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Heimkino

Ein Appell gegen jede Form der falschen Anpassung

Jetzt auf DVD: Yony Leysers Doku "Queercore: How to Punk a Revolution" begibt sich auf die Spuren der queeren Punkszene der Achtziger- und Neunzigerjahre.


Yony Leysers Doku erinnert an die wilde, revolutionäre und hochkreative Zeit der Queercore-Bewegung der Achtziger- und Neunzigerjahre (Bild: Edition Salzgeber)

Was machst Du, wenn es die offene Gemeinschaft, die Du als queerer Punk dringend brauchst, nicht gibt? Rede Dir einfach ein, es gibt sie doch! Klebe und drucke Fanzines, drehe und vertreibe subversive Filme, schreibe anarchistische Songs, do it yourself und vor allem: don't give a fuck! Nach und nach wird aus der anfänglichen Pseudo-Gemeinschaft eine revolutionäre Welle werden und eine internationale Bewegung!

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Die Edition Salzgeber hat "Queercore" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht

Der Dokumentarfilm "Queercore: How to Punk a Revolution" erzählt die Geschichte jener losen Gruppe von nordamerikanischen Punk-Künstlerinnen, die in den Achtziger- und Neunzigerjahren ihre queeren Identitäten radikal ins Zentrum der eigenen Arbeiten rückten und sich damit nicht nur gegen die damals von heterosexuellen Männern dominierte und latent homophobe Punk-Szene auflehnten, sondern auch gegen den allzu angepassten schwulen Mainstream.

Regisseur Yony Leyser ("William S. Burroughs – A Man Within", "Desire Will Set You Free"), einst selbst queerer Punk, lässt dazu die schillernden Schlüsselfiguren der Bewegung zur Wort kommen: die Filmemacherinnen Bruce LaBruce und G.B. Jones, die Musikerinnen Kim Gordon (Sonic Youth), Jody Bleyle (Team Dresch) und Kathleen Hanna (Bikini Kill), ihren schamlosen Wegbereiter John Waters – und viele mehr. Künstlerinnen wie Beth Ditto und Peaches erzählen, wie die Bewegung ihr Verständnis von queerem Leben und Denken, das sich von allen normativen Einschränkungen löst, geprägt hat.

Filmclips, Konzertausschnitte und Aufnahmen der spektakulärsten Aktionen dokumentieren das vielschichtige Schaffen der queeren Punk-Bewegung. Leysers mitreißendes Szene-Porträt schließt nicht nur eine klaffende Lücke innerhalb der nicht-heterosexuellen Geschichtsschreibung, es ist auch ein wilder Appell gegen jede Form der falschen Anpassung. (cw/pm)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zur DVD

Queercore: How to Punk a Revolution. Dokumentarfilm. USA 2017. Regie: Yony Leyser. Mitwirkende: Bruce LaBruce, G.B. Jones, Genesis Breyer P-Orridge, John Waters, Justin Vivian Bond, Lynn Breedlove, Jody Bleyle, Silas Howard, Pansy Division, Penny Arcade, Kathleen Hanna, Kim Gordon, Deke Elash, Tom Jennings, Beth Ditto, Peaches. Laufzeit: 83 Minuten. Sprache: englische Originalfasssung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Edition Salzgeber.


#1 Cynth
  • 22.06.2018, 08:51h
  • Reicht Abkleben der Brustwarzen eigentlich echt, damit oben ohne für Frauen nicht strafbar ist?

    Wär cool, falls das Wetter beim CSD am WE doch besser werden sollte. Also, falls es wer genauer weiß... :D
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#2 MaenneAnonym
#3 herve64Profil
  • 23.06.2018, 11:18hMünchen
  • Antwort auf #1 von Cynth
  • Ist dir eigentlich klar, dass deine Frage und dein anschließendes Wunschdenken genau das Gegenteil von dem ist, was der Film aussagt?

    Du fragst hier quasi indirekt nach der Erlaubnis dafür, als Frau mit freiem Oberkörper auf die Straße zu gehen, wohingegen die Aktricen in diesem Film es einfach tun und auf Konventionen auf gut deutsch schei*en. So halten es ja auch die Femen-Aktivistinnen.

    Wie schon einst Stalin sagte: "Revolutionen in Deutschland sind unmöglich, denn dazu müsste man ja den Rasen betreten."
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