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Der Prozess um den Mord an Gwen Araujo sorgt in Kalifornien für Schlagzeilen.

Von Dennis Klein

Ein Mordfall aus dem Jahre 2002 beherrscht die Medien der Westküste: Vor drei Jahren wurde die 17-jährige Gwen Araujo in Newark (US-Bundesstaat Kalifornien) von drei Männern brutal ermordet, als diese herausgefunden haben, dass sie biologisch ein Mann war. In einem Gerichtsverfahren müssen nun die Geschworenen entscheiden, was mit Michael Magidson, Jose Merel und Jason Cazres (alle sind 25 Jahre alt) geschieht. Sie stehen bereits zum zweiten Mal vor Gericht, da die Jury bei einem Verfahren im vergangenen Jahr sich nicht auf ein Urteil einigen konnte. Damals hatten die Anwälte der Angeklagten die "Schwulen-Panik"-Verteidigung angewendet; sie haben argumentiert, dass Araujo unehrlich gewesen sei und nach ihrer Entdeckung eine panikartige Reaktion in den Männern ausgelöst habe, für die diese nur teilweise verantwortlich seien. Familie und Freunde der Ermordeten kritisierten diese Strategie, da sie das Opfer für das Verbrechen verantwortlich mache. Bisher ist nur Jaron Nabors (22) für die Tat zur Verantwortung gezogen worden; er war ebenfalls am Mord beteiligt, legte aber im Tausch gegen ein milderes Urteil ein Geständnis ab, in dem er seine drei Freunde belastete.

Das zweite Verfahren ist nun im vollen Gange – zuletzt hat Jose Merel ausgesagt, in dessen Haus Araujo getötet wurde. Der 25-Jährige war der einzige, der mit Araujo geschlafen hatte. "Sie war wild und ganz und gar nicht scheu", so Merel vor Gericht. Er ist der einzige, der zugibt, Araujo "nett" gefunden zu haben.

Merel beschrieb detailgenau, was sich in der Mordnacht vom 3. auf den 4. Oktober 2002 zugetragen habe: Die Angeklagten und Araujo hätten Spiele gespielt, Bier getrunken und mehrere Joints geraucht. Merel fing an sie zu fragen, warum sie nur Analsex mit ihm haben wolle, ob sie vielleicht ein Mann sei.

"Ich wollte nur einen Spaß machen", so Merel. Araujo gab nur sehr zurückhaltende Antworten. "Ich denke, jede Frau hätte mich verflucht oder mir eine Ohrfeige verpasst, nicht aber Gwen." Da fürchtete er, sie könne ein Mann sein. Kurze Zeit wurde im Spaß ihre Hose heruntergezogen – und die wahre Identität von Araujo war klar. "Ich habe mich dann übergeben. Ich hatte echt Schiss, dass ich schwul bin. Dein ganzes Leben glaubst du, du bist hetero und dann findest du heraus, dass du es mit einem Mann getrieben hast. Ich dachte, es wäre unmöglich so etwas zu tun, außer wenn man schwul ist."

Laut der Aussage seines Freundes Jaron Nabors hatte er an diesem Abend gesagt: "Ich kann verdammt nochmal nicht schwul sein." Er habe dann Araujo angebrüllt: "Ich schwöre es, wenn sie ein Mann ist, werde ich ihn töten." Vor Gericht sagte Merel jedoch: "Ich wollte sie nicht töten." Er gab jedoch zu, eine Bratpfanne genommen zu haben und sie damit auf den Kopf geschlagen zu haben. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass danach Michael Magidson ein Seil genommen und es um ihren Hals gelegt habe. Danach hätten die Männer weiter auf sie eingeschlagen und die Schlaufe zugezogen, bis sie tot war. Danach haben sie Araujos Leichnam in einem nahe gelegenen Wald verscharrt.

Der Prozess kann sich noch Wochen hinziehen. Wenn die Beschuldigten verurteilt werden, wird sich das Strafmaß zwischen 29 Jahren und lebenslänglich liegen. Das Verbrechen erfüllt nicht die Voraussetzungen für die Todesstrafe, die in Kalifornien nur ab Doppelmord oder Mord in Verbindung mit einer anderen Straftat verhängt wird. Araujos Mutter hat öffentlich den Tod der Peiniger ihrer Tochter gefordert, mehrere schwul-lesbische Organisationen haben sich jedoch gegen die staatliche Tötung der Beschuldigten ausgesprochen.

28. Juli 2005



#1 SamAnonym
  • 28.07.2005, 16:43h
  • Die geistigen Mittäter solcher Gewaltverbrechen sind die Menschen, die selbst nicht gewalttätig werden, aber gegen Schwule und Lesben wettern und damit diese Leute aufstacheln, also z.B. homophobe Politiker, etc.
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#2 Stefan K.Anonym
  • 29.07.2005, 07:21h
  • @Sam: Was du meinst sind Fundamentalisten. Ich frage mich nur, wie bekloppt die in Amerika sein müssen?
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#3 jonAnonym
  • 29.07.2005, 12:04h
  • "Ich hatte echt Schiss, dass ich schwul bin. Dein ganzes Leben glaubst du, du bist hetero und dann findest du heraus, dass du es mit einem Mann getrieben hast. Ich dachte, es wäre unmöglich so etwas zu tun, außer wenn man schwul ist."

    Genau das ist der Grund, warum Aufklärung über Homosexualität notwendig und wichtig ist. Und wo wenn nicht in der Schule sollte das stattfinden? Es ist schlichtweg falsch, wenn Konservative keine Notwendigkeit sehen, Jugendliche über Homosexualität zu informieren.
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#4 gravitationAnonym
  • 31.07.2005, 21:10h
  • "ich hatte echt schiss schwul zu sein..."

    der typ hat echt den horizont einer knienden ameise!!!
    nur weil er mit nem kerl (eigentlich ja kein wirklicher kerl) schläft, ist er nicht schwul.
    und die tatsache, dass gwen es nicht von anfang an gesagt hat, rechtfertigt nun absolut keinen mord!!!

    STOP HATE CRIME - for a better world!!!
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