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Buchtipp

Wie ein Döner-Verkäufer die Homosexualität seines Sohnes akzeptierte

In seinem Roman "Die Wunschplatane" thematisiert Yusuf Yeşilöz die Zwangsverheiratung eines jungen Schwulen in der Türkei – aber auch die persönliche Überwindung homophober Traditionen.


Sujetbild: Der in einem kurdischen Dorf geborene Schweizer Schriftsteller Yusuf Yeşilöz erzählt die Geschichte des Dönerverkäufers Safir (Bild: Odil Ruzaliyev / wikipedia)
  • 22. Juni 2018, 06:35h, noch kein Kommentar

Der Ich-Erzähler ist Schriftsteller und reist in ein Schweizer Städtchen, um eine Schulklasse eine Woche lang in kreativem Schreiben zu unterrichten. Im einzigen Kebabladen des Orts trifft er Safir, den Wirt.

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Im Roman "Die Wunschplatane" geht es um Eltern und die Wege ihrer Kinder

Die beiden Männer pflegen ihre Sehnsucht nach dem Dorf, erzählen aus ihrem Leben – und allmählich erfährt der Erzähler Safirs Geschichte. Safir und seine Frau Narin hatten einst die Homosexualität ihres Sohnes Beyto nicht akzeptieren wollen und ihn im Heimatdorf überraschend mit einer Cousine verheiratet. Aber Beyto hat sich aus dem für ihn vorgesehenen Leben abgesetzt und lebt heute in London.

Verschiedene Erzählebenen flechten sich in Yusuf Yeşilöz' Roman "Die Wunschplatane" ineinander. Geduldig hört der Erzähler zu, wie Safir gelernt hat, mit der Homosexualität seines Sohnes zu leben, und er hat ein Ohr für seine emanzipierte Pensionswirtin Regine Dalcher, die ihr Leben ganz auf ihren behinderten Bruder ausgerichtet hat. Behutsam begleitet er parallel die Schüler in ihren Versuchen, mit ersten Texten dem eigenen Leben Ausdruck zu geben.

Als der Erzähler wieder nach Hause reist, schickt ihm Safir eine SMS: "Wenn du meine Geschichte schreiben willst, stell sie so dar, als wäre sie auch deine eigene." (cw/pm)

Infos zum Buch

Yusuf Yeşilöz: Die Wunschplatane. Roman. 200 Seiten. Limmat Verlag. Zürich 2018. Gebundene Ausgabe: 29 € (ISBN 978-3-85791-848-3). Ebook: 24,80 €