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  • 20. Juli 2005, noch kein Kommentar

Seit einem Jahrzehnt mischt die Session-Band Blacknuss die europäische Funk- und Jazz-Szene auf. Jetzt regnet es "Gold"!

Von Jan Gebauer

Das Cover von Blacknuss' neuer CD "Gold" erinnert nicht von ungefähr an die millionenfach verkaufte Compilation von ABBA. Auch hier wurde in goldenen Lettern auf die Auszeichnung hingewiesen (in Deutschland benötigt es 100.000 verkaufte Tonträger für eine solche Ehrung), die beide schwedische Gruppen in ihrer Heimat dafür erhalten haben. "A Decade Of Soul, Jazz & R'n'B" heißt es als Titel-Zusatz und tatsächlich ist das Session-Kollektiv Blacknuss mittlerweile seit gut einem Jahrzehnt auf der Black-Music-Szene präsent. Ihr grooviger Mix aus Funk, Jazz und Soul klingt seit jeher organisch, manchmal retro ohne allerdings zu verklärt der Vergangenheit nachzueifern. Nie musste man sich durch meterweise Staub durcharbeiten, sondern fand die nostalgischen Kompositionen eingebettet in moderne Beats – oftmals auch mit deutlichen Hip-Hop-Farben. In Deutschland hatten Blacknuss 1995 mit "It Should Have Been You" und 1997 mit "Last Night A DJ Saved My Life" zwei kleinere Single-Hits.

Blacknuss hat sich nach einem epochalen Album von Rahsaan Roland Kirk benannt, um die im Jazz liegende Inspirationsquelle ihrer Funk- und Soul-Songs zu markieren. Vor über einem Jahrzehnt aus einer Partyband um Martin Jonsson, Conny C. Lindstroem und Christian Falk hervorgegangen, gelten sie heute als Schwedens bekannteste Danceband. Auf ihren Alben treffen sich regelmäßig die Spitzen des skandinavischen Jazz: Stars wie Esbjörn Svensson und Viktoria Tolstoy geben sich hier die Klinke in die Hand. Ihr Repertoire besteht neben glänzenden Coverversionen, die ihren Respekt vor Disco-Ikonen wie Chic, Sister Sledge oder Indeep belegen, auch aus eigenen Kompositionen und pendelt zwischen Acid-Jazz und Hip-Hop der A-Tribe-Called-Quest-Schule.

Vor allen Dingen die weiblichen Stargäste, die Blacknuss regelmäßig für ihre Platten gewinnen konnten, veredelten oftmals ihre Lieder. So ist bei "It Should Have Been You" Tityo mit an Bord sowie Jennifer Brown, die zu Schwedens bestens Soul-Sängerinnen gehört. Ihr smoothes Timbre umschmeichelt den Song perfekt. Ebenfalls zur festen Soul-Elite in Skandinavien gehört Lisa Nilsson, die vor ein paar Jahren eine handvoll Hits in Deutschland hatte ("Ticket To Heaven", "Let Me In Your Heart"). Ihr sinnliches Organ kann man bei "Rising To The Top" bewundern. Und dann ist da natürlich noch Nai-Jee-Ria, die dem 80er-Jahre-Klassiker "Last Night A DJ Saved My Life" ihren Stempel aufdrückt. Auch das genial aufgepeppte Arrangement mit erstklassigen Trompeten-, Saxophon- und Horn-Einsätzen macht diese Fassung zur ultimativen Version des Dancefloor-Evergreens.

Fazit: Die Hitsammlung "Gold" ist die Gelegenheit, das schwedische Künstler-Kollektiv Blacknuss wiederzuentdecken. Hier funkt und groovt es aus allen Rohren. Ob knochentrocken oder unverschämt lebendig, die Jungs von Blacknuss und ihre Stargäste überzeugen seit knapp zehn Jahren in alle Spielarten moderner Soulmusik.

Anspieltipps: "Last Night A DJ Saved My Life", "It Should Have Been You", "Rising To The Top", "Dinah", "Seventh Heaven"

20. Juli 2005