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  • 02. September 2005, noch kein Kommentar

Wer in seinem Urlaub Ruhe und keine wilden Partys sucht, sollte sich mit den Marken beschäftigen. Wer gern gut isst, erst recht.

Von Sonja Scheunert

Die Marken - ganz Italien in einer Region. So selbstbewusst wie die Region auftritt, so unbekannt ist sie auch. Zu unrecht - und zum Glück! Die Touristenströme haben sich nur an der Küste hinab breit gemacht, das Hinterland ist davon unberührt geblieben. Deutliche Indizien hierfür: Man findet keine Ansichtskarten, auf den Festen und Veranstaltungen sind überwiegend Italiener und die Speisekarten bieten traditionelle und nicht vom Tourismus verfälschte Gerichte. Allerdings auch unberührt von einer öffentlichen schwulen Szene.

Wer Party sucht, ist hier falsch. In den Marken ist Erholung angesagt und Romantik! Zum Beispiel in einem der verschlafenen Wehrdörfer auf der Piazza sitzen und Cappuccino trinken, Sonnenuntergänge vor wechselnder Kulisse (die Landschaft ist unglaublich schön und vielseitig), ein romantisches Abendessen zu zweit …

Zwischen Cappuccino und Rotwein bleibt Zeit, die Gegend näher erkunden: Mondavio, das kleine Städtchen, mit beeindruckender Wehranlage, Urbino, die bedeutendste Renaissance-Stadt Italiens, Urbania mit der Sehenswürdigkeit besonderer Art: Mumien in der Chiesa die Morti, die Grotten von Frasassi, eines der größten Höhlensysteme Europas, das Kloster Fonte Avellana am Fuß des Monte Catria (1.700 Meter NN) oder einfach mal nichts tun. Füße hoch, Buch zur Hand. Endlich Urlaub!

Aber auch kulinarisch haben die Marken einiges zu bieten. Die im Ausland bekanntesten Spezialitäten dürften die Trüffel aus Aqualagna und der Weißwein Verdicchio dei Castello di Jesi sein. Viele Kellereien der Region bieten Weinproben. Der Bianchello di Metauro oder die Rotweine, erstrangig aus Sangiovese und Montepulciano-Traube, laden zu mehr als einem Glas ein … Überhaupt finden hier Probierfreudige ein weites Betätigungsfeld, denn die traditionelle marchigianische Küche wartet mit unbekanntem Genüssen auf! Speisekarten-Italienisch hilft nur bedingt weiter, denn Passatelli zum Beispiel finden sich in keinem Lexikon. Mangelnde Sprachkenntnisse werden allerdings durch die große Freundlichkeit der Service-Kräfte kompensiert! Probieren geht halt über studieren. So wie auf den im Herbst stattfindenden Trüffelmessen! Hier herrscht Volksfeststimmung und Trüffelgerichte unterschiedlichster Zubereitung werden angeboten.

Überhaupt sind Spätsommer und Herbst eine Traum-Reisezeit für die Marken. Die große Sommerhitze ist vorbei und die Landschaft ist durch gelegentliche Niederschläge wieder saftig grün: Der zweite Frühling! Nachts kühl genug zum schlafen und tagsüber sind sogar noch Strandtage möglich! Wer nicht nur in der Sonne braten will, sollte jetzt oder im Frühling in die Marken reisen.

Aber findet Mann zu zweit ein Quartier? Zugegeben, das kann sich im eher spröden Italien und dazu fern jeglicher Szene schwierig gestalten. Muss aber nicht. Im Gästehaus Casa Lucia sind schwule Gäste zum Beispiel jederzeit willkommen. Die Ferienwohnungen sind für Urlaub zu zweit oder viert eingerichtet, Terrasse oder Garten bieten Platz und Ruhe auch außerhalb der vier Wände. Das Gay-Special-Angebot: Wer sich bei der Buchung auf queer.de bezieht, kann sieben Tage bleiben, muss aber nur fünf bezahlen.

2. September 2005