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  • 25. Juli 2005, noch kein Kommentar

Celine, Barbra, Dusty oder Bette: Alle nahmen ihre Songs auf. Carole King hat unglaublich viele Hits geschrieben.

Von Jan Gebauer

Carole Kings Name ist in Deutschland vielleicht vielen nicht auf Anhieb ein Begriff, dafür kennt man in der Regel etliche der von ihr geschrieben Hits: "The Locomotion" (Little Eva und in den 80s für Kylie Minogue), "Take Good Care Of My Baby" (Bobby Vee, Dick Brave & The Backbeats), "Will You Love Me Tomorrow" (The Shirelles), "You've Got A Friend" (James Taylor), "(You Make Me Feel Like A) Natural Woman" (Aretha Franklin, Celine Dion), "The Reason" (Celine Dion) – die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Die Songwriter-Legende schrieb schon in den frühen 60er Jahren so manchen Evergreen, den noch heute die Spatzen von den Dächern zwitschern – damals noch mit ihrem Ex-Mann Gerry Goffin.

Ab 1968 nahm sie dann ihre eigene Gesangskarriere in Angriff – die auch auf dem neuen Live-Album "The Living Room Tour" im Zentrum des Interesses steht. 1971 nahm Carole King das legendäre Album "Tapestry" auf, eine der erfolgreichsten LPs der 70er Jahre – und über 15 Jahre das erfolgreichste Werk einer Frau überhaupt. Über 15 Millionen Mal wurde der Meilenstein verkauft – fast jedes Lied daraus ist schon ein Klassiker für sich.

Die Intimität, die einst auch "Tapestry" umgab, findet sich ähnlich auf dem neuen Live-Album wieder. Carole King besitzt immer noch eine starke Präsenz, auch wenn ihre Stimme über die Jahre ziemlich gelitten hat. Die rauen Ecken und Kanten, die sie hinzugewonnen hat, machen aber bei vielen Liedern den besonderen Reiz aus. So profitieren gerade die sensiblen Liebeslieder wie ihr einziger Nummer-eins-Hit "It's Too Late", "Will You Love Me Tomorrow" oder "Love Makes The World" von den stimmlichen Nuancen der King. Für die Neuaufnahme von "Where You Lead – I Will Follow" holt sie sich Tochter Louise Goffin auf die Bühne, die ihrerseits ebenfalls eine bescheiden erfolgreiche Solo-Karriere startete und bislang vier Alben veröffentlichte. Auch diese Kollaboration trägt zur Überzeugskraft der "Wohnzimmer-CD" bei.

Ebenso gemütlich, wie es in so einem Zimmer zugeht, klingt auch Carole King: Gelassen singt sie ihre Lieder, eine ausgewogene Mischung als Altem und Neueren Titeln, als ob sie nie einen Funken Lampenfieber besessen hätte – etwas was sie und auch die ähnlich gelagerte Kollegin Carly Simon immer vom großen Touren abhielt. Aber mit dem Alter kommt vielleicht auch die nötige Selbstüberzeugung - "The Living Room Tour" verdeutlich dies jedenfalls nachdrücklich.

Fazit: Eine großartige Live-Aufnahme in geschmeidiger Soundlandschaft. Carole King und ihre brillante Band klingen großartig, auch wenn man bei der Stimme der Künstlerin ein paar Abstriche machen muss. Die Lieder sind aber genauso frisch und authentisch wie vor 30 oder 40 Jahren. Eine wahre Könnerin!

Anspieltipps: Der Medley mit "Will You Love Me Tomorrow" und "One Fine Day", "The Locomotion" in extravaganter Jazz-Fassung, "Jazzman", "Where You Lead" mit Tochter Louise, das politische "Sweet Seasons"

25. Juli 2005