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Studie

Homo-Hasser sind weniger intelligent

Laut einer neuen Studie aus Australien gibt es einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben.


"Gott hasst Schwuchteln": Ein religiös motivierter Homo-Hasser auf einer Demonstration in der amerikanischen Hauptstadt Washington (Bild: Elvert Barnes / flickr)

Warum ist jemand homophob? Geht es nach einem australischen Forscher, könnte eine der Ursachen für den Hass auf sexuelle Minderheiten eine verminderte Intelligenz sein. In einer englischsprachigen Studie, die in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins "Intelligence" veröffentlicht wurde, weist der Soziologe und Statistiker Francisco Perales von der University of Queensland in Brisbane einen Zusammenhang zwischen der Diskriminierungslust und schlechten Ergebnissen bei Intelligenztests auf. Die Studie trägt den Titel: "Die kognitiven Ursachen für Vorurteile gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren: Analyse einer australischen nationalen Stichprobe".

In der Studie analysierte Perales die Daten von über 11.600 Australiern, die sich letztes Jahr an der umfassenden HILDA-Umfrage beteiligt hatten, bei der unter anderem die allgemeinen Lebensbedingungen der Bevölkerung abgefragt werden. Die kognitiven Fähigkeiten der Befragten wurde anhand von drei Tests gemessen: einem Lesetest ("National Adult Reading Test"), einem Gedächtnistest ("Backwards Digit Span Test") und einem Test zur Erfassung zerebraler Störungen ("Symbol Digitis Modalities Test"). Dem wurde die Beantwortung einer Frage zur Gleichberechtigung Schwuler und Lesben entgegengestellt ("Homosexuelle Paare sollten die gleichen Rechten wie heterosexuelle Paare haben. Ja oder nein?").

Das Ergebnis: Perales konnte einen signifikanten Zusammenhang zwischen schlechten Ergebnissen bei den drei Tests und dem Wunsch nach Diskriminierung von Homo-Paaren feststellen. Am stärksten sei dieser Zusammenhang beim Lesetest zum Tragen gekommen.

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Autor empfiehlt Bildung als Antwort auf Homo-Hass

"Insgesamt liefern die Ergebnisse klare Beweise, dass die kognitive Fähigkeit eine wichtiger Vorbote für Vorurteile gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren ist", heißt in der Studie. Daher empfiehlt der Autor, dass die kognitiven Defizite am besten in der Schule bekämpft werden könnten. Bessere Bildung könne "Vorurteilen gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren und Mitgliedern der LGBT-Community entgegenwirken", so Perales. Gleichzeitig stellt er in der Studie klar, dass nicht alle Homo-Hasser automatisch weniger intelligent sind, sondern dass es sich lediglich um eine Tendenz handle.

Zudem habe eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2016 ergeben, dass intelligente Menschen nicht unbedingt weniger Vorurteile hätten. Bei der Untersuchung "Antwort auf unbeantwortete Fragen über die Beziehung von kognitiven Fähigkeiten und Vorurteilen" stellten die Wissenschaftler fest, dass intelligente Menschen nicht weniger rassistisch seien als weniger intelligente Personen – sie könnten ihre Vorurteile lediglich besser verstecken. Allerdings ist noch nicht getestet worden, ob diese Erkenntnis von Rassismus auf Homophobie übertragbar ist.

Francisco Perales untersuchte bereits mehrere weitere Phänomene anhand der HILDA-Studie: So wies er in einer anderen Studie, die ebenfalls vor kurzem veröffentlicht wurde, den Zusammenhang zwischen Homophobie und einem schlechteren Gesundheitszustand von Schwulen, Lesben und Bisexuellen nach (queer.de berichtete). (dk)



#1 Alex AndersAnonym
  • 06.06.2018, 16:28h
  • Diese Ergebnisse gehen offenbar Hand in Hand mit dem Studienergebnis, dass Religiöse wohl weniger intelligent sind. Das Bild von den tendenziell unintelligenten intoleranten Religiösen verfestigt sich demnach also.

    tinyurl.com/ybo5zbdy
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#2 JupliAnonym
  • 06.06.2018, 16:47h
  • Einen Zusammenhang zwischen Hass gegen Menschen, die von der Heteronorm abweichen im öffentlichen Diskurs mit geringer Intelligenz in einen Topf zu werfen, halte ich für gefährlich:
    Menschen mit geringem IQ, ab einem gewissen Grad sprechen "Fachleute" von einer "geistigen Behinderung", werden in unserer Gesellschaft nach wie vor stigmatisiert und diskriminiert. Der IQ sagt jedoch lediglich aus, wie leicht eine Person bestimmte Dinge lernt. Er ist willkürlich entwickelt und im Laufe der Zeit immer wieder neu definiert worden. Es ist gefährlich, bestimmten Menschengruppen die Fähigkeit zu Empathie und einen Gerechtigkeitssinn tendenziell abzusprechen.
    Ignoranz und Hass sind Probleme, mit denen wir als queere Personen teils täglich konfrontiert sind. Die Verantwortung für die daraus entstehenden Formen von Gewalt nicht bei den Täter_innen, sondern pauschal in äußeren Umständen, zu suchen, ist fatal. So wird ihnen die Verantwortung für ihr Handeln indirekt genommen.
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#3 PeerAnonym
  • 06.06.2018, 17:38h
  • War doch klar, dass das alles irgendwelche durchgeknallten Idioten sind, die nicht ganz richtig im Kopf sind.
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#4 Patroklos
#5 AussieAnonym
  • 06.06.2018, 19:01h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • "Die Studie bezieht sich nur auf Australien und ist deshalb für andere Länder nicht relevant."

