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  • 19. Juli 2005, noch kein Kommentar

Sie steht auf der Bühne und verausgabt sich total. Dabei greift Patricia Kaas immer öfter auf rockige Klänge zurück. queer.de war bei ihrem Konzert.

Von Jan Gebauer

Essen, 20 Uhr, Colosseum: Patricia Kaas hat wieder den Weg nach Deutschland gefunden. In der Ruhrgebiet-Metropole wird die französische Sängerin begeistert empfangen. "Ich will bei diesem Konzert etwas mehr von mir selber offenbaren, damit Sie mich noch ein bisschen besser kennen lernen", sagt die Kaas, nachdem sie mit einem ihrer bekannten Chansons "D'Allemagne" die Show eröffnet hat. Schon die Bühnenaufmachung der Diva ist ein visueller Genuss: Verspielte Lampenschirme, wie man sie aus Salons kennt, hängen von der Decke herunter. Dazu hat man kleinere Lichter und Lämpchen gespannt, die dem Ganzen einen noch bezaubernden Eindruck verleihen. Hinzu kommt eine Lichttechnick, die sich gewaschen hat. Jedes Lied wird mit einem anderen Konzept unterlegt und so schmiegen sich mal rote, blaue oder grüne Nuancen um die charakterstarke Sängerin. Diese hat auch optisch nichts von ihren Reizen eingebüsst.

Immer noch umschwebt die kühle blonde Schönheit ein Hauch Marlene Dietrich, während ihr trainierter Körper augenscheinlich ganz besonders von der Sängerin gepflegt wird. Ganzer Körpereinsatz scheint auch im Live-Konzert für die Kaas zu gelten: Sie springt und hüpft über die Bühne, als ob sie völlig von ihrer Musik und deren Durchschlagskraft besessen wäre. Nein, ruhig und besinnlich, wie es sich vielleicht der ein der andere gewünscht hätte, war der Abend wahrlich nicht. Die Kaas sang zwar auch ein paar ihrer Balladen und Chansons, aber der Löwenanteil galt den neuen Songs, die deutlich in Richtung Rock gehen. In Frankreich kamen ihre letzten drei Alben trotzdem immer noch in die Top-10 der Charts. Auch in Essen ist das Publikum zunächst zwiegespalten, ob es Songs vom letzten Album "Sexe forte" in sein Herz schließen soll, da hier die rockigen Elemente überwiegen.

Am Ende jubelt und tobt die Menge zwar, aber man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass es hauptsächlich an der mitreißenden Art und Stimme der Kaas liegt. Dennoch hat sie solche Mätzchen eigentlich nicht nötig. Ihre vokalen Fähigkeiten sind auch live so hoch, dass sie sich eigentlich weder als Rockerbraut noch als vitale Akrobatin beweisen muss. Wenn sie als Zugabe den alten Barbara-Chanson "L'aigle noir" anstimmt, berührt dies weitaus mehr als jeder rockige Titel. Ansonsten war die Künstlerin und auch ihre erstklassige Band bestens aufgelegt. Immer wieder kokettierte die Kaas mit Worten und Blicken mit dem Publikum und setzte sich als überaus talentierte Entertainerin in Szene.

19. Juli 2005