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US-TV-Preis

Queere Vielfalt bei Emmy-Nominierungen

"RuPaul's Drag Race" und "American Crime Story: The Assassination Of Gianni Versace" könnten bei der Verleihung im September groß rauskommen.


Emmy-Anwärter RuPaul und Darren Chris ("American Crime Story")

  • 13. Juli 2018, 12:26h, noch kein Kommentar

Die am Donnerstag bekannt gegebenen Nominierungen für die 70. Verleihung des Emmy-Awards sind wohl so vielfältig geraten wie nie: Bei den von der Academy of Television Arts & Sciences vergebenen TV-Preisen sind unter anderem etliche Formate mit queeren Inhalten sowie dutzende schwule und lesbische Personen vor und hinter der Kamera nominiert.

Nachdem "RuPaul's Drag Race" im letzten Jahr bereits acht Nominierungen erhalten hatte (die Drag Queen selbst wurde danach zum zweiten Mal in Folge für die beste Moderation eines Reality-Formats ausgezeichnet), schaffte es die international erfolgreiche Show nun auf ganze zwölf Nominierungen. So könnte RuPaul erneut die beste Moderation schaffen (in der Kategorie tritt er unter anderem gegen die lesbische Moderatorin Ellen DeGeneres für "Ellen's Game of Games" an), die Sendung selbst ist als "Outstanding Unstructured Reality Program" nominiert. Zusätzlich erhielt das Schwesterformat "Untucked" eine Nominierung als "Outstanding Unstructured Reality Program".


"Queer Eye" belebt für Netflix mit neuer Besetzung ein Format, das zwischen 2003 und 2007 trotz Klischees weltweit ein Zeichen für die Akzeptanz Schwuler setzte

Die Neuauflage von "Queer Eye" erzielte vier Nominierungen. Die Show, in der schwule Experten den Lebensstil eines Heterosexuellen umkrempeln, wurde unter anderem in der Kategorie bestes strukturiertes Reality-Programm berücksichtigt. Der Haar-Experte Jonathan Van Ness erhielt zudem eine eigene Nominierung für seine Web-Serie "Gay of Thrones".

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18 Nominierungen für schwules Primetime-Drama

Großer Abräumer im fiktionalen Bereich ist mit ganzen 18 Nominierungen die Mini-Serie "American Crime Story", die sich in ihrer zweiten Staffel dem Mord am schwulen Modedesigner Gianni Versace widmete. Zu den möglichen Auszeichnungen gehören die als beste Miniserie (Outstanding Limited Series) und die für den besten Hauptdarsteller (Darren Criss als Versaces Mörder). Ganze fünf Schauspieler sind für Nebenrollen nominiert, darunter Ricky Martin, der Versaces Liebhaber gab.

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Für die Neuauflage von "Will & Grace" gab es fünf Nominierungen, die höchste ist dabei die für Megan Mullally (Karen) als beste weibliche Nebenrolle in einer Comedy. Als beste Hauptdarstellerin in einer Comedy ist die lesbische Schauspielerin Lily Tomlin nominiert; in "Grace and Frankie" spielt sie eine der beiden Ehefrauen, deren Männer sich als schwul und Liebespaar outen. Die Netflix-Serie kommt insgesamt auf drei Nominierungen.


"Grace & Frankie" zeigt Lily Tomlin (l.) und Jane Fonda mit Sam Waterston und Martin Sheen. Die Serie geht in Kürze in die fünfte Staffel.

In diversen Kategorien wurden etliche offen schwule und lesbische Personen nominiert, darunter Evan Rachel Wood ("Westworld"), Tim Gunn ("Project Runway"), Samira Wiley ("Orange Is the New Black"), Carrie Brownstein ("Portlandia"), Sarah Paulson ("American Horror Story: Cult"), Tituss Burgess ("Unbreakable Kimmy Schmidt"), Kate McKinnon ("Saturday Night Live"), Wanda Sykes ("Black-ish"), Jane Lynch ("The Marvelous Mrs. Maisel", "Hollywood Game Night") und Cherry Jones – die lesbische Schauspielerin, die für ihre Rolle als Präsidentin in "24" bereits einen Emmy besitzt, wurde für eine Gastrolle in "The Handmaid's Tale" nominiert.

Die Serie über eine repressives Regime, in dem Frauen unterdrückt und Homosexuelle bestraft werden, erzielte 20 Nominierungen. Mit Sandrah Oh wurde erstmals eine Schauspielerin asiatischer Abstammung für eine Hauptrolle nominiert – in "Killing Eve" gibt sie eine MI5-Beamtin, die sich in eine Auftragsmörderin verliebt. Die Emmy-Nominierungen zeichnen insgesamt, in Inhalten wie Personen, ein vielfältiges und selbstbewusstes Bild von Amerika und der Welt – viele Nominierungen reflektieren in nie dagewesenem Ausmaß Intersektionalität. Nebenbei: "Saturday Night Live", das sich im Widerstand gegen die Trump-Regierung belebte, erhielt 21 Nominierungen.

Meilenstein für queere Inklusion

"Die heutige Liste von Emmy-Nominierungen ist ein Meilenstein in der Einbeziehung von LGBTQ im Fernsehen", kommentierte Sarah Kate Ellis von der Organisation GLAAD. "Mit einer Flut von offen schwulen und lesbischen Schauspielern und Kreativen, die neben LGBTQ-inklusiven und LGBTQ-fokussierten Shows wie 'Queer Eye' und 'RuPaul's Drag Race' nominiert sind, spiegelt die Fernsehakademie endlich wider, wie Publikum und Kritiker vielfältige Darstellungen von LGBTQ im Fernsehen begrüßen.


Ein Heiratsantrag unter Frauen aus der inklusiven Zeichentrickserie "Steven Universe", die als "Outstanding Short-Form Animated Program" nominiert wurde

Die Verleihung des wichtigsten Fernsehpreises wird am 17. September vom US-Fernsehsender NBC live aus Los Angeles übertragen – in einem Jahr, in dem erstmals die meisten Nominierungen an Netflix gingen. Eine Liste aller Nominierungen findet sich hier. (cw)