    Oh, also sind Australier keine Menschen? Bzw. Europaeer bessere und intelligentere Menschen? Oder haben per se schlechtere Ausgangsbedingungen bzgl. ihrer Intelligenz, so wie man z.B. auch sagt, Schwarze haetten alle gigantische Doedel, oder die Tuerken stinken alle?
    Bist eigentlich Politiker? Oder Jurist? Die suchen naemlich auch immer nach einem Grund, Studienergebnisse oder Beweise fuer die Schuld (ihrer Mandanten, ihrer Klientel (Politik)) infrage stellen zu koennen.
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#6 PeerAnonym
#7 lollipopAnonym
#8 AntireligiotAnonym
  • 06.06.2018, 20:16h
  • Antwort auf #2 von Jupli
  • Fazit also (zumindest aus Deiner Sicht):
    wir brauchen nichts zu tun, bzw. wir DUERFEN es sogar nicht, weil Einstufungen bezueglich der Intelligenz eines Menschen falsch und ungenau sind.
    Das, was Du zum IQ schreibst, istr doch gerade der Knackpunkt: Menschen, die nur langsam in der Lage sind, Informationen/Wissen aufzunehmen (und dann auch noch speziell durch Lesen, wurde ja explizit erwaehnt) haben tendenziell mehr Vorurteile/Vorbehalte gegenueber "abweichendem" Verhalten. Und da muss dann eben angesetzt werden. Ich verstehe jetzt nicht, was das soll, von wegen langsamer lernen, Definition von IQ, etc. Auch andere Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass Menschen mit einem niedrigeren Wissens/-Bildungsstand (auch infolge von weniger Intelligenz, aka geringer ausgepraegter kognitiver Faehigkeiten) mehr Vorurteile/Vorbehalte gegenueber abweichendem Verhalten haben.
    (Kleiner Einschub: Empathie und Gerechtigkeitssinn haben erstmal nicht soviel mit Intelligenz zu tun. Man kann sehr wohl Menschen mit einem niedrigeren IQ erklaeren, was "falsch", "richtig" und "gerecht" ist, und Menschen haben, auch ohne ausgepraegte kognitive Faehigkeiten, eine gewisse Empathie; und es gibt wohl, so wie ich es mal gelesen habe, sogar (hoch)intelligente, berechnende (Serien)Moerder, die aber vollkommen empathielos sind)
    Und was soll das mit den aeusseren Umstaenden? Intelligenz ist ein innerer "Umstand", an dem man an sich nichts aendern kann (Ausser, dass man versucht, solche Menschen durch intensivere Betreuung besser zu bilden). Man kann aber sehr wohl (auch) an den aeusseren Umstaenden etwas aendern: indem man intelligentere Menschen, die weniger intelligente Menschen geschickt fuer ihre Zwecke/Ziele beeinflussen/manipulieren, umso haerter bestraft, bzw. aus dem Verkehr zieht (siehe z.B. AfD, kath. Kirche (vielleicht nicht alle (Stichwort pauschalisieren))
    Und die Verantwortung fuer ihr Handeln wird ihnen meisstens von windigen Rechtsverdrehern/Winkeladvokaten "abgenommen", mit "Argumenten", wie "schwierige Kindheit", gefuehlsloser Vater, etc.).
    Dabei hat alleine der betreffende Mensch selber es in der Hand, seine Aggressionen aufgrund seiner Situation entweder an sich selber, "toten" Gegenstaenden, oder anderen (meisstens unschuldigen) Menschen auszulassen, oder, bestenfalls, gar nicht erst auszuleben. AUch wird NIEMAND dazu GEZWUNGEN, andere (unschuldige) Menschen zu verpruegeln, NIEMAND wird dazu GEZWUNGEN, auf der Autobahn anderen Autos zu dicht aufzufahren, und dadurch dann das Leben anderer Verkehrsteilnehmer zu gefaehrden, NIEMAND wird dazu GEZWUNGEN, in der Stadt sich mit anderen Testosteron-Monstern Rennen zu liefern, und dabei andere Verkehrsteilnehmer zu Tode, oder noch schlimmer, zum Krueppel zu fahren. Und solche Leute dann aus ihrer Schuld zu entlassen, indem sich auf Frust, schwerer Kindheit, schlechte soziale Situation berufen wird, ist ganz einfach falsch und fusst haeufig auf der Einstellung von Rechtsverdrehern und Winkeladvokaten (oder auch Politikern), die um jeden Preis ihren Mandaten (ihre Klientel) straffrei bekommen wollen.
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#9 von_hinten_genommenAnonym
#10 Alexander_FAnonym
  • 06.06.2018, 22:01h
  • Studien dieser Art, die Hass gegen Unsereinen auf geringe Intelligenz oder psychische Krankheiten zurückführen, haben nur immer ein kleines Geschmäckle: sie nehmen den Hassenden die Verantwortung für ihre Ansichten ab. Erst recht, wenn die Ergebnisse so plakativ formuliert werden, wie in dieser Überschrift. Tatsächlich erfahren wir aber im Text, dass dieses Ergebnis mit Vorsicht zu genießen ist.

    Ich würde den Forschern ein klein wenig widersprechen wollen, wenn sie meinen, Bildung sei das richtige Mittel gegen den Hass. Es kommt aber auch darauf an, welche das ist. Persönlich glaube ich, dass Johannes Krams neues Buch mit seinem konfrontativen, durchaus einfach zu verstehenden Klartext ein Beispiel für das wäre, was wirklich funktioniert.
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