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  • 28. Juli 2005, noch kein Kommentar

In den 80s räumte sie mit "Toy Soldiers" weltweit ab. Eminem coverte unlängst das Lied. Nun ist Martika wieder da. Mit Hard-Rock!

Von Jan Gebauer

Eigentlich hätte man Eminem für seine miese Coverversion von "Toy Soldiers" notschlachten müssen, aber ich will einen Artikel über 80s-Nymphchen Martika (36) nicht mit einem Aufruf zu Gewalt starten. Jahrelang war die Sängerin abgetaucht, nur Hardcore-Fans erinnerten sich an ihre zwei Alben und die handvoll Hits, die sie von 1988 bis 1991 in den internationalen Hitlisten hatte: "Toy Soldiers" stand 1989 auf Platz eins der US-Charts und kletterte in die Top-Ten von Deutschland und Großbritannien. Danach folgten "I Feel The Earth Move" (1989, Original von Carole King), "Love ... Thy Will Be Done" (1991, genial von Prince komponiert) und "Martika's Kitchen" (1991). Zwischen Teenie-Klängen und Dance-Pop war Martika für drei Jahre sehr erfolgreich im Geschäft, bevor sie sang- und klanglos wie ihre Kolleginnen Debbie Gibson oder Tiffany aus den Charts gespült wurde. Nun ist Marta Marrero, wie Martika bürgerlich heißt, zurück. Allerdings nicht mit Pop, sondern mit handfesten Rock im Duo Oppera.

Mit ihrem Partner Michael Mozart fand sie 2003 den richtigen Mann, um sowohl musikalisch als auch persönlich wie Phönix aus der Asche zu steigen. Mozart arbeitete zuvor als Session-Musiker für The Ohio Players, Leon Russell, Dave Mason und Aerosmith. Er hat auch alle Songs auf dem zweiten Oppera-Album geschrieben, dass schlicht nach dem Duo benannt ist und auf dem Cover eine geballte Faust durch Nägel präsentiert. Das erste Album "Violence" erschien 2003, ohne viel Beachtung zu finden – das soll sich nun ändern. Derzeit touren Martika und Mozart mit keiner Geringeren als Rock-Sirene Pat Benatar durch die USA. Über ihre Partnerschaft mit Michael Mozart gerät Martika ins Schwärmen: "Am Anfang ging alles blitzschnell. Wir wechselten vom oberflächlichen 'Hallo, nett Sie zu treffen' schnell zu stundenlangen, intensiven Gesprächen, bis wir am nächsten Tag bereits zusammen Songs schrieben und Musik machten. Zwischen uns war auf Anhieb eine spirituelle Verbindung, die bis heute anhält", ergänzt die Sängerin, die von Mozart kurz nach dem Kennenlernen einen Heiratsantrag erhielt.

Das Album ist derzeit nur in den USA über das Internet erhältlich.

Fazit: Eine laute Rückkehr von Dance-Pop-Prinzessin Martika. Ihre Rock-Songs zünden zwar nicht so schnell wie die 80er-Jahre-Titel, aber trotzdem ist Oppera ein interessantes Experiment. Auch die unschuldige Stimme der Künstlerin ist noch intakt und klingt stärker als früher.

Anspieltipps: "So" (eine Art 'Prince meets Metallica'), "Release Me", "Another Dollar", "No Escape"

29. Juli 2005