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  • 23. August 2005, noch kein Kommentar

Beat, Polka, Pop und Jazz – im alternativen Gewand. Gibt es nicht? Doch, dank der Gruppe Johnny Liebling.

Von Jan Gebauer

Die Hamburger Band Johnny Liebling lässt sich nur schwer stilisieren, verarbeiten die fünf Jungs doch Swing-, Jazz-, Polka-, Herzschmerz-Schlager- und französische Chanson-Elemente in ihren Werken. Das Anhören von Johnny Lieblings Debüt-CD "Goldene Zeiten" löst auf Anhieb einen Aha-Effekt aus: Der gewagte Mix erinnert spontan an die Fun Lovin' Criminals ("...Barry White saved my life..."), die englische Kultband, von der man irgendwie auch nichts mehr hört. Mit rauchiger und relaxter Stimme swingen sich Kiel und Ralph Beulshausen (beide Vocals, Trompeten, etc.) durch die ungewöhnlichen Songs. Ihre Kollegen Rüdiger Hensel (Drums), Kim Kiesling (Bass) und Martin Fekl (Gitarre) untermalen die Stücke mit ihrem dichten Sound.

"Goldene Zeiten" erzählt von verzweifelten Typen, die sich für eine Hure die Ohren abschneiden oder verletzten Seelen, die ihren Schmerz nach außen kehren. Dabei tritt immer wieder die organische Klangwelt der Band nach außen, denn das Album wurde live ohne viele Takes eingespielt. Fette Bläser bei "Abre los ojos", das zudem eine Spaghetti-Western-Gitarre a là Lee Hazlewood beinhaltet oder gespenstische Xylophon-Klänge bei "Heroin" machen ein ungewöhnliches musikalisches Werk aus.

Fazit: Keine leichte Kost, was Johnny Liebling mit "Goldene Zeiten" bieten. Die Texte verlangen genaues Zuhören – die Musik braucht mehrere Umdrehungen der CD, um richtig zu "touchen". Aber originell ist das Jazz-Beat-Rock-Gebräu auf jeden Fall.

Anspieltipps: "Prinzen" (mit einem originellen Zitat aus dem Klassiker "Speak Softly Love"), "Zuhause", "Heroin", "T P. P. B"

23. August 2005