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Belgisch-niederländische Studie

Transidentität kann im Gehirn gemessen werden

Trotz anatomischer Unterschiede ähneln sich die Gehirne von trans- und cissexuellen Jungs und die von trans- und cissexuellen Mädchen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.


Mit einem MRT kann man laut Dr. Julie Bakker auf die geschlechtliche Identität von Jugendlichen schließen (Bild: Bildarchiv Universität Bielefeld / flickr)

Die Hirnaktivität und -struktur von Trans-Jugendlichen ist dem Geschlecht ähnlich, das der geschlechtlichen Identität der Personen entspricht. Zu diesem Ergebnis ist die Neurowissenschaftlerin Dr. Julie Bakker von der Universität in Lüttich gekommen, nachdem sie gemeinsam mit Forschern des von der Universität Amsterdam betriebenen Krankenhauses "VU Medisch Centrum" viele Bilder der Gehirne von transsexuellen Heranwachsenden mit Hilfe von Magnetresonanztomographien (MRT) gemacht und ausgewertet hatte. Insgesamt waren 160 junge Probandinnen und Probanden an der Studie beteiligt. Bakker stellte ihre Ergebnisse beim europäischen Endokrinologie-Kongress ECE 2018 am vergangenen Wochenende in Neapel vor.

In der Studie heißt es, dass "die Muster der Hirnaktivierung" in Trans-Jugendlichen fast identisch mit denen von cissexuellen Jugendlichen sei, die der jeweiligen geschlechtlichen Identität der Trans-Probanden entsprächen. Außerdem sei die Struktur etwa von Trans-Jungs denen von Cis-Jungs ähnlich, allerdings nicht identisch – hier wurden etwa die Volumen verschiedener Hirnregionen gemessen.

Bakker erklärte, dass noch mehr Untersuchungen notwendig seien, um das Phänomen besser zu verstehen. Man habe aber jetzt schon Beweise, dass "das Gehirn von jungen Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung […] die Hirn-Charakteristika ihres bevorzugten Geschlechts zeigen", so Bakker. Sie wolle nun die Rolle der Hormone während der Pubertät auf die Entwicklung des Gehirns untersuchen, um so die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. "Wir werden dann besser ausgerüstet sein, um diese jungen Menschen zu unterstützen, anstatt sie einfach zum Psychiater zu schicken."

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Forscher auf der Suche nach dem "Ursprung der geschlechtlichen Unterschiede"

Die Studie solle dabei helfen, den "Ursprung der geschlechtlichen Unterschiede" im Gehirn zu erkennen, so Bakker. Dann könnten Mediziner nicht nur Trans-Menschen besser helfen, sondern eine Reihe von neurologischen Krankheiten wie Depressionen oder Alzheimer, die sich bei Männern und Frauen anders bemerkbar machen oder in einem Geschlecht häufiger vorkommen, besser behandeln.

Der Chef des britischen Verbandes von Experten in Fragen der Geschlechtsidentität, Dr. James Barrett, erklärte gegenüber "Newsweek", die Studie zeige auf, dass Transsexualität nicht nur ein frei wählbarer "Lebensstil" sei, wie von Trans-Gegnern oft behauptet, sondern biologische Ursachen habe. Barrett verglich Trans- und Cissexuelle mit Links- und Rechtshändern. "Man kann einen Linkshänder dazu bringen, mit der rechten Hand zu schreiben – und er kann das nach ein wenig Übung auch ganz gut. Aber am Ende bleibt er trotzdem ein Linkshänder." (dk)



#1 ursus
  • 23.05.2018, 18:23h
  • "Man habe aber jetzt schon Beweise, dass "das Gehirn von jungen Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung [] die Hirn-Charakteristika ihres bevorzugten Geschlechts zeigen", so Bakker. Sie wolle nun die Rolle der Hormone während der Pubertät auf die Entwicklung des Gehirns untersuchen, um so die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. "Wir werden dann besser ausgerüstet sein, um diese jungen Menschen zu unterstützen, anstatt sie einfach zum Psychiater zu schicken."

    wie man junge trans menschen unterstützen kann, wissen wir. die möglichkeiten werden nur nicht ausreichend umgesetzt. von welchen mirakulösen "behandlungsmöglichkeiten" jemand träumen mag, der es hinbekommt, von unterstützung zu reden und im gleichen atemzug die betroffenen zu pathologisieren, mag ich mir eher gar nicht vorstellen.
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#2 antosProfil
#3 ursus
#5 ursus
#6 antosProfil
#7 ParallelfrontAnonym
  • 23.05.2018, 21:25h
  • Alle Jahre wieder...

    die nächste Studie wird systematische Fehler feststellen und bei nährerer Betrachung kann man gar nichts mehr so genau sagen.

    Lasst es doch einfach mal gut sein.
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#8 Homonklin44Profil
  • 23.05.2018, 21:43hTauroa Point
  • ""das Gehirn von jungen Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung""

    GRRR! Wann wird da endlich dazu gelernt? Oder zeigt sich dort beim Fachversierten die zwanghafte Typisierungsstörung?
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#9 ParallelfrontAnonym
  • 23.05.2018, 21:53h
  • Antwort auf #8 von Homonklin44
  • Merkst du was?

    Es geht nicht darum, irgendwas dazuzulernen.

    Solange die Diagnose nicht verboten ist, wird sie immer rausgeholt werden.

    Wenn man ein Ziel verfolgt, dann verfolgt man das Ziel und nicht die Wahrheit. Sonst sähe die Welt heute sehr sehr anders aus.

    Und Verbote fallen auch nicht vom Himmel, die Dinge müssen eingefordert werden. Gejammer von "Betroffenen" reicht nicht.
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#10 Ith_Anonym
  • 24.05.2018, 07:32h
  • Richtig gut geholfen wäre Betroffenen im Wesentlichen dann, wenn man sie und ihr Empfinden einfach mal ernstnehmen würde. Und zwar unabhängig davon, was körperliche Tests ergeben.

    Auch wenn es sicherlich gut gemeint ist, zu versuchen, trans* eine biologische Basis zu verschaffen: Einerseits sind fMRT-Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen, wie sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, und andererseits tut man ggf. am Ende damit Leuten Unrecht, die die vermeintlich "biologische" Basis nicht vorweisen können, sich mit ihrem Geschlecht aber trotzdem nicht identifizieren können.
    Gerade, wenn man sich den Artikel auf Spektrum dazu ansieht, wird doch deutlich, dass die Studie mehr Fragen eröffnet als beantwortet.
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