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In Sachen "Homo-Fibel" dackelt die FDP der CDU in NRW hinterher. Mit einer Presseerklärung, deren Inhalt man nur mit "Thema verfehlt!" bewerten kann.

Von Christian Scheuß

Gewiss, in den nächsten Jahren haben wir wichtigeres zu tun, als Presseerklärungen der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion in NRW, Ingrid Pieper-von Heiden, zu lesen. Aber diesen von ihr formulierten Satz zur Homo-Fibel muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: "In den nächsten Jahren haben wir wichtigere inhaltliche Probleme an unseren Schulen zu lösen, als lesbisch und schwul sein in besonderer Weise zu propagieren."

Also: Eine Broschüre für Lehrer an Schulen in NRW, die Ratschläge gibt, wie man das Thema Homosexualität im Unterricht behandeln kann, ist Propaganda. Und die Vermittlung sozialer Werte an den Schulen ist ihrer Meinung nach unwichtig. "Durch intensive Befassung mit der rot-grünen Homofibel ist PISA nicht zu gewinnen", unkt sie.

Ingrid Pieper-von Heiden dackelt damit treu der Entscheidung von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hinterher, die in dem Leitfaden rot-grüne Ideologie witterte und ihn deshalb am liebsten im Reißwolf sähe. Ihn aber zumindest nicht mehr verteilen möchte. Entlarvend auch Pieper von Heidens Eingrenzung, was denn an Werten noch im Unterricht vermittelt werden sollte: "Selbstverständlich müssten solche gesellschaftspolitischen Ansätze auch in der Schule vorkommen, wie gesundheitliche Prävention und anderes mehr." Den Rest sollten aber bitteschön die Eltern übernehmen. Wenn Eltern nun über (Homo-)sexualität und womöglich auch noch Aids/Verhütung etc. aufklären sollen, kann das eigentlich nur in die Hose gehen. Gerade deshalb sind diese Themen ja in den Unterrichtsplänen vorgesehen.

Da sich die FDP in der Vergangenheit immer gern als Wahrer der homosexuellen Interessen profiliert hat, und dies sicherlich auch im anlaufenden Bundestagswahlkampf tun wird, ist die Einstellung der FDP-Bildungsexpertin nicht sehr hilfreich.

PISA ist mit der Homo-Fibel nicht zu gewinnen. Das stimmt, ist aber die eigentliche Propaganda. Denn mit der nötigen Verbesserung des allgemeinen Wissensstandes der Schüler in NRW hat die Broschüre nun überhaupt nichts zu tun. Mit konservativen Scheuklappen gewinnt man aber zumindest eines: Unsere Homo-Gurke.

Nachtrag am 09.08.: Inzwischen hat Frau Pieper-von Heiden ihre alte Pressemeldung vom Server genommen und sich in einer neuen Mitteilung für die "Missverständnisse" entschuldigt. "Ich habe mich verkürzt und missverständlich ausgedrückt, was in breiten Kreisen zu erheblichen Irritationen geführt hat." Es sei ihr selbstverständlich wichtig, das Thema Homosexualität an den Schulen zu behandeln und die Lehrer durch geeignetes Material zu unterstützen, stellte sie klar. So weit, so schön. Unser Angebot an die FDP-Politikerin: Die Gurke, die wir hier symbolisch überreicht haben, ist nur noch eine ganz kleine.

08.08.2005



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28 Kommentare

#1 queeryAnonym
  • 08.08.2005, 13:20h
  • die FDP wird nicht umsonst von annähernd 61% der bevölkerung für eine Partei gehalten, die erstens in nichts kompetent ist und zweitens als eine Partei der Reichen und Besserverdienenden bezeichnet wird.

    Ich hoffe nur inständig, das diese Partei nicht die 5% hürde bei der bundestagswahl im september schafft
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#2 gerdAnonym
  • 08.08.2005, 13:37h
  • Leider ist diese Homo-Gurke berechtigt.

    Nachdem in der vergangenen Legislaturperiode die FDP in der Opposition durchaus sehr lobenswert in NRW zu beurteilen ist; die FDP hat die Anpassung des Landesrechts an die Eingeragene Lebenspartnerschaft sehr stark mitgetragen (worauf wir in den meisten Bundesländern immer noch warten...), verliert die FDP mit dieser Entscheidung im Hinlick auf die Wählerschaft homosexueller Menschen und verliert insbesondere in der für die FDP so wichtigen liberalen Bildungsschicht..

    Frau Pierper-von Heiden schreibt, dass es vorrangig auf die Elternhäuser ankommt. Insofern hat sie recht, als dass natürlich die Elternhäuser auch in der Pflicht sind.

