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Auf dem Landesparteitag der Saar-SPD soll der SPD-Politiker Ottmar Schreiner den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle als "Dr. Föhn und Dr. Schwesterwelle" bezeichnet haben. LSVD und Junge Liberale kritisieren die "homophoben Ausfälle". Zurecht? Ein Pro und Kontra.

PRO: Ottmar Schreiner ist ein Rabauke
Von Dennis Klein, queer.de

Begrüßen sich zwei Schwule in der Kölner Szene freundlich lachend mit "hallo, Schwuchtel", ist das lustig. Begrüßt ein Rabauke im Müngersdorfer Stadion einen Schwulen mit "hallo Schwuchtel", ist das - gelinde gesagt - nervig. Ottmar Schreiner ist so ein Rabauke. Er benutzt "Schwuchtel"-Ersatzwörter wie "Dr Föhn" oder "Dr. Schwesterwelle", um den FDP-Politiker lächerlich zu machen. Dabei bedient der 59-jährige Schreiner alte Vorurteile, anstatt sich mit der Politik der Liberalen auseinander zu setzen. "Sexuelle Denunziation" nannte man das einmal - statt gegen den Neoliberalismus der FDP zu argumentieren, zieht sich Schreiner bequem in die Ecke des nörgelnden Querulanten zurück. Dabei bieten Westerwelle und die FDP für einen erfahrenen SPD-Politiker sicherlich genug Angriffsflächen, ohne auf plumpe Ressentiments zurückfallen zu müssen.

Falls Schreiners unsägliches Beispiel Schule macht, dürfte Angela Merkel bald als "Ossi-Schlampe" bezeichnet werden. Und eine amerikanische Politikerin wäre womöglich schnell "Bushs Schokoladenschnitte". Man erwartet solche Äußerungen vielleicht von Populisten á la Oskar Lafontaine. Ein SPD-Bundestagsabgeordneter sollte aber etwas mehr politische Reife haben.

KONTRA: Westerwelle braucht keine Verteidigung
Von Norbert Blech, queer.de

Man darf unterstellen, dass Ottmar Schreiner nicht schwulenfeindlich ist. Man kann annehmen, dass sein Spruch über den "Dr. Fön" Westerwelle kein schwules Frisör-Klischeebild provozieren sollte, sondern eine Kurzpointe über die Eitelkeit des Herrn W. war. Dass mit "Dr. Schwesterwelle" jemand getroffen werden sollte, der zwar mit seiner Homosexualität und neuerdings auch mit seinem Lebenspartner kokettiert, aber letztlich doch nicht dafür einsteht und innerhalb einer schwarz-gelben Koalition auf verlorenem Posten scheint - worauf man freilich spottend hinweisen darf. Man darf auch unterstellen, dass selbst der Stoiber-Spruch über den "Leichtmatrosen" Westerwelle weniger schwulenfeindlich ist als vielmehr eine Aussage über einen in der Tat programmatisch schwachen Parteichef.

Man könnte auch zum LSVD sagen: Kinder, nicht alles, was ein wenig albern oder böse ist, ist automatisch extrem schwulenfeindlich und diskriminierend. Man könnte dem gleichen Verband auch vorhalten, dass er sich mehrfach selber über das vermeintliche Privatleben Westerwelles geäußert hat - soll man das nun etwa aufgeben?

Man könnte aber auch einfach sagen: Der Guido, der hat nichts für uns getan, der hat mit albernen Argumenten aktiv zum Scheitern des Antidiskriminierungsgesetzes beigetragen, der ist wie auch einige offen schwule CDU-Politiker ein Feigenblatt für anti-schwule Politik. Sehen wir ihn also eher als Täter denn als Opfer, der durchaus auch ernten kann, was er sät. Dann müssen wir den auch nicht verteidigen, was man, das nebenbei und zumindest bei dieser Bagatelle, auch als richtig verstandene Liberalität verstehen kann.

20. Juli 2005



Große Koalition des Stillstands

In der Homopolitik hat die SPD der Union kampflos das Feld überlassen, der LSVD ist orientierungslos. Ein Standpunkt von Michael Kauch (FDP).

