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Der schwedische Premierminister Göran Persson hat dazu aufgerufen, Schwule nicht mehr vom Blutspenden auszuschließen.

Von Christian Scheuß

Goeran Persson hat sich in einem Interview mit dem schwulen Magazin QX für eine Aufhebung des Banns ausgesprochen. Schwule dürfen seit längerem nicht Blut- oder Organspender in Schweden sein, weil sie als Risikogruppe bei HIV gelten. Mediziner fürchten, das sich auf diesem Wege die Immunschwächekrankheit weiter verbreiten könnte. Der Ausschluss der schwulen Bevölkerungsgruppe wird aber zusehends als Diskriminierung von den Homoorganisationen begriffen, da inzwischen auch zunehmend Heterosexuelle von Aids betroffen sind.

Auch in Deutschland sind weiterhin Blutspenden von Schwulen unerwünscht. Die von der Bundesärztekammer aufgestellten Richtlinien zum Blutspenden schließen homo- und bisexuelle Männer von der Abgabe aus. Erst im vergangenen Winter hatten die Jungen Liberalen in Bremen ebenso wie der Arbeitskreises "Queer" in der PDS einen Stopp dieser Praxis verlangt. Schwule pauschal als Risikogruppe zu bezeichnen, sei diskriminierend, meinte Ralf Buchterkirchen, Sprecher des schwul-lesbischen Arbeitskreises gegenüber der "tageszeitung". Es komme schließlich auf das Risikoverhalten an, egal ob hetero oder homo.

Mit dem Aufruf des schwedischen Premierministers erhalten die auf lokaler Ebene erhobenen Aufrufe, die bisherigen Empfehlungen der Bundesärztekammer zu überdenken, erstmals prominente Unterstützung.

25.07.2005



18 Kommentare

#1 wolfAnonym
#2 DavidAnonym
  • 25.07.2005, 13:52h
  • Auch mir stösst diese Praxis etwas sauer auf.
    Warum? Weil immer wieder für's Blutspenden geworben wird, und man sich über ZUWENIG Spender beklagt. Auf der anderen Seite wird man wieder ausgeschlossen. Die Begründung ist zwar etwas verständlich, aber diese Werbung und Jammerei finde ich verlogen hoch zehn, weil dieses
    "Jeder gesunde Erwachsene zwischen 18-65 jahren kann Blustspenden" so wie ich es sogar in Durchsagen höre, NICHT stimmt.
    Dann murmel ich nämlich leise "Jeder der NICHT schwul ist".
    An sich kann mir das egal sein, da ich so oder so nicht spenden darf, unabhängig von meiner Orientierung.
    Ich wollte nämlich VOR meinem Coming Out spenden, musste einen Fragebogen ausfüllen (unter anderem ob ich diese und jene Verletzung gehabt hätte), durfte dann aber nicht, weil ich als Kind einen Unfall mit Schädelbasisbruch hatte!
    Man würde befürchten, das mir die Spende nicht gut bekäme. (Dabei erfreue ich mich bester Gesundheit, da ich in meinen 10 Arbeitsjahren so gut wie nie krank gewesen bin...)
    Tja, das wars dann auch. Jedesmal wenn ich Plakate oder Leute sehe, die dafür werben (so wichtig und richtig das auch ist!) , würde ich denen gerne mal an den Kopf werfen:
    "dann hängt an dem "Jeder" das Wort "HETEROSEXUELLE" dran und hört auf euch über zuwenig Leute zu beklagen!"
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#3 verhinderter spenderAnonym
  • 25.07.2005, 15:00h
  • Auch ich ärgere mich jedesmal über diese Praxis.

    Es ist zum einen diskriminierend. Kann mal jemand was darüber sagen, inwieweit das ADG -- wenn es denn durchgekommen *wäre* -- in diesem Falle anwendbar gewesen wäre??

    Zum anderen ist es schlichtweg eine Bevormundung. Wenn ich -- als schwuler Mann -- entscheide, dass ich aufgrund einer monogamen Beziehung und beiderseits negativen HIV-Tests ein Ansteckungsrisiko ausschließen kann, dann spricht doch vernünftigerweise alles dafür, dass mein Blut verwendet werden kann, oder?!?

