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Aus Zeitgründen

Lesbische Szene aus "Jurassic World" geschnitten

Zum ersten Mal sollte auch eine offen lesbische Frau in einem "Jurassic"-Film gegen wild gewordene Dinos kämpfen – doch am Ende fiel die Szene, in der sie über ihre sexuelle Orientierung spricht, der Schnittschere zum Opfer.


Vor lauter mordenden Dinos hat Dr. Zia Rodriguez (Daniella Pineda) keine Zeit, sich als lesbisch zu outen (Bild: Universal Pictures)

Im Drehbuch der neuesten Inkarnation der "Jurassic Park"-Filmserie tauchte eigentlich erstmals auch eine lesbische Figur auf: In "Jurassic World: Das gefallene Königreich" war geplant, dass Paläo-Tierärztin Dr. Zia Rodriguez, die von der amerikanisch-mexikanischen Schauspielerin Daniella Pineda dargestellt wird, lesbisch ist. Nach Angaben von Pineda wurde eine entsprechende Szene aber aus Zeitgründen aus der endgültigen Fassung des Films geschnitten.

Gegenüber "Yahoo! Entertainment" sagte Pineda, dass sie am Anfang des Filmes in einer Szene mit Hauptfigur Owen Grady (dargestellt von Sexsymbol Chris Pratt) auftritt: In der Szene schaue sie Pratt an und sage, dass er gut aussehe – und weiter: "Ich gehe halt nicht mit Männern aus, aber falls doch, würde ich dich aussuchen. Das würde mich anekeln, aber ich würde es tun."

Pineda erklärte, ihr habe die Szene gut gefallen: "Ich finde es klasse, dass ich Chris Pratt anschaue, den heißesten Typen der Welt, und sage, dass es mich anekeln würde, mit ihm auszugehen", sagte die 31-Jährige. "Das war eine coole Szene, die ein kleines bisschen Einblick in meine Figur gegeben hat. Aber sie wurde geschnitten."

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Szene "nicht relevant für Story"

Laut Pineda war die sexuelle Orientierung ihrer Figur die Idee von Regisseur J.A. Bayona sowie des Drehbuchautors und Produzenten Colin Trevorrow. Am Ende hätte sich das Team entschieden, die Szene zu schneiden, um den Film zu straffen: "Die erste Schnittfassung war zwei Stunden und 40 Minuten lang und sie meinten: 'Das ist zu lang'". Außerdem sei diese Szene "nicht relevant für die Story" gewesen. Die Filmlänge beträgt jetzt zwei Stunden und neun Minuten.

"Jurassic World: Das gefallene Königreich" wird am Donnerstag in Deutschland und am Freitag in den USA anlaufen. Der 180 Millionen Dollar teure Blockbuster ist bereits der fünfte Film, der auf dem Roman "DinoPark" von Michael Crichton aus dem Jahr 1990 basiert.

LGBTI-Organisationen in den USA fordern bereits seit längerem, dass mehr queere Figuren in Filmen, insbesondere in Blockbustern, auftauchen müssten. So könne die Akzeptanz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten erhöht werden. Die LGBTI-Organisation GLAAD stellte allerdings in einem im Mai veröffentlichten Bericht fest, dass der Anteil der lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgeschlechtlichen oder queeren Figuren in Hollywood-Filmen zuletzt sogar gesunken sei (queer.de berichtete). (dk)



#1 BEARAnonym
  • 20.06.2018, 13:56h
  • Was soll ich dazu sagen Jurassic Wold ist eben kein LGBTIQ Film. Ich will auch keine Quote von Schusswechseln oder gar Dinosaurier in LGBTIQ Filmen.

    Nett wär es schon vermissen wird ichs nicht.
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#2 GerritAnonym
  • 20.06.2018, 16:02h
  • Aha, ein kleiner Dialog von ca. 15-20 Sekunden hätte den Film also zu lang gemacht.

    Nee, schon klar...
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#3 GerritAnonym
  • 20.06.2018, 16:09h
  • Antwort auf #1 von BEAR
  • Der Unterschied ist nur, dass Dinosaurier eben nicht alltäglicher Teil unseres Lebens sind. Und Schusswechsel hoffentlich auch nicht.

    Aber LGBTI gibt es zu jeder Zeit, an jedem Ort, in jeder Kultur, in jedem Beruf, etc.

