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Ehe für alle als "Pinkwashing" des Kapitalismus?

Sahra Wagenknecht schürt Homophobie

Für die Fraktionschefin der Linken sind Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz das "Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten".


Wird in diesem Leben keine Schwulenmutti mehr: Sahra Wagenknecht (Bild: Linksfraktion)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Sahra Wagenknecht, die LGBTI-Themen immer rechts liegen ließ, hat mal die Ehe für alle erwähnt. Allerdings nicht etwa als größte menschenrechtspolitische Errungenschaft der letzten Legislaturperiode, sondern als Beispiel für eine Art "Pinkwashing" des bösen Kapitalismus.

In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Welt" schreibt die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag:

Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten. Und es widerspricht sich ja nicht: Ehe für alle und sozialer Aufstieg für wenige, Frauenquote in Aufsichtsräten und Niedriglöhne dort, wo vor allem Frauen arbeiten, staatlich bezahlte Antidiskriminierungsbeauftragte und staatlich verursachte Zunahme von Kinderarmut in Einwandererfamilien.

Nun erkennt Wagenknecht zumindest an, dass im Ergebnis dieses "Policy Mix" die Rechte "vormals ausgegrenzter und diskriminierter Minderheiten real gestärkt" wurden, doch "wächst die Ungleichheit und schmilzt der Wohlstand der Mitte".

Lesben und Schwulen sind zwar nicht direkt Schuld daran, dass immer mehr Menschen in Deutschland in Armut leben, aber irgendwie scheinen sie doch etwas damit zu tun haben, scheint uns die Linke-Fraktionschefin sagen zu wollen. So widerlich hat bislang noch kein deutscher Spitzenpolitiker Minderheitenrechte und soziale Fragen gegeneinander ausgespielt. Indem Wagenknecht einen Zusammenhang konstruiert, wo keiner besteht, schürt sie Homo- und Transphobie. Und verhöhnt den jahrzehntelangen Kampf von Aktivist*innen für die erzielten Errungenschaften.

Mit dem Gastbeitrag in der "Welt" wollte Sahra Wagenknecht für ihr Projekt einer angeblich linken Sammlungsbewegung werben. Eigentlich keine schlechte Idee, denn Deutschland braucht dringend eine alternative Regierungsoption, die sich soziale Gerechtigkeit und Einsatz für die Menschenrechte aller auf die Fahnen schreibt. Leider ist die Chefin der Linksfraktion dafür die völlig falsche Leitfigur.

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#1 MariposaAnonym
#2 MariposaAnonym
  • 25.06.2018, 14:24h
  • Frau Wagenknecht, ich bin beides :
    Arm und schwul !! Was soll das denn bitte ? Solche abenteuerlichen Thesen habe ich selbst noch nicht von den neoliberalen Rot-grünen gehört.... So einen Schwachsinn könnte vielmehr von Alice Weidel stammen....
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#3 AfD globalAnonym
  • 25.06.2018, 14:42h
  • Antwort auf #2 von Mariposa
  • Wagenknecht ist so weit links am Ende des Kreises, dass sie mit den Rechtsextremen einen mühelosen Schulterschluss eingehen kann. Das war doch bei der Fage der Geflüchteten auch schon mal so, ist noch gar nicht lange her.
    Die Linke muss diese Möchtegern-Luxemburg entweder loswerden oder als Kumpanin der AfD gelten.
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#4 saltgay_nlProfil
  • 25.06.2018, 14:45hZutphen
  • Handelt es sich hier um einen Beitrag der LSU?
    Ich vermag bei der Textinterpretation allein einen Zusammenhang zwischen Homophobie und Transphobie herstellen, wenn ich dem Autor bescheinigen muss, dass er ein Bewegungs-Sektierer und Wagenknechthasser ist. Das tue ich gern.

    Aber als Journalist und Autor nehme ich für mich in Anspruch die deutsche Sprache zu beherrschen und vermag aus diesem Zitat nichts in dieser Art herauszulesen.

    Allerdings kann er das als seine Meinung natürlich äußern. Ich habe nie bestritten, dass es auch unter Schwulen Leute vom Schlage wie Gerhard Löwenthal gibt.

    Unbestritten ist die "Ehe für Alle" lediglich ein Trostpflaster für diejenigen Wähler gewesen, wo man befürchten müsste, dass sie der Koalition auch noch von der Fahne gehen. Dies als das herausragendste Ereignis der vergangenen Koalition zu feiern lässt auf eine kleinstkarierte Weltsicht schließen. Sonst hat der Autor wohl keine Probleme.
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#5 AEMR1948Anonym
  • 25.06.2018, 14:50h
  • Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind die Mindesstandards einer liberalen Gesellschaft. Dass da die gerechte Umverteilung in unserem Wirtschaftssystem nicht dazu gehört, ist klar, dafür gibt es auch keine Mehrheit! Mit den 8% der Linkspartei wird das auch nichts. Dass sich SPD und Grüne nun aufgrund ihrer Agenda 2010 Vergangenheit für eine gerechtere Umverteilungspolitik bisher immer noch nicht einsetzen, haben mittlerweile auch fast alle mitbekommen. Daher ist es doch erfreulich, dass wenigstens noch bei der Weltoffenheit und dem Minderheitenschutz etwas erbauliches bei herausgekommen ist bei RRG am 30.06.2017 im Bundestag, nämlich 100% Übereinstimmung! Schade, dass Frau Wagenknecht hier so undifferenzierte Ansichten vermittelt! Frau Wagenknecht hat übrigens, im Gegensatz zur Kanzlerin, für die gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt.

