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USA

Profi-Fußballer Collin Martin outet sich

Der Mittelfeldspieler des Erstligisten Minnesota United will zum Pride-Monat eine Botschaft setzen – und andere zu mehr Offenheit ermutigen.


Das Spiel zum Coming-out wird am Freitagabend vom amerikanischen Sender ESPN übertragen

In den USA hat sich am Freitag ein Spieler in der professionellen Major League Soccer als schwul geoutet: Der 23-jährige Mittelfeldspieler Collin Martin, der bei Minnesota United unter Vertrag steht, kündigte auf Twitter sein Coming-out an – vor einem Spiel gegen den FC Texas, das der Verein zugleich im fünften Jahr in Folge als "Pride Night" feiert. Ein Teil der Erlöse des Abends geht an queere Organisationen, auch sind Regenbogenflaggen- und farben im Stadion und auf Spieler-Trikots geplant, um ein Zeichen gegen Homophobie im Sport zu setzen.

"Heute wird mein Team, Minnesota United, seine Pride-Nacht abhalten", schrieb der 23-Jährige am Freitagnachmittag deutscher Zeit auf Twitter. "Das wird eine wichtige Nacht für mich. Ich werde erstmals öffentlich verkünden, dass ich ein offen schwuler Spieler im Major League Soccer bin".

Gegenüber seiner Familie und Freunden sei er schon lange out gewesen. "Und das beinhaltet auch meine Teamkollegen", so Martin, der in der laufenden Saison 17 Mal für den Verein antrat. "Ich habe für sechs Seasons in der MLS gespielt: Vier mit [dem Hauptstadt-Club] DC United und zwei mit Minnesota United. Heute bin ich stolz darauf, dass mein gesamtes Team und das Management von Minnesota United wissen, dass ich schwul bin. Ich habe von allen in der Major League Soccer nur Freundlichkeit und Akzeptanz erhalten und das hat die Entscheidung, mich öffentlich zu outen, viel einfacher gemacht".

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®

Eine Botschaft für mehr Zuversicht

Martin ist nach Robbie Rogers erst der zweite MLS-Spieler, der sich outet – und derzeit der einizige aktive offen schwule Spieler in den fünf wichtigsten Profiligen des US-Team-Sport.

Twitter / martcw12

"Während wir die Pride Night feiern, möchte ich meinen Teamkollegen danken, dass sie mich bedingungslos so unterstützt haben, wie ich bin", schrieb Martin weiter. "Angesichts meiner Erfahrung als professioneller Athlet möchte ich diesen Moment nutzen, um andere, die beruflich oder anderweitig professionell Sport treiben, zu ermutigen, die Zuversicht zu haben, dass der Sport sie von ganzem Herzen willkommen heißen wird". Der Juni sei der Pride-Monat. "Und ich bin stolz darauf, zum Pride zu spielen und als offen schwuler Mann zu spielen."

Twitter / dcunited | Erste Glückwünsche kamen u.a. von Martins früherem Team Washington DC, wo seine Karriere in der Academy begann. Zwischen 2012 und 2013 absolvierte er auch fünf Spiele in der U20-Nationalmannschaft

Das Spiel am Abend wird von einem Lokalsender sowie landesweit von ESPN übertragen. Minnesota United steht derzeit auf Platz 9 in der "Western Conference", einer Hälfte der regional aufgeteilten ersten Liga des US-Fußballs. Das Team ist in der Kleinstadt Golden Valley beheimatet, im Einzugsbereich der Metropolregion der Großstädte Minneapolis und St. Paul mit über 3 Millionen Einwohnern.

Das Vorbild Robbie Rogers hatte 2017 seine Karriere beendet (queer.de berichtete). Der Spieler von LA Galaxy hatte sich 2013 geoutet, rund ein Jahr vor dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.



#1 Julian SAnonym
  • 29.06.2018, 18:40h
  • Bravo!

    Solche Sportler sind ECHTE Vorbilder und Idole. Nicht, weil sie schwul sind; auch Heteros können Vorbilder und Idole sein. Sondern weil sie zu sich selbst stehen und ihren Fans keine Schmierenkomödie vorspielen wie so viele andere Sportler.
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#2 2wtweteAnonym
  • 29.06.2018, 19:34h
  • Die Tatsache, dass das Coming Out von Hitzlsperger, d. h. eines Nicht-Aktiven, ein internationales Medienecho auslöste, das Coming Out von Collin Martin aber nicht, zeigt, dass es wirklich darauf ankommt wo derjenige, der sich outet, spielt.

    Die US Major League ist nun nicht gerade eine der stärksten. Die USA konnten sich noch nichtmals für die Fußball-WM 2018 qualifizieren. US-Fußball kann international nicht gut mithalten.

    Vor dem Hintergrund ist das Coming Out von Collin Martin eher ähnlich wie das von Robbie Roggers zu sehen, mit dem Unterschied, dass Collin Martin aktiv ist.

    Ein wirklich bedeutendes Coming Out im Profi-Fußball würde ein deutlich größeres und vor allem internationales Medienecho auslösen. Dieses Coming Out ist leider nicht so bedeutend wie wenn sich ein aktiver Bundesliga-Profi outen würde.
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#3 NicoAnonym
  • 29.06.2018, 19:46h
  • Damit hilft er nicht nur vielen anderen Menschen und ist ein echtes Vorbild an Sportlichkeit, sondern es wird auch ihm selbst helfen.

    Selbst wenn man sich auch vor dem Outing wohl gefühlt hat - erst danach merkt man, wie viel besser es einem dann geht und was man sich davor angetan hat.

    Diese ewige Angst vor Enttarnung, immer aufpassen müssen, mit wem man wo gesehen wird, jedes Wort auf die Goldwaage legen, sich ständig selbst verstellen, etc. Das alles kann nicht ohne seelische Folgen bleiben...
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#4 PierreAnonym
  • 29.06.2018, 19:55h
  • Daran kann sich so manch anderer Sportler mal ein Vorbild nehmen....

    Es ist nicht peinlich zu lieben.
    Es ist nur peinlich, sich selbst zu verleugnen und seine Fans zu belügen.
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#5 Gerlinde24Profil
  • 30.06.2018, 04:41hBerlin
  • Congrat to your CO, Collin. Ich wünschte mir, dass auch deutsche Fußballer den Mut zum Coming out finden, und nicht nur nach dem Ende der Karriere, sondern als aktiver Spieler.
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#6 Sabelmann
  • 30.06.2018, 05:48h
  • Antwort auf #2 von 2wtwete
  • "!Die USA konnten sich noch nichtmals für die Fußball-WM 2018 qualifizieren. US-Fußball kann international nicht gut mithalten."
    Na wenn Du schon vergleichst: Von der Wirkung und "Bedeutung" Eurer Mannschaft diesmal, ist es dasselbe!
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#7 schwarzerkater
#8 schwarzerkater
  • 30.06.2018, 06:11h
  • "Martin (...) derzeit der einizige aktive offen schwule Spieler in den fünf wichtigsten Profiligen des US-Team-Sport."
    Überall wo es um viel Kohle geht, in diesen Sportarten finden sich weltweit so gut wie keine aktiven offen geouteten Spieler. Lediglich im Damentennis schaut die Lage besser aus.
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#9 Patroklos
#10 stephan
  • 30.06.2018, 11:35h
  • Ein guter und mutiger Schritt! Ich wünsche Collin Martin alles erdenklich Gute und hoffe, dass er von allzu massiven Anfeindungen verschont bleibt!
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