    Deswegen ist die Forderung, es müsse in Blockbustern mehr LGBTI-Rollen geben eine ganz andere als die Forderung in jedem LGBTI-Film müssten jetzt Dinos oder Actionszenen sein.
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#4 proud_girlAnonym
  • 20.06.2018, 16:09h
  • Schade eigentlich.
    Ich finde, dass mehr Filme mit LGBTQ Charakteren gedreht werden sollten. :)
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#5 GhyslainAnonym
  • 20.06.2018, 16:44h
  • Mehr LGBTI-Sichtbarkeit in Filmen und Serien wäre so wichtig. Und zwar nicht nur in expliziten LGBTI-Filmen und -Serien. Denn gerade Filme, Serien, etc. haben so viel Einfluss - oft noch mehr als alle politischen Diskussionen, Appelle, etc.

    Und gerade solche Blockbuster, egal ob Krimi, Action-Film, romantische Komödie oder was auch immer, könnten da so viel bewegen.

    Es gibt im wirklichen Leben LGBTI in allen Bevölkerungsgruppen und Berufsgruppen. Lehrer, Juristen, Ärzte, Handwerker, Verkäufer, Büroangestellte, etc. aber natürlich auch Reinigungskräfte, Müllentsorgung, etc. Und auch bei Obdachlosen.

    Aber in Filmen und Serien wird oft (wenn es nicht explizit LGBTI-Filme und -Serien sind) immer ein Zerrbild vermittelt, dass alle Hetero wären und nur Floristen, Balletttänzer, Antiquitätenhändler o.ä. seien schwul. Das ist nicht nur falsch und absurd, sondern schadet auch.

    Deshalb sollte sich da endlich was tun. Und dann sollten auch nachher nicht die Zensoren der Filmstudios mit der Schere die Ideen der Drehbuchautoren verstümmeln.
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#6 ursus
  • 20.06.2018, 17:13h
  • "Ich gehe halt nicht mit Männern aus, aber falls doch, würde ich dich aussuchen. Das würde mich anekeln, aber ich würde es tun."

    was genau wäre jetzt so super an der aussage gewesen, dass eine lesbe trotz ekels eventuell einen mann daten würde? wenn der typ nur genug testosteron versprüht, dann werden sogar lesben weich?

    irgendwie kriege ich diese aussage mit emanzipatorischen denken nicht überein, aber vielleicht kann mir da jemand helfen.
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#7 AuntieBiotic
  • 20.06.2018, 17:34h
  • Antwort auf #1 von BEAR
  • Interessant ist vor allen Dingen, dass Hetero-Zusammenhänge IMMER story-relevant sind - selbst wenn es "eigentlich" um Dinosaurier geht.

    Deshalb ist es selbstverständlich ganz klare Diskriminierung, LGBT*IQ-Charaktere weiterhin weitgehend komplett auszublenden. Wir sind eben seltsamerweise NICHT "relevant", aber ob irgendein Hauptdarsteller seine Frau zurückbekommt, nachdem sie vor irgendeinem Saurier geflohen ist, natürlich schon. Sogar sehr - "alle" fiebern mit.

    @ursus: Natürlich wäre das Setting idiotisch gewesen. WENN schon LGBT*IQ, dann bitte richtig und nicht schon wieder heten-anbiedernd und pseudo-LGBT*IQ. Das wäre erbärmlich und unwürdig gewesen. Dann also lieber weg mit DIESER Szene.

    Aber NICHT weg mit LGBT*IQ-Charakteren im Allgemeinen. Und man möge mir bitte erklären, warum z.B. queere Liebesgeschichten weniger relevant seien als die heterosexuelle Variante.

    Qualitativ macht das selbstverständlich absolut keinen Unterschied, und emotional auch nicht.
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#8 Gerlinde24Profil
  • 20.06.2018, 18:50hBerlin
  • Aus "Zeitgründen"? Soso! So nennt man das, wenn ein Produzent Angst vor Fundichristen hat, und eine Szene streicht, während in anderen Filmen Männer eine Frau minutenlang vergewaltigen können. Heuchlerbande!
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#9 Gerlinde24Profil
#10 schwarzerkater
  • 21.06.2018, 07:36h
  • Szene aus Zeitgründen gestrichen? Eine lächerliche Ausrede.
    Szene war für die Story nicht wichtig? Warum wurde die Szene überhaupt ins Drehbuch geschrieben? Warum wurde so eine Szene dann auch noch gedreht? Hier will man uns wohl für dumm verkaufen.
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