    Solange sich an dieser wirklich dummen Praxis nichts ändert, werde ich kein Blut spenden. Auch wenn ich es könnte, indem ich mich als hetero ausgebe. Punkt.
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#4 verhinderter spenderAnonym
  • 25.07.2005, 15:00h
  • Auch ich ärgere mich jedesmal über diese Praxis.

    Es ist zum einen diskriminierend. Kann mal jemand was darüber sagen, inwieweit das ADG -- wenn es denn durchgekommen *wäre* -- in diesem Falle anwendbar gewesen wäre??

    Zum anderen ist es schlichtweg eine Bevormundung. Wenn ich -- als schwuler Mann -- entscheide, dass ich aufgrund einer monogamen Beziehung und beiderseits negativen HIV-Tests ein Ansteckungsrisiko ausschließen kann, dann spricht doch vernünftigerweise alles dafür, dass mein Blut verwendet werden kann, oder?!?

    Solange sich an dieser wirklich dummen Praxis nichts ändert, werde ich kein Blut spenden. Auch wenn ich es könnte, indem ich mich als hetero ausgebe. Punkt.
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#5 AndyAnonym
  • 25.07.2005, 16:34h
  • Schwule dürfen kein Blutspenden ?
    Hab ich gar nicht gewusst ...
    Ich hab schon öfter Blut gespendet und
    die haben mich nicht danach gefragt ob ich
    schwul bin ...
    Tja,man lernt nie aus.
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#6 JanAnonym
  • 25.07.2005, 16:36h
  • Ich dachte ohnehin, das Spenden immer getestet werden - das sollte doch Standard sein!!!
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#7 SvenAnonym
  • 25.07.2005, 17:21h
  • Also mich hat beim Blutspenden bisher auch noch niemand gefragt, ob ich schwul bin.
    Aber beim kostenlosen HIV-Test im Gesundheitsamt wurde ich nach Zugehörogkeit zu einer Risikogruppe gefragt. Hab mir da mal alle vorlesen lassen. Wenn ich mich recht erinnere waren das: Medizinische Berufe, Homosexuelle, Pflegedienste, Rettungsdienste, Seeleute und Entwicklungshelfer
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#8 SvenAnonym
  • 25.07.2005, 17:23h
  • Achja, seit 2000 müssen in Deutschland alle Blutspenden auf HIV und noch zwei andere Krankheiten untersucht werden.
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#9 queeryAnonym
  • 25.07.2005, 17:44h
  • @sven:

    erstens gibt es beim blutspenedienst des drk in den bl thüringen, bayern, niedersachsen, sachsen & sachsen-anhalt in den fragebögen die formulierung: "hatten sie in den letzten 12 monaten mit homosexuellen kontakt".

    die anderen beiden krankheiten sind HBV & HCV
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#10 dragonwarriorAnonym
  • 25.07.2005, 18:07h
  • @ sven

    das ist ja interessant!
    magst du mal sagen, in welchem gesundheitsamt das war?

    ich arbeite selber in einem gesundheitsamt als aidsberater:

    wir haben da folgende risikoeinteilung

    1. ungeschützter heterosexueller Geschlechtsverkehr
    2. ungeschützter heterosexueller & homosexueller Geschlechtsverkehr
    3. homosexueller Geschlechtsverkehr
    4. Intravenöse Drogenbenutzung mit Nadeltausch
    5. Verletzung mit Infektionsrisiko (z.B. unsterile Piercings & Tattoos, Nadelstichverletzungen von med. Personal, etc.)
    6. Behandlung mit Blutprodukten (Transfusion, Gerinnungsfaktoren)
    7. Risiko (1-6) im Ausland mit Angabe des Landes

    alles vor dem hintergrund, das es soetwas wie risikogruppen garnicht gibt.
    es gibt risikoverhalten.

    schwulsein alleine macht schließlich noch kein risiko und als heterosexueller steckt man sich durch ungeschützten sex auch an...

    ich spende im übrigen auch kein blut, weil ich diese behandlung als diskriminierung empfinde (und schon den eindruck habe, dass durch heteros, die bordellgänge oder seitensprünge in anwesenheit der mitspendenden gattin natürlich niemals erwähnen würden ebenfalls ein risiko ausgeht).
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