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Hamburg Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich erneut gegen ein umfassendes Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. Dem Hamburger Schwulenmagazin "hinnerk" sagte er laut einer Vorabmeldung, gleichgeschlechtliche Paare seien keine schlechteren Eltern. "Wichtig ist aber auch: was können wir realistischerweise erreichen? Die[s] betrifft den Bundesrat, aber auch die öffentliche Akzeptanz von Politik", so Schröder - obwohl ein vollständiges Adoptionsrecht auch ohne Zustimmung des Bundesrats zu erreichen ist. In der WDR/NDR-Sendung "Wahlarena", die an Mittwoch ausgestrahlt wurde, hat sich Schröder auf die Frage eines Zuschauers zum Adoptionsrecht für Homo-Paare erst überrascht und stockend gezeigt. "Äh, ich habe persönlich Schwierigkeiten, da weiter zu gehen", sagte Schröder danach. In "hinnerk" hatte sich Schröder ansonsten für den weiteren Ausbau der Lebenspartnerschaft und gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ausgesprochen. "Das vertreten wir mit Nachdruck - gegen diejenigen, die mit massiven Druck beispielsweise das Antidiskriminierungsgesetz verhindern wollen", so Schröder laut dem Vorabbericht. Auch in Sachen Homo-Ehe hätten "CDU und CSU (...) über Jahrzehnte nichts in dieser Richtung getan". (nb)



Große Koalition des Stillstands

In der Homopolitik hat die SPD der Union kampflos das Feld überlassen, der LSVD ist orientierungslos. Ein Standpunkt von Michael Kauch (FDP).

33 Kommentare

#1 egalAnonym
  • 25.08.2005, 12:24h
  • Ich habs gesehen, war wirklich peinlich, was Schröder da von sich gegeben hat, war von der Frage völlig überrumpelt - warum bitte? Aber das peinlichste aus meinen Augen war der Satz, neben Homosexuellen gäbe es auch gleichgeschlechtliche Frauenpaare *kopfschüttel* Wann kapieren die Leute bitte endlich, daß der Begriff Homosexuelle genau wie der Begriff Heterosexuelle beide Geschlechter umfasst! Mit der Ausklammerung von Lesben aus dem Begriff Homosexuelle werden diese noch unsichtbarer gemacht bzw nicht ernst genommen, wiel man bei der ganzen Diskussion dann nur Schwule meint. Außerdem geht es um sprachliche Genauigkeiten bzw. hier auch um sauberen Journalismus. Wenn die Medien und öffentliche Leute es nichtmal schaffen, die Sprache richtig zu gebrauchen, wie soll das denn bei Erna Normalverbraucherin und Otto Normalverbraucher klappen? Pisa läßt grüßen ....
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#2 gerdAnonym
  • 25.08.2005, 12:31h
  • Mittlerweile haben wir in den europäischen Nachbarländern Grossbritannien, Spanien, Schweden und den Niederlanden das gemeinschaftliche Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.

    In weiteren europäischen Ländern haben wir bisher nur die Stiekindadoption von leiblichen Kindern durch homosexuelle Paare, wie dies auch bei uns seit Anfang Januar der Fall ist.

    Während die Position der katholischen Kirche im Vatikan bisher ablehnend ist (zum gesamten Themenbereich Homosexualität), ist die Haltung der EKD und ihrer Landeskirchen wesentlich differenzierter. Dort wird die Eingetragene Lebenspartnerschaft von den meisten evangelischen Synodalen mitgetragen (siehe zahlreiche Synodenentscheidungen zur Segnungsgottesdiensten: zuletzt in Oldenburg); die EKD tritt gegen Diskriminierungen offensiv ein und befürwortet ebenso die Stiefkindadoption. Offen ablehnend ist aber die Haltung der EKD zur gemeinschaftlichen Adoption zu nichtleiblichen Kindern.

    Und anscheinend hat Herr Schröder sich auf die Haltung der EKD und ihrer evangelischen BischöfInnen eingependelt, wie dies in der SPD in dieser Frage zu beobachten ist: Stiefkindadoption bei der SPD wird befürwortet, aber keine gemeinschaftliche Adoption nichtleiblicher Kinder.

    Da sind die Linkspartei, die Grünen und die FDP ein Schritt weiter als die SPD anscheinend, wie dies die Äußerung von Herrn Schröder zeigt.

    Das dürfe dann wohl bei homosexuellen WählerInnen den Ausschlag für die Wahl geben: die Grünen stehen weiterhin an führender Position, wobei Linkspartei und SPD "sehr knapp" folgen, während die FDP sich mit ihrer Haltung zum Antidiskriminierungsgesetz einen "Bärendienst" geleistet hat (denn ansonsten schneidet sie in homopolitischen Fragen "besser" als die SPD ab: siehe Adoptionsrecht).

    Man muss der SPD aber konzidieren, dass sie auf der Ebene der EKD sich "eingependelt" hat.
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#3 BjoernXAnonym
  • 25.08.2005, 12:50h
  • Ich habe die Sendung auch gesehen.

