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Jared Polis gewinnt Vorwahl

Erster offen schwuler Gouverneur der USA?

Nach einem überwältigenden Sieg bei den demokratischen Vorwahlen gilt Jared Polis als Favorit auf den Gouverneursposten von Colorado.


Jared Polis könnte im November Geschichte schreiben, wenn er die Gouverneurswahlen gewinnt (Bild: Office of Congressman Jared Polis)
  • 27. Juni 2018, 11:01h, noch kein Kommentar

Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten könnte ein offen schwuler Politiker Regierungschef eines Bundesstaates werden: Der linksliberale US-Abgeordnete Jared Polis hat am Dienstag die Vorwahlen der Demokratischen Partei auf den Gouverneursposten in Colorado gewonnen. In dem Bundesstaat, den Polis' Parteifreundin Hillary Clinton 2016 mit fünf Prozentpunkten Vorsprung vor Donald Trump gewinnen konnte, gilt er nun als Favorit für die Wahl am 6. November.

Polis konnte laut "Denver Post" 43 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen – und hat damit großen Vorsprung vor dem früheren Landesfinanzminister Cary Kennedy (26 Prozent) und dem früheren Senator Mike Johnson (24 Prozent). Bei den Vorwahlen reicht die relative Mehrheit zum Sieg.

Der Sieger ist ein 43-jähriger Self-Made-Millionär, der um die Jahrtausendwende mit Internetfirmen wie ProFlowers.com enorme Gewinne erzielen konnte; sein persönliches Vermögen wird inzwischen auf 400 Millionen Dollar geschätzt. 2008 konnte er erstmals die Wahlen zum US-Kongress gewinnen und sitzt seither in dem 435 Mitglieder zählenden Parlament. Polis war nach Barney Frank erst der zweite offen schwule Kandidat, der in diese Kammer gewählt worden war (queer.de berichtete).

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Nun muss sich Polis im Gouverneusrennen gegen den Sieger der republikanischen Vorwahlen, Walker Stapleton, durchsetzen. Der 44-Jährige ist der Großcousin von George W. Bush.

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Polis will als Anti-Trump-Kandidat gewinnen

In einem Interview mit dem LGBTI-Magazin "The Advocate" sagte Polis vor den Vorwahlen, dass er sich um das Gouverneursamt bewerbe, um gegen die Trump-Agenda zu kämpfen: "Weil Trump uns bei so vielen Fragen in die Vergangenheit führt, brauchen wir eine mutige Führung auf Landesebene", so Polis. "Ich denke, ich kann mehr Fortschritte in Colorado anstoßen."

Der Wahlkampf in Colorado wird derzeit vor allem von Steuerpolitik und der Regulierung von Marihuana bestimmt. Polis hatte sich gegen Steuersenkungen und für eine weitere Liberalisierung der Nutzung der weichen Droge Cannabis ausgesprochen, die seit 2014 in Colorado legal ist. Sein republikanischer Gegner wirbt für das Gegenteil.

Bislang war erst einmal ein offen schwuler Kandidat zu Gouverneurswahlen angetreten: 2014 unterlag Mike Michaud im Bundesstaat Main dem LGBTI-feindlichen republikanischen Amtsinhaber Paul LePage mit 43 zu 48 Prozent.

Außerdem war der schwule Politiker Jim McGreevey von 2002 bis 2004 Gouverneur des Bundesstaates New Jersey. Der damals mit einer Frau verheiratete Demokrat outete sich allerdings erst, als die Presse über seine Affäre berichtete ("Die Wahrheit ist, dass ich ein schwuler Amerikaner bin") – und erklärte am gleichen Tag seinen Rücktritt (queer.de berichtete).

Erste und bislang einzige LGBTI-Gouvnerneurin, die ihre sexuelle Orientierung nicht versteckte, war die bisexuelle Demokratin Kate Brown, die 2015 nach dem Rücktritt von John Kitzhaber das Amt als Regierungschefin des Bundesstaates Washington übernahm. 2016 konnte sie bei einer Wahl ihr Amt verteidigen: Sie erhielt 51 Prozent der Stimmen, ihr republikanischer Kontrahent Bud Pierce kam auf nur 43 Prozent. (dk)