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  • 15. Juli 2005, noch kein Kommentar

Endlich hat Norwegen wieder einen internationalen weiblichen Star: Lene Marlin! queer.de sprach mit ihr und stellt das neue Album vor.

Von Jan Gebauer

Außer Wencke Myhre und vielleicht Sissel hat Norwegen kaum weibliche Stars in der internationalen Showbranche hervorgebracht. Lene Marlin aus Tromsö hat alles, was man für eine Karriere in diesem Geschäft braucht: Tolles Aussehen, eine angenehme Stimme, die Fähigkeit, ihre Songs selbst zu schreiben und genügend Abstand vom Business zu halten, um nicht total abzuheben. Beim Treffen mit der Künstlerin überrascht die Sängerin durch ihre lockere, völlig unverbrauchte Art: "Schwule sind für mich etwas ganz Normales. Ich denke auch gar nicht weiter darüber nach, welche sexuelle Ausrichtung jemand hat. Es gibt in meinem Freundeskreis ein paar Schwule. Bei meinen Fans genauso. Für mich ist es selbstverständlich, sie so zu akzeptieren wie alle anderen auch", sagt die Sängerin.

"Oh nein, das tut mir schrecklich leid", ergänzt die sympathische Skandinavierin lachend, als ich ihre erzähle, dass mich ihr norwegischer Nummer-Eins-Hit "Unforgivable Sinner" an eine meiner unglücklichen Lieben erinnert. "Jetzt musst du wegen mir, immer an ihn denken. Aber das ist gerade das Spannende. Ich löse so wunderbar unterschiedliche Dinge bei den Menschen aus. Nie würde ich die wahren Hintergründe für einen Song aufdecken. Jeder soll sich sein eigenes Bild machen." Die große Wencke Myhre kennt sie natürlich auch noch: "Klar, die ist immer noch populär in Norwegen. Aber die hat eher meine Mutter gehört. Ich lege sie nicht auf", gibt Marlin lachend zu. Auch bei der Eurovision würde sie nicht singen, so wie ihre Landsfrau: "Haha, nein, ich mag dieses Wettbewerbsgefühl nicht. Dem würde ich mich nicht aussetzen. Wir hatten ja die Bobbysocks und Secret Garden als Sieger – das muss reichen."

Album-Review

Ihr neues Album "Lost In A Moment" ist ein poppiges Werk ohne große Ausfälle geworden. Leider halten sich die Spannungsmomente arg in Grenzen. Die Melodien werden von sympathischen Gitarrenklängen getragen, die Lene Marlin im Radio sicher einen Platz garantieren. Die erste Single "How Would It Be" und das sehr eingängige "What If" sind zwei sympathische Beispiele für das Talent von Lene Marlin. Daneben gibt es allerdings etliche Lieder, die zwar nicht wirklich schlecht sind, aber auch kaum aus sich heraus kommen. Gegen Ende des Albums hat die Norwegerin dann jede musikalische Idee mindestens zwei Mal genutzt. Ein Kracher wie "Unforgivable Sinner" oder "Sitting Down Here" findet sich leider auch nicht. Die Texte der elf Lieder sind recht einfach gehalten und handeln meist von Liebes- und Herzschmerz. Die Möglichkeit der Eigeninterpretation ist dadurch mannigfaltig.

Fazit: Es fällt schwer die frische Stimme und die liebliche Ausstrahlung der Sängerin nicht zu mögen. Auch wenn Lene Marlin diesmal nicht die großen Würfe im musikalischen Gepäck hat, bleibt sie eine sympathische Alternative zu all den Britney-Spears' dieser Welt.

Anspieltipps: "How Would It Be", "What If", "Wish I Could"