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  • 08. September 2005, noch kein Kommentar

Schon einmal dumm von einem Vegetarier angemacht worden? "Das Buch vom guten Fleisch" zeigt Schnitzel-Liebhabern, wie Fleischessen Spaß macht.

Von Dennis Klein

Fleischesser haben einen schweren Stand: Seit dem BSE-Skandal ist der Ruf eines saftiges Steaks gründlich ruiniert und das Verpacken von verdorbenem Fleisch in einigen real-Filialen hat zur Verunsicherung der Verbraucher beigetragen. Zudem beklagen Tierschützer die zum Teil katastrophalen Verhältnisse bei der Zucht und Schlachtung von Hühnern, Schweinen und Rindern. In seinem "Buch vom guten Fleisch" geht Autor Karl Ludwig Schweisfurth auf diese Probleme ein - und fordert zum Umdenken auf. Das 136 Seiten starke Werk ist eine Mischung aus Kritik an der industriellen Fleischproduktion, Tipps zum gesünderen Essen und einem Kochbuch, das sich ganz auf die fleischlichen Gelüste konzentriert.

Schweisfurth will zurück zu den Wurzeln, zu einer ganzheitlichen Landwirtschaft: "Alles ist mit allem verbunden", so lautet der Leitsatz seiner Philosophie. Nur der respektvolle Umgang mit Pflanzen und Tieren und naturgemäße Formen der Lebensmittelerzeugung seien Garanten für eine gesunde Ernährung. Der gelernte Metzgermeister hat diese Ideen selbst umgesetzt: Seit fast zwei Jahrzehnten führt er die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die nach streng ökologischen Kriterien produzieren und verarbeiten.

Besonders interessant ist die ausführliche Klassifizierung von Fleischschnitten, die anschaulich bebildert dargestellt und in verschiedene Sprachen übersetzt ist. So wird das im größten Teil Deutschlands als Roastbeef bekannte Schnitt vom Rind in Bayern als Lende bezeichnet, während die Österreicher einen Beiried verdrücken und die Engländer einen Striploin. Mit diesem Wissen können sogar Veganer beeindruckt werden.

Der Ratschlag, sich hautpsächlich von wertvollem Ökofleisch zu ernähren statt von tiefgefrorenem Aldi-Schnitzeln, mag für den Geldbeutel nicht gerade förderlich sein; aber Tipps, wie man sein eigenes Fett zum Braten selber macht, sind auch für arme Studenten oder untertariflich bezahlte Angestellte eine Alternative. Da lacht die Hausfrau in jedem von uns.

Karl Ludwig Schweisfurth: Das Buch vom guten Fleisch. Alles über ökologische Tierhaltung, bewussten Einkauf, richtige Zubereitung und gesunden Genuss. Zabert Sandmann Verlag 2004, 136 Seiten, ISBN 3-89883-099-3, 16,80 Euro (D)

8. September 2005