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James Blunt ist Englands neueste Musik-Sensation. Mit seinem Nummer-eins-Album "Back To Bedlam" erobert er auch Deutschland.

Von Jan Gebauer

James Blunt (28) hat eine bewegte Vergangenheit: Noch 1999 diente er als Offizier in Pristina, im Kosovo. Der Brite kommandierte einen Spähpanzer der Friedenstruppen. Er sah Säuberungsaktionen, Massengräber und das Leid der Opfer wie den Hohn der Täter. Während seiner Einsätze blieb kaum Zeit für Musik, doch nach Dienstschluß tauschte er die Waffe gegen die Gitarre und schrieb Songs. Der Heimkehrer quittierte später einen Dienst, der ihm "die Augen öffnete". Die Eindrücke und Erfahrungen verarbeitete er in seiner melancholischen Musik. Sein Debüt-Album "Back To Bedlam" erschien bereits am 13. Juni in England und räumte dort auf eine Art und Weise ab, dass es einem den Atem verschlägt. Sowohl der Longplayer als auch die perfekte Radio-Hymne "You're Beautiful" kletterten auf Platz eins, kickten Coldplay vom Thron und verkauften sich in Rekordzeit millionenfach. Dass der Sänger auch noch gut aussieht, scheint dabei ein netter Nebeneffekt zu sein.

Doch seine Musik ist es, die einen von Anfang gefangen nimmt. Seine exzellente Stimme klingt ebenso brüchig wie emotional – wie geschaffen für sparsame, eindringliche Balladen. Dabei sind es meistens traurige Stimmungen, die der Sänger und Songwriter fantastisch umsetzt ("Goodbye My Lover", "Tears And Rain"). Seine Texte haben Stärke und Charakter, etwas was man heutzutage oftmals bei Musikern vermisst, denen es anscheinend mehr darum geht, sich selbst zu inszenieren. "Das Album versammelt zehn in Schmerz und Enttäuschung wurzelnde Songs voller Vitalität und Ausdrucksstärke", urteilte unlängst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und hört "mal Jim Morrison und mal den späten John Lennon" heraus. Solchen Vergleichen wird Blunt mit Spielfreude (er beherrscht Gitarre, Keyboard, Marimba, diverse Gitarren, Orgel, Piano, Wurlitzer und Mellotron) und einem überaus organischen Sound gerecht. Da werden auch Vergleiche mit einem sehr frühen Elton John zu seinen "Tumbleweed Connection"-Zeiten wach.

Fazit: Ein grandioser Newcomer, der alles vereint, was man sich von einem Singer/Songwriter wünscht: Stimme, starke Texte, Gefühl sowie abwechslungsreiche und ausdrucksstarke Musik. Einer der ganz großen Namen der nächsten Monate. Unbedingt kaufen!

Anspieltipps: "You're Beautiful", "Goodbye My Lover", "No Bravery", "High"

6. September 2005