    www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=4
    86


    Daher ist der Vorwurf der Homophobie unpassend und das Wagenknecht-Bashing sollte sich queer.de sparen. Das machen die anderen Medien schon genug!
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#6 Cynth
  • 25.06.2018, 14:51h
  • Wow, nach dem Lesen dieses Gastbeitrags bleibt der Eindruck doch stark, wie es kürzlich ein anderer Politiker ausgedrückt hat: Minderheitenschutz ist dekadent.

    So richtig getraut habe ich der Partei und der Person noch nie, aber nach einigen Sätzen, die sie da von sich gibt, ist das Fazit leider nicht mehr bloß "mangelnde Solidarität", sondern schon eher "politischer Gegner".
    Wirklich traurig, wenn der Frau ihre Parallele zum AfD-Sprech nichtmal auffällt, bzw. ihre offenkundig kritiklose Übernahme diverser Denkmuster dieser Leute. Und das, nachdem links mal anders sein wollte als rechts.
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 25.06.2018, 14:57h
  • Antwort auf #2 von Mariposa
  • Ja, es gibt sogar arme Juden!

    Die Querfront-Strategie wundert mich nicht. Trotz Wagenknechts Stimmabgabe für die Gleichstellung.

    Wer wie Wagenknecht beim neozaristischen Putin-Sender 'RT deutsch' verkündet: "Ich weiß gar nicht, was die freie Welt ist", obwohl Marx und Engels z. B. aus guten Gründen in London und nicht in Moskau gestorben sind, der ist nun mal nicht links.

    Nicht mal liberal.

    Sondern unfrei.

    Weil er/sie mörderisch homophoben Regimen zuarbeitet.
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#8 remixbeb
#9 AufrechtgehnProfil
  • 25.06.2018, 15:05hFrankfurt am Main
  • Nun immer mal langsam mit den jungen Pferden!

    Inhaltlich hat Frau Wagenknecht mit ihrer Aussage ja vollkommen recht: während es an einigen Stellen Fortschritte gibt, wie die Ehe für alle, nimmt die immer ungleichere Verteilung der Ressourcen massiv zu.

    Ich lese aus dieser Aussage keine Kritik an der Homo-Ehe und auch kein "Ausspielen" gegeneinander. Ich lese nirgends, dass die Linke die erwähnten Errungenschaften wieder abschaffen will, sondern lediglich eine absolut berechtigte Kritik, dass es in Bereichen, die viele Menschen betreffen, nach wie vor extrem ungerecht zugeht, was den gesellschaftlichen Zusammenhang gefährdet.

    Und exakt dieser Umstand kann uns ganz schnell "in den Arsch beißen": die wachsende Unzufriedenheit und das Gefühl des Ausgegrenztseins von immer breiteren Bevölkerungsschichten, die beispielsweise aus der ständigen Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse erwächst, äußert sich ja - leider - in einer immer stärkeren Zustimmung für die rechtsradikalen Parteien wie CSU oder AfD. Und wenn letztere nach der nächsten Wahl erst an der Regierung beteiligt ist (und ohne sie wird es rein rechnerisch nicht mehr gehen), ist die Homo-Ehe ganz schnell wieder Geschichte.

    Deswegen sollte es gerade auch in unserem Interesse sein, für eine gerechtere Politik für Alle einzutreten, sprich: bedingungsloses Grundeinkommen, auskömmlicher Mindestlohn, sanktionsfreies und auskömmliches Hartz IV, Entfristung von Beschäftigungsverhältnissen, gerechte Bildungspolitik, Vermögens- und Transaktionssteuer, etc. pp.

    Es drängt sich schon manchmal der Eindruck auf, die Schwulenverbände verharren im Elfenbeinturm, pflegen ihr Erbe, spielen sich als Hüter der Political Correctness und in Genderfragen auf und nehmen nicht den massiven, bedrohlichen Rechtsruck in der Bevölkerung wahr. Ich bin nicht mit allem einverstanden, was Frau Wagenknecht sagt, aber wenn wir uns nicht mit dem immer stärkeren Auseinanderdriften unserer Gesellschaft und vor allem den Ursachen dafür, nämlich der immer weiter sich öffnenden Schere zwischen Arm und Reich, befassen, fliegt uns das Erbe der Bewegung ganz schnell um die Ohren.
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#10 AfD globalAnonym
  • 25.06.2018, 15:07h
  • Antwort auf #4 von saltgay_nl
  • ---Aber als Journalist und Autor nehme ich für mich in Anspruch die deutsche Sprache zu beherrschen und vermag aus diesem Zitat nichts in dieser Art herauszulesen.---

    Lesen alleine reicht nicht, man muss auch denkend verstehen können, dann ist der queer.de-Beitrag schlüssig und zutreffend analysiert. Aber um das zu können, darf man halt nicht mit Ideologie vernagelt sein ...
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