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Berlin Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) und die Jungen Liberalen (JuLis) haben eine Rede des SPD-Politikers Ottmar Schreiner in Saarbrücken kritisiert, örtliche Mitglieder der SPD und des LSVD stellten sich hingegen hinter Schreiner. Auf dem Landesparteitag der Saar-SPD soll der Politiker den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle als "Dr. Föhn und Dr. Schwesterwelle" bezeichnet haben. "Die unsägliche Tradition, den politischen Gegner mittels sexueller Denunziation zu demontieren, scheint in diesem Wahlkampf neue Blüten zu treiben", kritisierte LSVD-Sprecher Philipp Braun. "Mit diesen Anspielungen auf schwulenfeindliche Klischees sollte der FDP-Vorsitzende offenbar der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Statt eine sachliche Auseinandersetzung zu suchen, zielte Schreiner unter die Gürtellinie", so Braun, der eine Entschuldigung Schreiners forderte. "Nachdem sich bereits seit Wochen die WASG mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine nahezu pausenlos übler Ressentiments und Vorurteile bedient, muss die SPD aufpassen, dass sie sich nicht auf den selben Pfad der Intoleranz und Inakzeptanz begibt", sagte JuLis-Bundesvorstand Johannnes Vogel. "Anders sind diese unanständigen Äußerungen von Herrn Schreiner nicht zu erklären."
Heftiger Streit an der Saar
Im Saarland wurde der Streit um die Äußerungen Schreiners am Dienstag Nachmittag noch heftiger aufgeführt. Die Landesvorsitzende der Schwulen und Lesben in der SPD Saarbrückens, Sabine Maurer, hat sich hinter den Parteigenossen Ottmar Schreiner gestellt. Der "Saarbrücker Zeitung" sagte Maurer: "Wer so zu einem Outing kommt, wie Herr Westerwelle, der hat es nicht besser verdient".
Anders als der Bundesverband forderte der LSVD Saar nur eine Richtigstellung Schreiners. "Diese Formulierung ist sicherlich mindestens sehr unglücklich gewählt, wenn nicht gar peinlich", so der LSVD-Saar-Vorsitzende Hasso Müller-Kittnau.
Der FDP-Landesvorsitzende Christoph G. Hartmann hat inzwischen den Saar-SPD-Chef Heiko Maas aufgefordert, sich von den Äußerungen zu distanzieren. "Wer Diskriminierungen als gerechtfertigt darstellt, hat nichts an der Spitze einer Bevölkerungsgruppe zu suchen, die häufig selbst zu unrecht diskriminiert wird", so Hartmann über Maurer. Die Saar-JuLis haben inzwischen den Rücktritt Schreiners gefordert. "Die Aussage von Schreiner, es sei keine Anspielung auf Homosexuelle gewesen, ist ein Witz. Entscheidend ist nicht, wie Herr Schreiner versucht den Begriff inhaltlich zu relativieren, sondern wie er von den Menschen verstanden wird", so der örtliche JuLis-Vorsitzende Oliver Luksic. Die Rechtfertigung seiner schwulenfeindlichen Aussagen sei ein "Tabubruch und ein Grund zum Rücktritt von seinen politischen Ämtern und Kandidaturen." (nb)
Aktualisiert und ergänzt um 16.30h



16 Kommentare

#1 ZockwockAnonym
  • 20.07.2005, 16:10h
  • Ich mag den Guido auch nicht und wenn er im Rahmen eines Kabarettprogramms als Schwesterwelle oder Dr. Föhn bezeichnet würde, fänd ich das absolut in Ordnung. Aber im Rahmen einer politischen Veranstaltung finde ich eine derartige Polemik einfach nur fehl am Platze und der Typ stellt sich damit selbst ein Armutszeugnis aus.
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#2 aufgeregtAnonym
  • 20.07.2005, 16:42h
  • geht es auch etwas weniger aufgeregt? Mein Gott, das habe ich schon 100 mal im Ex-Corner über Schwesterwelle gehört.
    Die sollen sich mal nicht so bepissen bei der FDP
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#3 KlausAnonym
  • 20.07.2005, 16:53h
  • Soso. Erst das Antidiskriminierungsgesetz ablehnen, und dann schon Albernheiten als Diskriminierung abtun. Nur weiter so, Herr Leichtmatrose und Schmalspurpolitiker.
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#4 funsurferAnonym
  • 20.07.2005, 17:03h
  • @ aufgeregt:

    es geht hier ja nicht um tratschen oder schmutzige witze, sondern um eine politische instrumentelisierung des pivatlebens eines politikers. es geht um das unterschwellige ansprechen von ressentiments.