    Was aber, wenn der homosexuelle Jugendliche nicht in einem dem Thema "Homosexualität" aufgeschlossenen Haushalt aufwächst. Dann kann er/sie froh sein, wenn in den Schulen ein(e) LehrerIn dort diese Aufgabe erfüllt.

    In liberalen Bildungshauhalten gilt Homosexualität heutzutage als Normalität: liberale Bildungsmenschen wissen um die unterschiedliche sexuelle Identität von Menschen und haben daher auch kein Problem damit, wenn dieses Thema in den Schulen alters-/sachgerecht (Nicht im Kindergarten oder in der Grundschule oder im Mathe7Physikunterricht) vermittelt wird.

    Damit verliert die FDP in dieser für sie so wichtigen liberalen Bildungsschicht.

    In den Schulen fehlt es an Handbüchern, Lehrmaterial und Aufklärungsbroschüren für LehrerInnen; wie ich selbst sehr genau aus dem Freundeskreis weiss, bleiben meist nur einige motivierte und engagierte LehrerInnen übrig, die dieses Thema vermitteln, da es an Materialien fehlt.

    Möge die FDP nochmals sehr genau darüber nachdenken, wie sie es mit der Schulplolitik hält.

    Vor allem das Wort "porpagiert", stößt doch sehr bitter in der Stellungnahme auf; denn dies war und ist nie das Ziel des Handbuches für die Schulen gewesen.
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#3 DragonWarriorAnonym
  • 08.08.2005, 13:54h
  • tja, PISA-technisch hätte die gute Dame mit dieser Stellungnahme auch keine Blumentopf gewinnen können...

    Thema verfehlt, setzen, 6!!

    und an die WählerInnen:

    wer's jetzt noch nicht gemerkt hat, dass die FDP bestenfalls in der Oppositionsrolle homo-freundlich ist (weil sie noch geiler auf unsere Stimmen sind als alle anderen), dem sollte spätestens hier ein Licht darüber aufgehen, was wir von der FDP in Sachen Lebenspartnerschafts-Ergänzungsgesetz tatsächlich zu erwarten haben: nämlich NICHTS
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#4 BjörnHHAnonym
  • 08.08.2005, 13:56h
  • Ein absolut berechtigter Beitrag, Glückwunsch! Wer glaubt, eine Partei sei schwulenfreundlich, nur weil der Vorsitzende mit seinem Freund bei Angela Merkel zum Geburtstag aufrauscht. Die hamburger CDU ist aus dem gleichen Grund auch nicht schwulenfreundlicher, nur weil unser erster Bürgermeister sich aus dem "schwulen Establishment" rekrutiert.
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#5 manni2Anonym
  • 08.08.2005, 14:19h
  • Lieber Herr Westerwelle,

    mit solchen Politikern in Ihrer Partei wird es schwer
    die 5% Huerde zu schaffen.....

    zum Glueck!!!!!!!!!!
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#6 martinAnonym
#7 RalfAnonym
  • 08.08.2005, 15:42h
  • In dem Bundesland, in dem ich lebe, ist die FDP seit mehreren Jahren zusammen mit der SPD an der Regierung. Homopolitisch steht diese Regierung etwas rechts von der CSU. Kein einziger Paragraph des Landesrechts wurde den Gegebenheiten des Lebenspartnerschaftsgesetzes angepasst. Das Ausführungsgesetz ist diskriminierender gestaltet als das bayerische. Es bewegt sich nichts. Die FDP ist eine schwulen- und lesbenfeindliche Partei. Daran ändert weder das späte Coming out ihres spaßigen Vorsitzenden etwas noch das nicht ernst gemeinte Geschwafel von zwei, drei Bundespolitikern der FDP über eine angeblich angestrebte rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Man lasse sich von solchem Geschwätz nicht dumm reden! Die gesellschaftspolitische Wirklichkeit der FDP ist rechtsaußen.
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#8 queeryAnonym
  • 08.08.2005, 15:46h
  • wie war das vor 3 jahren? 18+?? das ich nicht lache! mir gefällt dieser sauhaufen besser im meganixda!!
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#9 StefanAnonym
  • 08.08.2005, 18:12h
  • mein gott, nehmt euch doch nicht so wichtig.
    natürlich gibt es viel wichtigeres an schulen zu unternehmen als eine wie auch immer geartete broschüre, egal welchen inhalts.
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#10 queeryAnonym
  • 08.08.2005, 18:31h
  • @stefan:

    Nein, DAS ist in diesem Fall nicht "egal"!!

    Solange im allgemeinen Biologieunterricht Homosexualität von so manchem Pauker immernoch als Pervers oder Krank dargestellt wird und dann allerhöchstens im Zusammenhang mit HIV/AIDS(so nach dem motto, das kriegen eh nur die schwulen) mal ganz Kurze erwähnung findet, ist das eben nicht "egal"!!
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