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Angriff auf Kunst- und Pressefreiheit

Jens Kestner, Opfer der queeren Weltverschwörung

Der AfD-Bundestagabgeordnete beklagt einen "Feldzug" für LGBTI-Akzeptanz im TV und "Hass auf Heterosexuelle". Die Förderung eines queeren Theaterprojekts nennt er "Betrug am Steuerzahler".


Der AfD-Abgeordnete Jens Kestner im Deutschen Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Muss man über jedes Stöckchen der AfD springen? Nein, machen wir auch nicht. Aber diesen Facebook-Post des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Kestner greifen wir mal auf, zeigt er doch exemplarisch, wie die rechtsextreme Partei an ihrer LGBTI-feindlichen Fiktion einer queeren Weltverschwörung strickt.

Es beginnt mit der NDR-Meldung, dass das Theater Lüneburg 240.000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes für sein Projekt "Queere Kreuzzüge" erhält. Schon beim Namen scheinen beim LGBTI-"Experten" Kestner, Mitglied des Verteidigungsausschusses und im Hauptberuf Bestatter, die Sicherungen durchgebrannt zu sein. "Dass der Bund mit einer Viertelmillion Euro Steuergeld das Abgrenzen von Geschlechternormen und den 'Blick fürs Anderssein' finanziert, könnte man angesichts dringender infrastruktureller Aufgaben auch als Betrug am Steuerzahler deklarieren", empört sich der Abgeordnete über das "knallrote niedersächsische Ideologie-Projekt".

+++ Jens Kestner, MdB, zur ideologisch begründeten Steuergeld-Verschwendung für rote Kampagnen +++ Jens Kestner: ?Für…

Gepostet von Jens Kestner am Mittwoch, 11. Juli 2018
Facebook / Jens Kestner

Vielleicht mag jemand Herrn Kestner mal darüber aufklären, dass auch Lesben und Schwule in Deutschland Steuern zahlen (mit Ausnahme von Alice Weidel natürlich). Und nur nebenbei: Bei den "Queeren Kreuzzügen" werden keine Heteros geköpft und nicht mal zwangshomosexualisiert. Das Gemeinschaftsprojekt von Theater Lüneburg, Kampnagel Hamburg und der Tanzcompagnie Queerpraxis um Josep Caballero Garcia besteht aus den beiden doch eher harmlosen Produktionen "Melancholia. Eine queere Oper" mit Musik von Alexandra Holtsch und "Queer Iberia", komponiert von Lüneburgs Generalmusikdirektor Thomas Dorsch.

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"'Werbetrommel' für Gender und Multi-Sexualität"

Für den AfD-Politiker ist die Theaterförderung jedoch nur Teil eines "Feldzuges" für LGBTI-Akzeptanz: "Seit Jahren ist es der Fernsehzuschauer gewöhnt, dass in Filmen und Serien, Homosexualität als etwas Normales, ja sogar Wünschenswertes, präsentiert wird", empört sich Kestner auf Facebook. "Begonnen hat dieser Feldzug mit von Gebühren der GEZ-Zahler finanzierten 'Lindenstraße', der 'Werbetrommel' für Gender und Multi-Sexualität und der Plattform für jedwede Akzeptanz illegaler Zuwanderung. Und wer diese Kampagne nicht als 'wünschenswert' betrachtet, weil er von seinen GEZ-Gebühren etwas anderes erwartet, wird medial ausgegrenzt."

Die Verquickung einer einmaligen Theaterförderung mit dem Thema LGBTI-Sichtbarkeit im TV und GEZ-Gebühren ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern zeigt auch, wie wenig der ach so ausgegrenzte AfD-Politiker von der grundgesetzlich garantierten Kunst- und Pressefreiheit hält.

Als jüngstes Beispiel der queeren Weltverschwörung nennt Jens Kestner schließlich die "Du Hetero Sau!!!!!"-Postkarte der SPDqueer Berlin-Pankow, die Heterosexuelle dazu auffordert, bei homophoben Sprüchen nicht wegzuhören – dabei wurde die aus der Parteikasse und gar nicht von den GEZ-Gebühren oder aus Steuermitteln finanziert. Doch selbst hinter dem provokativen Berliner Kiezkärtchen wittert der AfD-Politiker einen Kreuzzug gegen die gemischtgeschlechtliche liebende Mehrheit: "Eine SPD-Kampagne, die den Hass auf Heterosexuelle fördert, passt zu den verqueren Ansichten roter Ideologen!"

Verschwörungstheorien, Täter-Opfer-Umkehr, politische Lügen und der Angriff auf Grundrechte sind Wesensmerkmale brauner Ideologen. Wann endlich wird die AfD als Partei durch den Verfassungsschutz beobachtet?



#1 JasperAnonym
  • 12.07.2018, 11:07h
  • 1. Kulturförderung ist auch eine Aufgabe des Staates. Und dabei geht es eben darum, möglichst vielfältige Kulturförderung zu betreiben und nicht nur einseitig, was einer einzelnen Partei gefällt oder missfällt.

    2. Nur weil man auch Kultur mit LGBTI-Inhalten fördert, ist das doch kein Hass auf Heterosexuelle. Das grenzt schon sehr an Verschwörungstheorien irgendwelcher Aluhut-Träger.