    und sei mal ehrlich, hättest du der gleichen gelassenheit reagiert, wenn jemand aus der csu eine ähnliche bemerkung über volker beck gemacht hätte?
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#5 ....Anonym
  • 20.07.2005, 17:28h
  • Naja der Guido ist ja alles andere als ein Politiker der hat ungefähr soviel Profil wie ein Becher Götterspeise (Wackelpeter). Natürlich finde ich es nicht gut wenn Witze auf kosten von Minderheiten gemacht werden aber man kann es auch übertreiben.
    Herr Schreiner hat ja letztlich nur das ausgesprochen was längst durch sämtliche Szenekneipen geistert. Je mehr Wind man um die ganze Sache macht umso mehr Platz gibt man solchen Leuten. Am besten wäre gewesen es lächelnd zur Kenntnis zu nehmen. Zu denken das Herr Schreiner ein borniertes Arschloch ist und damit wäre es gut gewesen.
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#6 FloAnonym
  • 20.07.2005, 18:05h
  • Der SPD geht der Arsch mächtig auf Grundeis und da werden sie dann persönlich.

    Die SPD merkt langsam, dass wir Homos gemerkt haben, dass sie genau so ein Blockierer für weitere Homorechte ist wie die Union. Ohne die Grünen gäbe es gar nichts. Und selbst die FDP bleibt zwar hinter den Grünen zurück, ist aber weiter als die SPD! Und wenn man programmatisch nicht mehr argumentieren kann, fängt man halt mit persönlichen Angriffen an.

    Dass die SPD mal auf dieses Niveau fallen wird und Schwule persönlich beleidigen wird... (nicht wegen Inhalte, sondern einfach nur, weil jemand schwul ist).
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#7 Stefan K.Anonym
  • 20.07.2005, 18:16h
  • @Flo: Da muss ich dir allerdings widersprechen. Es sind bei der SPD nicht alle Politiker drauf wie die Herren Schreiner und Schily. Viele Sozialdemokraten stehen auf unserer Seite. Es ist konservativ, wenn man meint, dass wenn sich ein Politiker wie Herr Schreiner aufführt, gleich sich alle Politiker einer Partei auch so verhalten. Bitte keine Vorurteile!
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#8 FloAnonym
  • 20.07.2005, 18:26h
  • @Stefan K:

    Klar. Genauso gibt es in der Union Leute, die auf unserer Seite stehen und es gibt sogar die LSU (Lesben und Schwule in der Union). Das Problem ist nur, dass in beiden Parteien (Union UND Spd) nun mal die Homohasser in der Spitze sind.

    Was interessiert es, wenn ein kleines SPD-Mitglied für Homorechte kämpft, aber beinahe die gesamte relevante Spitze der Partei von Clement über Zypries zu Schily blockt?! Das ist zwar für die Andersdenkenden in der SPD löblich und ehrt sie, macht die Partei insgesamt aber damit nicht wählbarer. Zumindest nicht, solange die Homofeinde an der Spitze stehen, aber da steht die Basis ja auch hinter!
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#9 rudolfAnonym
  • 20.07.2005, 20:09h
  • Homo-Feinde an der SPD-Spitze? Also: Schröder hat sich immer klar für die Lebenspartnerschaft ausgesprochen. Und der ist ja wohl an der Spitze...

    Trotzdem: die Auslassungen Schreiners sind inakzeptabel. Sicher ist Westerwelle ein eher peinlicher Repräsentant unser Minderheit. Ich kenne auch Juden, denen Herr Friedman peinlich war und ist.

    Aber genauso wie Antisemitismus gegenüber Friedman zu verurteilen ist, sind es homophobe Witze über Westerwelle. Wir müssen es wohl noch erst lernen, hier ungeachtet von menschlichen und politischen Sympathien und Antipathien zusammenzuhalten.
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#10 MarkusAnonym
  • 20.07.2005, 20:46h
  • Es gibt beileibe genügend inhaltliche Argumente gegen Westerwelle. Da ist es absolut nicht nötig, auf diese scheinheilige Art den Homofaktor auszuspielen. Wer das dennoch tut, ist entweder unfähig, sich auf der Sachebene zu streiten, oder er spekuliert auf die Homophobie seine Wähler - oder beides. Ich werde Guido bestimmt nicht wählen, aber eine solche Nummer wie die von Schreiner ist unterste Schublade! (Und es ist eben doch ganz was anderes, ob Tucken untereinander über eine andere Tucke lästern, oder ob ein Hetero-Politiker sich wohlkalkuliert mit solchen Sprüchen öffentlich an seine Stammtisch-Hetero-Wähler wendet!)
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