    Da zeigt sich, dass man selbst einen so guten Redner wie unseren Bundeskanzler aus dem Konzept bringen kann.

    Ich finde es höchst peinlich, dass der zweithöchste Mann unseres Staates nicht einmal weiß, was "homosexuell" ist.

    Ich glaube, ein Großteil der Gleichstellung ist den Grünen zu verdanken. Die SPD stellt sich bei so etwas zwar nicht que(e)r, allerdings übernimmt sie auch nicht die aktive Rolle und glänzt durch Eigeninitiative.
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#4 BjoernXAnonym
  • 25.08.2005, 12:50h
  • Ich habe die Sendung auch gesehen.

    Da zeigt sich, dass man selbst einen so guten Redner wie unseren Bundeskanzler aus dem Konzept bringen kann.

    Ich finde es höchst peinlich, dass der zweithöchste Mann unseres Staates nicht einmal weiß, was "homosexuell" ist.

    Ich glaube, ein Großteil der Gleichstellung ist den Grünen zu verdanken. Die SPD stellt sich bei so etwas zwar nicht que(e)r, allerdings übernimmt sie auch nicht die aktive Rolle und glänzt durch Eigeninitiative.
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#5 APPDAnonym
  • 25.08.2005, 12:59h
  • dieser verlogene drecksack! damit hat die spd ihre wählbnarkeit auch verwirkt!!

    erst grosse reden schwingen und dann doch nix einhalten! typisch neoliberaler faschistischer scheiss politiker!!

    wählt uns, denn wir sind wählbar!! www.appd.de
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#6 egalAnonym
  • 25.08.2005, 13:01h
  • @BjoernX
    FYI: Der Bundeskanzler ist der vierte Mann im Staate. Nach dem Bundespräsidenten kommen erstmal der Bundestagspräsident und der Bundesratspräsident, erst dann folgt der Bundeskanzler.
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#7 Stefan K.Anonym
  • 25.08.2005, 13:08h
  • @alle:

    Der selbe öffentlich-rechtliche Fernsehsender, der auch die Proteste von uns Homos beim WJT in Köln letztens weggeschnitten hat, der berichtet jetzt so eine Nachricht über unsern alt-bewährten Bundeskanzler. Wollt ihr ernsthaft glauben, was der WDR von sich gibt. Dieser TV-Sender hat sich als fernsehtechnische BILD-Zeitung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ausgegeben. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass Herr Schröder sich in dem Punkt gegen uns ausgesprochen hat. Für mich persönlich hat das Adoptionsrecht keine Bedeutung, da ich mir keine Kinder finanziell leisten kann. Aber letztendlich werden Politiker durch die Medien schlechtgeredet. Lasst euch nicht beeinflussen! Stellt, wenn möglich, per E-Mail Fragen an die Bundesregierung.
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#8 Stefan K.Anonym
  • 25.08.2005, 13:10h
  • @egal: Und selbst der Bundespräsident ist noch Personen unterlegen, siehe Bundesgerichtshof/Bundesverfassungsgericht.
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#9 gerdAnonym
  • 25.08.2005, 13:12h
  • Eines muss man Herrn Schröder aber auch noch zugestehen:

    Selbst bei guten Freunden habe ich schon öfters die Bemerkung gehört, dass man mit lesbischen Frauenpaaren, die eigene, leibliche Kinder in der Schwangerschaft austragen und als Familie grossziehen, "sehr gut" klarkommt, während man bei schwulen Männerpaaren da schon "größere Bauchschmerzen" hat.

    Da haben es Frauenpaare in unserer Gesellschaft grundsätzlich "leichter", da es eher Frauen als Männern in der Bevölkerung zugetraut wird, "Kinder" zu erziehen...dieses Bewusstsein ("ist natürlich falsch") in der Bevölkerung "spiegelt" sich auch bei Herrn Schröder anscheinend. Dahinter steckt nichteinmal ein "homopoltisches Vorurteil", sondern der traditionelle Gedanke "Kinder erziehen ist Frauensache".
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#10 egalAnonym
  • 25.08.2005, 13:32h
  • @Stefan K.
    Da ich es gestern bereits live und in Farbe gesehen habe (MDR und RBB haben Wahlarena bereits gesendet), kann sich das der WDR nicht zurechtgebastelt haben. Schröder hat sich eindeutig gegen die völlige Gleichstellung bei der Adoption ausgesprochen. Daß Dir das persönlich egal ist, hat aber nichts damit zu tun, welche politische und gesellschaftliche Bedeutung das Adoptionsrecht für Homopaare hat. Ich habe auch nicht vor, jemals eine eingetragende Partnerschaft einzugehen, freue mich aber für alle, die das jetzt können und sehnlichst darauf gewartet haben.

    @ gerd
    Wenn man Schröder durch seine Aussage ein so traditionelle Familien- und Erziehungsmodell unterstellen kann, degradiert er sich selber und unterstreicht damit, wie wenig er in dem Punkt von der Union entfernt ist, auch wenn die SPD uns eigentlich anderes glauben lassen will.
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