    3. Auch LGBTI zahlen Steuern.

    4. Nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender zeigen LGBTI, sondern auch die privaten. Aber gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gilt, dass sie eben für alle Bevölkerungsschichten Programm machen müssen und dass sie die Vielfalt der realen Welt zeigen müssen und nicht nur die graue Einheitswelt der AfD. Übrigens: wie bei den Steuern gilt auch hier: auch LGBTI zahlen GEZ-Gebühren.

    5. Die Postkarte der SPD sollte nur mal den Heteros zeigen, wie sich solche Sprüche anfühlen, wenn man mal selbst das Opfer des Spruchs ist.
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#2 JadugharProfil
  • 12.07.2018, 11:24hHamburg
  • Erinnert an die jüdische Weltverschwörung im Dritten Reich. Jens Kestner braucht sein Maul nicht so aufreißen. Er geniest mehr Rechte als ein Homosexueller und sitzt noch nicht wegen seiner Heterosexualität im Gefängnis oder auf den Scheiterhaufen, wie damals homosexuelle Männer es jahrtausendelang ertragen mußten, die jetzt extrem langsam die Schwelle der Gleichberechtigung erreichen und wo viele immer noch unschuldig unter der Vergangenheit zu leiden haben, weil selbst die nach §175 Rehabilitierten mit einen Almosen abgespeist werden und jene Betroffene immer noch voller Scham sind für das erlittene Unrecht.
    Für homophobe Politiker dieser Art im Sammelbecken der AfD wünsche ich mir extrem lange Haftstrafen, wo sie genauso behandelt werden, wie einst die Homosexuellen, allein nur darum, daß sie über ihre Thesen mal nachdenken! Das Gleiche gilt auch für homophobe Geistliche etc.. Es ist höchste Zeit, daß sie für immer hinter Gittern zu Recht ohne Gnade verschwinden. Wer Wind sät, soll einen Sturm ernten!

    Die Karten, welche die SPD gedruckt hatten wie "Du Hetero-Sau" o. ä. sind zwar auf einen CSD fehl am Platze, jedoch sollte die AfD damit überflutet werden, denn sie verdienen diese Karten zu Recht!
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#3 marcocharlottenburgAnonym
  • 12.07.2018, 13:14h
  • Der Ehrlichkeit halber muss man natürlich schon erwähnen, dass auch die Parteienfinanzierung zum Teil aus Steuermitteln erfolgt. Es kann damit eben nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Hetero-Sau-Karte der SPD daraus mitfinanziert wurde. Gleiches gilt natürlich dann auch für den geistigen Dünnschiss, den die AfD so zu Papier bringt...

    Ich frage mich nur immer wieder, was die Parteivorsitzende der AfD so für eine gespaltene Persönlichkeit haben muss, dass sie diese politische Meinung und den Hass ihrer Partei gegen LGBTI mitträgt. Und wenn ich die Zuwächse der Partei im Zuspruch der Bevölkerung sehe, dann wird mir Angst und Bange für die Zukunft. Vielleicht und hoffentlich bekommen sie nie die politische Mehrheit, aber das Klima auch in Deutschland wird für uns ungemütlicher werden. Der Mensch braucht wohl Feindbilder...
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#4 BorchersAnonym
  • 12.07.2018, 13:14h
  • Tja Herr Kestner,

    im Gegensatz zu ihrer Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel zahlen wir unsere Steuern und GEZ-Gebühren in Deutschland.

    Also haben wir dieselben Rechte auf Förderung und Darstellung in den Medien wie jeder andere Bürger auch.
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#5 BorchersAnonym
  • 12.07.2018, 13:16h
  • "Wann endlich wird die AfD als Partei durch den Verfassungsschutz beobachtet?"

    Niemals, das werden nur linke Parteien, weil der Verfassungsschutz bekanntlich auf dem rechten Auge blind ist.

    Warum wohl hat der Verfassungsschutz wohl im Zusammenhang mit dem NSU-Skandal tausende Akten-Seiten geschreddert? Was gab es da zu vertuschen?
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#6 IgorAnonym
  • 12.07.2018, 13:19h
  • Die AfD wollte mal eine Alternative sein - stattdessen ist sie jetzt rechtsextremes Sammelbecken von Rassisten, Homohassern und anderen ewiggestrigen Fanatikern und religiösen Spinnern.
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#7 swimniAnonym
  • 12.07.2018, 13:46h
  • selber immer provozieren und es hinterher immer anders gemeint haben, das ist die Spezialität der afd.wie auch sacheverhalte bewußt falsch verstehen wollen. und 17% der wähler sind bereits dafür....armes deutschland
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#8 Gerlinde24Profil
  • 12.07.2018, 15:05hBerlin
  • Entweder ist der Typ dumm, was ich nicht glaube, ignorant, was meiner Meinung nach eher zutrifft, oder schlicht jemand der, um die Schlagzeilen zu kommen, jedes Mittel recht ist.
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#9 Gerlinde24Profil
#10 helgolineAnonym
  • 12.07.2018, 16:42h
  • Antwort auf #3 von marcocharlottenburg
  • Alice im Weidelland ist schlicht und einfach nur machtgeil und bekommt in keiner anderen Partei ein Bein auf die Erde. Da ist es doch egal, ob auf LGBTI-Rechte geschissen wird. Hauptsache Weidel first.
    Und die SPD Postkartenaktion ist ja schon genau dort angekommen, wo es weh tun sollte.
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