg vor einem Bundesgericht gegen seinen Schulbezirk errungen. Bundesrichterin Arenda L. Wright Allen hat in Norfolk (Virginia) entschieden, dass seine Schule Grimm nicht hätte verbieten dürfen, die Jungentoilette aufzusuchen. Das verstoße gegen das Teilgesetz "Title IX", das seit 1972 bundesweit Geschlechterdiskriminierung an Schulen verbietet.

Der Streit um die Toilettennutzung hatte sich in den letzten Jahren in den USA zu einem ideologischen Kampf entwickelt: Die Obama-Regierung hatte 2016 entschieden, dass öffentliche Schulen Transsexuelle auch beim Gang auf die Schultoilette nicht diskriminieren dürften (queer.de berichtete). Die Trump-Regierung hob diese Entscheidung aber vergangenes Jahr auf (queer.de berichtete).

Grimm hatte seine Schule bereits 2015 wegen Geschlechterdiskriminierung mit Hilfe der Bürgerrechtsorganisation ACLU verklagt. Der Fall ging über mehrere Instanzen. Zunächst gab ein Gericht dem Schulbezirk recht, ein Berufungsgericht erklärte im Jahr darauf, dass Grimm diskriminiert worden sei (queer.de berichtete). Der Fall sollte eigentlich Richtung Supreme Court gehen; nach der Aufhebung der Obama-Richtlinie durch die Trump-Regierung sandte das Höchstgericht den Fall aber wieder an die Vorinstanz zurück (queer.de berichtete).

Der juristische Streitpunkt in diesem Fall ist, ob das Verbot der Geschlechterdiskriminierung in "Title IX" auch die Diskriminierung von Trans-Personen umfasst. In dem Gesetz wird Geschlechtsidentität nicht ausdrücklich erwähnt. Richterin Wright Allen zeigte sich aber überzeugt, dass die Toilettenverbote für Transpersonen an öffentlichen Schulen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechtes seien – und damit illegal.

Direktlink | In Lokalnachrichten war die Gerichtsentscheidung "Breaking News"

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Weitere Rechtsmittel möglich

In ihrer Entscheidung ordnete die Bundesrichterin an, dass sich Grimm mit Vertretern des Schulbezirks binnen 30 Tagen auf einen Termin einigen müsse, in dem über eine außergerichtliche Einigung verhandelt wird. Allerdings hat der Schulbezirk noch das Recht, gegen die Entscheidung erneut Berufung einzulegen.

Grimm sagte nach der Entscheidung, dass ihm ein Stein von Herzen gefallen sei. Er habe nun den Beweis, dass ihn seine Schule jahrelang ungesetzlich diskriminiert habe.

Auch die ACLU zeigte sich erfreut: "Die Entscheidung unterstreicht das, was Gavin seit Jahren gesagt hat: Das Bundesgesetz schützt ihn und andere Trans-Schüler vor Stigmatisierung und dem Ausschluss von den Toiletten, die von anderen Jungs und Mädchen verwendet werden", so der Anwalt Joshua Block, der sich auf LGBT-Rechte spezialisiert hat. "Diese Art von diskriminierenden Regeln schützen nicht die Privatsphäre, sondern sind einzig dazu da, Trans-Schüler zu erniedrigen." (dk)

Big news in my case! The federal district court agrees that I have a valid Title IX claim against my school! We might…

Gepostet von Gavin Grimm am Dienstag, 22. Mai 2018
Facebook / Gavin Grimm | Auf seiner Facebook-Seite freut sich Gavin Grimm über den Sieg



#1 HinnerkAnonym
  • 23.05.2018, 16:50h
  • Richtig so.

    Alles andere wäre auch ein Skandal und ein Unrechts-Urteil, das nicht mit Recht und Gesetz und auch nicht mit dem gesunden Menschenverstand vereinbar wäre.

    Ich fürchte nur, dass die ganzen Homohasser, Transhasser, Rechtspopulisten, religiösen Fanatiker, Trumps & Co sich nicht davon beeindrucken lassen. Diese Leute können sich nicht mit Niederlagen abfinden und werden immer weiter dagegen kämpfen.
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#2 DödelAnonym
#3 Ith_Anonym
  • 24.05.2018, 07:50h
  • Hmm, wenn ich mir das Passing so ansehe, kann ich mir vorstellen, dass die Damenwelt regelmäßig mit Begeisterungsstürmen reagiert, wenn er mit Verweis auf sein Geburtsgeschlecht dazu gezwungen ist und war, aufs Mädchen-/Frauenklo zu gehen.
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#4 daVinci6667
  • 25.05.2018, 11:11h
  • Ärzte sollten bei der Geburt nicht gezwungen werden festzulegen welches Geschlecht ein Neugeborenes hat. Oder dann muss ein drittes Geschlecht zur Auswahl stehen. Leider wird es vermutlich nie überall passende WCs haben. Kinder die nicht ins Junge/Mädchen Schema passen sollten immer die Toilette aufsuchen dürfen, die ihnen eher entspricht.
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#5 daVinci6667
#6 TheDadProfil
  • 25.05.2018, 12:39hHannover
  • Antwort auf #1 von Hinnerk
  • ""Alles andere wäre auch ein Skandal""..

    So lange Gesellschaften aus Eltern bestehen, oder auch einfach nur aus Menschen, die den Gang zur Toilette einer Trennung von Geschlechtern unterwerfen, und nicht der Notwendigkeit "sich zu erleichtern", ist alles ein Skandal..

    Die Erwartungshaltungen die über die Erziehung geweckt werden, auf "getrennte Toiletten" zu treffen wenn man sich irgendwo außerhalb seiner Wohnung aufhält, ist das Problem welches es zu bearbeiten gilt..
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#7 Ith_Anonym
  • 25.05.2018, 22:21h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • Das war auch kein Scherz, sondern hoffentlich sichtbare Ironie, mit Referenz auf meine persönliche, praktische Erfahrung.
    Wenn man sich anschaut, als wie überflüssig Unisex-Toiletten allerdings selbst von CSD-Organisatoren und -Teilnehmern in der Vergangenheit betrachtet wurden, stimme ich dir zu, dass es offenkundig Leute gibt, die das Thema nicht wirklich ernstnehmen. Aber an deren Haltung wird vermutlich auch ein US-amerikanischer Gerichtsbeschluss nicht viel ändern.
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#8 ich auchAnonym
  • 27.05.2018, 15:42h
  • Antwort auf #3 von Ith_
  • "queer.de" will ein geschützter Raum für "Queere" sein. - Warum getrauen sich dann so viele seiner Teilnehmer nur anonym zu kommentieren? - Wohl aus genau jenen Gründen, weshalb überhaupt so viele Kommentatoren weltweit anonym bleiben wollen... -

    Fazit: Ich werte j e d e n anonymen Beitrag hier als n i c h t a u t h e n t i s c h!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TheDadProfil
#10 Ith_Anonym