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  • 26. Juli 2005, noch kein Kommentar

Wissenschaftler haben bei Ulm ein "Handwerkszeug" in Penisform gefunden. Es ist rund 26.000 Jahre alt.

Von Carsten Weidemann

Der Tübinger Ur- und Frühgeschichtler Prof. Nicholas Conard hat am Montag in Schelklingen (Baden-Württemberg) erstmals einen Phallus aus der Eiszeit der Öffentlichkeit präsentiert. Das anthrazitfarbene männliche Glied aus Siltstein, das in der Höhle "Hohle Fels" gefunden wurde, ist 19,2 Zentimeter lang, 3,6 Zentimeter breit, 2,8 Zentimeter dick und 287 Gramm schwer. Nach Schätzungen ist es rund 26.000 Jahre alt.

Conard sagte, es handele sich um einen außerordentlich seltenen Fund: Europaweit existierten nicht einmal zehn vorgeschichtliche Phalli, ein derart altes Objekt sei sogar einzigartig. Die insgesamt 14 Einzelteile aus dem "Hohle Fels", die inzwischen zusammengefügt wurden, lagen über eine Fläche von etwa einem Quadratmeter verstreut und wurden innerhalb von acht Jahren ausgegraben.

Laut der BBC gibt es Forscher, die aufgrund der Lebensgröße des Objekts durchaus auf eine sexuelle Nutzung schließen. Conards These hingegen gegenüber der dpa: Er war ein Werkzeug. Mehrere so genannte "Narbenfelder" sprächen dafür, dass er als Schlagstein verwendet wurde, mit dem aus Feuerstein Jagdwaffen hergestellt wurden. Da der Phallus ein Symbol für Kraft sei, sollte diese Kraft nach Conard Vermutung auf die Waffen übertragen werden.

Zu sehen ist der bedeutende Fund bis zum 6. Januar 2006 im Rahmen der Sonderschau "Eiszeitkunst - eindeutig männlich" im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren.

26. Juli 2005