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Misslungener Scherz

Boris Palmer: "Tübingen wird LSBTTQI-Ankerzentrum"

Der Grünenpolitiker kündigt auf Facebook – offenbar als Witz – ein rosarotes LSBTTQI-Ankerzentrum an. Eine Sprecherin der queeren Grünen rügt daraufhin ihren Parteifreund für sein "braunes AfD-Niveau".


Boris Palmer ist seit Januar 2007 Oberbürgermeister von Tübingen (Bild: Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg / flickr)

Erneut sorgt der Grünenpolitiker Boris Palmer innerparteilich für Kopfschütteln: Der Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, der sich gerne als politisch inkorrekter Bürgerversteher inszeniert, hat in einem Facebook-Eintrag vom Montagnachmittag einen rosafarbigen Anstrich im öffentlichen Raum seiner Stadt als "LSBTTQI-Ankerzentrum" bezeichnet.

"Im Zentrum der Stadt haben wir jetzt rosa als Leitfarbe etabliert", so der 46-jährige Kommunalpolitiker. "So werden jetzt die Gehwege und die Straßenlaternen gestaltet. Damit wollen wir ein klar sichtbares Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen."



Der Begriff Ankerzentrum stammt eigentlich aus der aktuellen Asyldebatte. Erst vergangenen Monat hatte sich Palmer gemeinsam mit dem CDU-Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd in einem FAZ-Artikel für Ankerzentren für Asylbewerber ausgesprochen und dafür geworben, dass Flüchtlinge, "die wiederholt negativ auffallen und das Zusammenleben massiv stören, an staatliche Einrichtungen wie die Ankerzentren zurückzuüberstellen". Die Ankerzentren stehen im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, wurden jedoch von führenden grünen Politikern abgelehnt.

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QueerGrün-Sprecherin: "Boris Palmer ist bei Menschenrechten eine Null"

Grünen-Politikerin Maike Pfuderer aus Stuttgart kritisierte den Eintrag scharf. Dieser sei ein "weiterer Grund zum Fremdschämen und Beleg dafür, dass Boris Palmer in Sachen Menschenrechten eine Null" sei, so die lesbische Transfrau. Bei dem Kommentar des Oberbürgermeisters handle es sich um "braunes AfD-Niveau", schrieb die Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft QueerGrün auf ihrer Facebook-Seite.

In mehreren Einträgen kritisierte sie ihren Parteifreund für den "sehr dummen homophoben Scherz" scharf: "Anker steht für Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung (AnkER)", belehrte sie etwa den Tübinger OB. "Wie geschichtsvergessen, um nicht zu sagen dumm, muss ein Mensch sein, der Lesben, Schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen mit Lagern und der Farbe rosa in Verbind bringt. Rosa, das war die Farbe, die schwule Männer im KZ tragen mussten." Dazu verlinkte sie den Wikipedia-Eintrag zum Rosa Winkel.



Palmer, der seit 2007 im Tübinger Rathaus sitzt, war bereits wiederholt mit LGBTI-Aktivisten aneinander geraten. 2011 stellte er die Forderung seiner Partei für ein vollständiges Adoptionsrecht für Homo-Paare in Frage, weil seine Partei damit keine Mehrheiten gewinnen könne (queer.de berichtete). Später behauptete er, falsch zitiert worden zu sein (queer.de berichtete).

Im Jahr 2016 beschwerte sich der Oberbürgermeister über die angeblich "überspannte Aggression gegenüber der Mehrheitsgesellschaft", die von LGBTI-Aktivisten ausgehe (queer.de berichtete). Die LAG QueerGrün Berlin kritisierte daraufhin, dass Palmer "eine ganze Bewegung, die gleiche Rechte über Jahrzehnte mühsam und gegen vehemente Widerstände erkämpfen musste", abwerte.

Auf Facebook kritisierte der Tübinger Grünenpolitiker auch wiederholt die Berichterstattung von queer.de als zum großen Teil "frei erfunden und ideologisch gequirlt" (queer.de berichtete). (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 09.07.2018, 15:51h
  • Herr Palmer ist in einem bedenklichen geistigen Zustand.

    Hätte er auch über "Juden-Lager" seine flachen Witze gemacht?
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#2 GerritAnonym
  • 09.07.2018, 15:59h
  • Hält der sich auch noch für witzig?

    Ist ja nicht das erste mal, dass er diesbezüglich auffällt...

    Jetzt ist wirklich meine Geduld am Ende:
    Ich erwarte von den Grünen (insbesondere auch den Bundes-Grünen), dass sie sich endlich mal eindeutig zu Personen wie Palmer, Salomon, etc. äußern und Position beziehen.

    Dieser Korpsgeist, den es auch bei den Grünen gibt, wo schon viel weniger Vorfälle bei anderen Parteien lautstark kritisiert werden, während bei ähnlichem in der eigenen Partei weggesehen wird, finde ich langsam zum Kotzen.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 09.07.2018, 16:16h
  • Antwort auf #2 von Gerrit
  • "Dieser Korpsgeist, den es auch bei den Grünen gibt, wo schon viel weniger Vorfälle bei anderen Parteien lautstark kritisiert werden, während bei ähnlichem in der eigenen Partei weggesehen wird, finde ich langsam zum Kotzen."

    Diesen Korpsgeist gibt es v.a. bei den Grünen.
    Sowohl SPD als auch Linkspartei sind da viel selbstkritischer, während sich die Grünen für die Ausgeburt des Heiligen Geistes halten.
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#4 MaikeAnonym
#5 goddamn liberalAnonym
#6 PierreAnonym
  • 09.07.2018, 16:46h
  • Diese Aussage ist nicht nur LGBTI-feindlich, sondern verhöhnt mit dem Verweis auf Ankerzentren auch Flüchtlinge.
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#7 EulenspiegelAnonym
  • 09.07.2018, 17:00h
  • Die Vorgeschichte der Begriffskombination "Queer", "Lager" und "Rosa" sollte eigentlich so tief im historischen Bewusstsein verankert sein, dass sich Scherze darüber von selbst verbieten.

    Dass Herrn Palmer ein paar der Sicherungen durchgebrannt sind, die demokratische Bürger zumindest in der Öffentlichkeit von Faschismus-Verharmlosungen abhalten (wenn sie die schon im eigenen Hirnkästlein nicht verhindern können), war aber leider auch vorher schon bekannt.
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#8 swimniAnonym
  • 09.07.2018, 17:02h
  • Salomon und palmer, beide enttäuschen in der Realpolitik und gerieren sich als überheblich. was versprechen sie sich davon? es doch nur dumm.
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#9 AFD-WatchAnonym
  • 09.07.2018, 17:22h
  • "Beachtlich schnelle Arbeit", schreibt Herr Palmer.
    Komisch, wo er selber "beachtlich schnell" auf Fratzenbuch antwortet. Etwa langeweile, Herr Bürgermeister? Wird das von der Arbeitszeit abgezogen oder fällt die Rumtrödelei auf dem Schlauphone unter "Zigarrettenpause"?
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#10 TimonAnonym
  • 09.07.2018, 17:46h
  • Entweder die Grünen ziehen langsam mal Konsequenzen oder die Grünen werden für mich unwählbar.
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