46 Kommentare

#1 richtigAnonym
  • 20.07.2005, 16:33h
  • Also Schwesterwelle sagt doch in der Schwulenszene jeder. Was ist das? Selbstdiskriminierung. Außerdem ist der Guido doch ein feiges Arsch und wurde beim CSD in Köln ausgepfiffen.
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#2 andyAnonym
  • 20.07.2005, 16:43h
  • hi , @richtig du hast recht ! so denke ich auch.schwesterwelle wird er genannt und faige und arschloch ist er auch!
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#3 SaschaAnonym
  • 20.07.2005, 16:53h
  • Es ist zwar immer schade wenn jemand mit schwulen-feindlichen äußerungen Wahlkampf betreibt...aber was ist denn schlimmer....so ein Spruch oder ne CDU/CSU Regierung mit nem schwachen Alibi-Schwulen der nie für Homosexuelle gekämpft hat und ständig nur auf fahrende Züge aufspringt? Für mich ist das nichts weiter als ein Angriff auf Westerwelle...und der hat es sich verdient.
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#4 PeterAnonym
#5 FloAnonym
  • 20.07.2005, 17:52h
  • Der SPD scheint der Arsch ja mächtig auf Grundeis zu gehen, wenn jetzt schon nicht mehr Programme diskutiert werden, sondern persönliche Angriffe gefahren werden!!

    Schnallt die SPD langsam, dass wir Schwulen endlich begriffen haben, dass die SPD bei Homorechten genau so ein Bremser ist wie die CDU?
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#6 TimoAnonym
  • 20.07.2005, 18:42h
  • Wenn im Rahmen einer politischen Veranstaltung jemand anderes nicht inhaltlich, sondern nur wegen seiner sexuellen Orientierung angegriffen oder lächerlich gemacht wird, ist und bleibt das schwulenfeindlich!

    Westerwelle wurde nicht wegen politischer Inhalte so tituliert, sondern wegen seiner Homosexualität. Das ist unterstes Niveau, das die SPD mittlerweile bedient!
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#7 DoggieNRWAnonym
  • 20.07.2005, 19:49h
  • "Falls Schreiners unsägliches Beispiel Schule macht, dürfte Angela Merkel bald als "Ossi-Schlampe" bezeichnet werden."
    ... hmm, wär doch schön endlich mal die Wahrheit zuhören.
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#8 TomAnonym
  • 20.07.2005, 20:27h
  • *Westerwelle wurde nicht wegen politischer Inhalte so tituliert, sondern wegen seiner Homosexualität*

    Also eigentlich weniger wegen seiner Homosexualität als wegen seiner fürchterlichen Eitelkeit und seinem ätzenden Auftreten. Natürlich ist das nicht politisch, aber welche Rede von Politikern ist schon ohne solche Tiefschläge? Da ist doch gerade Westerwelle selbst berühmt für....
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#9 balu68atAnonym
  • 20.07.2005, 21:10h
  • Es kommt immer drauf an wie und in welchem Zusammenhang etwas gesagt wird.
    Sogar "Schwuchtel" kann ein Kosewort sein.

    Aber Schwester hat in einer politischen Rede für mich nichts verloren. Egal wer damit gemeint wird.
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#10 FreemanAnonym
  • 20.07.2005, 22:21h
  • Was regt sich denn hier jeder über Westerwelles Eitelkeit auf! Die meisten Schwulen sind 1000mal schlimmer. Und zu dem: Hier wird Toleranz immer ganz groß geschrieben und von Heteros, dem Papst und Politikern immer wieder eingefordert. Doch wer nicht die Grünen oder die SPD toll findet, sich als bisexuell empfindet und den CSD eher scheiße findet - ist ein "verklempter" Schwuler.

    Einigen sollte auch mal klar sein das sich nicht die ganze Welt um die Forderungen der Schwulen dreht! Wenn manche hier wüßten wie gut es und hier in Deutschland geht.
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