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Der US-Hip-Hop-Star hat sich in einem Interview mit dem Musiksender MTV gegen Homophobie im Rap-Genre ausgeprochen.

Von Jan Gebauer

Das Rap- und Hip-Hop-Gerne ist bekannt für homophobe Tendenzen. Viele Stars wie Eminem haben sich in der Vergangenheit negativ über Schwule geäußert. Ein absoluter Trendsetter der US-Rap-Szene hat sich nun erstmals öffentlich gegen Homophobie ausgesprochen: Kanye West. Der 28-Jährige aus Atlanta sagte in einem Interview mit dem Musiksender MTV: "Das Wort 'gay' ist für viele Rapper zu einem Schimpfwort verkommen. Und das muss man stoppen." Als Kind soll der Musiker aufgrund seines Äußeren von anderen Jugendlichen als "mama's boy" beschimpft worden sein. "Das hat mich homophob gemacht, weil ich mich selbst in Frage stellte", sagte West in "All Eyes On Kanye West", dem Special, dass am 18. August auf MTV ausgestrahlt wurde. "Das Coming-out meines Cousins war ein Wendepunkt für mich. Ich dachte: Mensch, er ist mein Cousin, und ich mag ihn sehr. Er wird diskriminiert, weil er schwul ist - und das ist falsch", sagte West. Dass er als einer der ersten großen Rap-Stars so öffentlich Partei für Schwule ergreift, ist uns einen Homo-Orden wert.

"Es ist aber nicht nur im Hip-Hop so - ganz Amerika diskriminiert. Und nun kann ich über das Fernsehen meinen Kollegen und Freunden sagen: Yo, hört auf damit!" Im Rap-Gerne, das seit den frühen 80er Jahren immer mehr zu einem Mainstream-Produkt geworden ist und heute die US-Charts dominiert, gehören homophobe Sprüche praktisch zum "guten Ton". Superstar Eminem sorgte immer wieder für Kontroversen durch seine schwulenfeindlichen Aussagen. Das Schimpfwort "faggot" (Schwuchtel) kommt in seinen selbst verfassten Texten sehr oft vor. In Interviews gab er Statements wie "Schwuchteln hassen? Die Antwort ist ja!" Auch Superstar Ice Cube zeigte große Berührungsängste, als er nach Schwulen befragt wurde: "Ich kenne keine und habe in meinem Bekanntenkreis keine, äh, keine Schwulen. Naja, ich bin, weißt du, mit den Schwulen nicht einverstanden, weil die sich nicht fortpflanzen können." Und 50 Cent protzte im amerikanischen "Playboy": "Lesben sind cool - Schwule kann ich nicht leiden!"

Kanye West sieht das ganz anders: "Im Hip-Hop ging es immer darum, seine Meinung zu sagen und Barrieren einzureißen. Doch jeder in der Hip-Hop-Szene diskriminiert Homosexuelle. Das sollte sich ändern." Vielleicht ist es das erste Zeichen, dass Künstler in diesem Genre langsam umdenken, ihren Hass und ihre Phobie überwinden und Lesben und Schwule gleichberechtigt akzeptieren. Hoffentlich folgen weitere Rapper seinem Beispiel.

22. August 2005



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18 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 22.08.2005, 17:28h
  • Wer weiss, ob dieser Rapper am Ende nicht auch auf eventuelle schwule Käufer schielt ? Die schlichte Art, wie sich viele Amis kurzerhand gegen und für Homos entscheiden, lässt nicht darauf schliessen, dass sie sich ernsthaft damit befasst haben.
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#2 martinAnonym
  • 22.08.2005, 18:57h
  • schwule toll finden um mehr cds zu verkaufen - diese strategie halte ich in so nem macho business wie mainstream hiphop eher für unwahrscheinlich.
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#3 madridEUAnonym
  • 22.08.2005, 19:28h
  • @martin: Danke für die Belehrung. Ich hatte Mainstream Hip Hop für eine weitere
    neue Musikrichtung gehalten und nicht gewusst, dass sie auf Machos zielt.
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#4 PrinzesschenAnonym
  • 22.08.2005, 20:17h
  • Ich frage mich ja schon, woher diese Homophobie im Hip-Hop eigentlich kommt. Ich meine, wenn das gängige Erklärungsmuster hier greift, dass Homophobe sexuell unsichere Menschen sind, wie passt das zusammen? Alle homophoben Hip-Hopper sind sexuell verunsichtert? Das ist doch Käse... Sollte es religiöse Gründe haben? Tja, da fragt man sich doch, wie religiös z.B. die Berliner Aggro-Wanzen wirklich sind... passt also irgendwie auch nicht.
    Am wahrscheinlichsten erscheint mir, dass es sich um ein tradiertes Unterschichten-Klischee handelt. Dafür würde auch sprechen, dass beispielsweise deutsche Mittelklasse-Buben ala F4 oder Beginner (meines beschränkten Wissens) noch nicht entsprechend auffällig geworden sind.
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#5 Stefan K.Anonym
  • 23.08.2005, 14:07h
  • Mensch, Leute, lasst ihn doch seine Meinung äußern. Ist doch gut, wenn sich auch mal einer von der harten Musik positiv über uns äußert. Ich selber steh auch nicht so auf Hiphop. Ich brauche es auch nicht. Bei dem Rappen fehlen ja die Töne und die Akkorde. Um es konkret zu sagen, bei der HIP-HOP Musik fehlen mir die leidenschaftlichen Klänge, die man bei POP, Soul und spiritueller Musik deutlich zu hören bekommt. Allerdings sollten wir den Hiphoppern eine Chance geben. Sind ja nicht alle so mies wie Eminem oder 50Cent (Name=Wert der Musik).
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#6 wolfAnonym
  • 23.08.2005, 16:19h
  • aus dieser szene sind positive töne wirklich sehr selten, also hut ab.
    in diesem zusammenhang hat mich eine meldung (14 tage her) über eddie murphy sehr amüsiert. seine ehe soll geschieden werden, weil er zu sehr auf transen steht.
    ausgerechnet er, der vor 10 jahren seinen schwulenhass in jedem interview zum besten gab.
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#7 Stefan K.Anonym
#8 madridEUAnonym
  • 23.08.2005, 18:09h
  • @wolf: Das darf doch nicht wahr sein ??
    Heute kringel ich mich vor Vergnügen mit all diesen leckeren Neuigkeiten aus der Hetero-Riege.
    Haste denn auch mal die vielen Machos in Neapel gesehen, die vor Transen Schlange stehen und strikt schwule Clubs meiden, weil sie´s ja nicht sind und es sie auch fast gar nicht in der 2-Millionen-Metropole gibt ?
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#9 JanAnonym
  • 23.08.2005, 19:53h
  • @ Stefan K. ... Also die Tatsache, dass Eddie Murphy homophobe Sprüche und Witze gemacht hat, ist sogar schon 20 Jahre alt. Dafür war er schon in den 80er Jahren bekannt. Steht auch in meinem Rock-Lexikon von 1989 (remember: er hat auch mal Platten gemacht - sogar mit einem großen Hit)...
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#10 HobbelAnonym
  • 23.08.2005, 20:54h
  • Ich find das gut, dass er sich gegen Homophobie äußert, also:

    "Jo, hört auf damit!"
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