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  • 05. September 2005, noch kein Kommentar

Comeback-Show und flache Single halfen 2004 nicht, darum müssen nun doch wieder Dieter Bohlens alte Songs herhalten.

Von Jan Gebauer

Nein, die Comeback-Show 2004 war "keine große Chance" (Untertitel der Pro-Sieben-Sendung) für C. C. Catch, sondern eher der Beweis, dass ihre stimmlichen Fähigkeiten live limitiert sind. Ihre Fans hievten die Sängerin zwar einige Runden durch die Show, dann war die Konkurrenz aber doch zu überlegen – da konnte C. C. Catch ihr Röckchen noch so kurz tragen. Auch die Ende 2004 veröffentlichte, selbst geschriebene Single "Silence" blieb wie Blei in den Regalen der Plattenläden liegen, falls sie überhaupt den Weg dorthin gefunden hatte. Mit Kompositionen von Dieter Bohlen wurde C. C. Catch einst Mitte der 80er Jahre berühmt. Zum Ende des Jahrzehnts brach sie mit dem Modern-Talking-Großmaul und ging mit Andy Taylor (Duran Duran) ins Studio. Von Bohlens Diskotheken-Stampfsound wollte sie eigentlich nichts mehr wissen. Aber was tun, wenn die alten Kracher immer wieder gewünscht werden und irgendwie auch die Miete bezahlt werden muss?

Richtig, man besinnt sich auf die guten alten Zeiten und veröffentlicht eine Compilation: "Catch The Hits" lautet der markige Titel der neuen Veröffentlichung von C. C. Catch. Darauf sind all die Lieder enthalten, mit denen Caroline Müller, wie Catch mit bürgerlichem Namen heißt, berühmt wurde: "I Can Lose My Heart Tonight" (1985), "Heartbreak Hotel", "Heaven And Hell", "Strangers By Night" (1986), "Are You Man Enough" (1987), "Soul Survivor" (1988) oder auch der einzige adäquate Hit aus ihrem Album mit Andy Taylor, "Big Time" (1989). Dieter Bohlen meinte in seinem Buch "Nichts als die Wahrheit" (2002), dass C. C. Catch im Prinzip der "Abfallverwerter" seiner Kompositionsmaschinerie war. Was nicht gut genug für Modern Talking war, landete bei der attraktiven Sängerin, die mit ordentlich Haarspray und dem extravaganten Kieksen in der Stimme eine ansehnliche Hitserie daraus machte.

Die alten Songs von C. C. Catch machen dann auch überdeutlich, dass Dieter Bohlen doch ein besserer Produzent ist, als man allgemein immer annimmt. Von stimmlichen Unzulässigkeiten merkt man wenig, glatt und kraftvoll wirkt das Organ von Frau Müller. Spätestens seit der Comeback-Show weiß aber die Nation, dass in Wirklichkeit weniger Kraft hinter ihrem Stimmchen steckt. Auch die Kompositionen wirken deutlich frischer und unverbrauchter als so manche über alle Maßen durchgenudelte Modern-Talking-Nummer. Die oben genannten Titel ragen mit Ohrwurm-Melodien heraus und sind ebenso banales wie treffsicheres Retro-Diskotheken-Futter. Dazu kommen weitere Lieder aus der Bohlen-freien Zeit, wie zum Beispiel das ordentliche "Shake Your Head" oder "Midnight Hour". Der absolute Clou ist aber die zusätzliche DVD, auf der man sich elf 80er-Jahre-Clips anschauen kann. Frisur, Klamotten und Ambiente muss man gesehen haben, so schrecklich wurde Catch aus heutiger Sicht in ihren Videos präsentiert.

Übrigens gilt C. C. Catch im Osten Europas immer noch als einigermaßen große Oldie-Nummer: Ob Ukraine oder Russland, die Sängerin räumt bei zahlreichen Konzerten immer noch ab.

Fazit: Für Trash-Fans ein absolutes Muss, besonders wegen der DVD, die Videos enthält, die in dieser Form käuflich nie erhältlich waren. Die alten Songs hauen immer noch rein und lassen vielleicht das Comeback der 80er-Jahre-Sirene doch noch wahr werden.

Anspieltipps: Alle Original-Dieter-Bohlen-Stücke von 1985 bis 1989. Bei der DVD unbedingt "Strangers By Night" anwählen und Tränen lachen!

5. September 2005