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  • 09. September 2005, noch kein Kommentar

Yiha! Texas Lightning heißt die neue Band von Ex-Doofen-Comedian Olli Dietrich. Im Country-Sound macht er nicht mal vor Madonna halt.

Von Jan Gebauer

"Country" ist eine Musikrichtung, die in Deutschland bei vielen Leuten immer noch Unbehagen auslöst. Obwohl Künstler wie die Dixie Chicks, Shania Twain oder auch Garth Brooks in den letzten zehn Jahren viel für das Ansehen des Genres getan haben, kommen die meisten Interpreten nicht über den Status eines Geheimtipps hinaus. Comedian Olli Dietrich (48, "RTL Samstag Nacht", Ex-Die-Doofen) ist seit jeher ein großer Fan der traditionellen Musik Amerikas und hat nun eine bunte Truppe von Musikern zusammengestellt, um als Texas Lightning hauptsächlich bekannte Pop-Songs mit einem Country-Gewand aufzupolieren. "Meanwhile Back At The Ranch..." heißt der vielfältig deutbare Titel des Albums, auf dem sich 14 Songs tummeln. Auf der Rückseite des Booklets hat selbst das texanische Urgestein Larry Hagman (bekannt als J. R. Ewing aus der Serie "Dallas") dem Projekt seinen Segen gegeben: "Texas Lightning ist die beste europäisch-texanische Band der Welt! Es war für mich ein großer Spaß und eine Ehre, mit Euch zu singen."

Natürlich entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn plötzlich "Like A Virgin" von Madonna, "Highway To Hell" von AC/DC oder "Dancing Queen" von ABBA im Countrygewand ertönen. Dabei halten sich Witz und kompetentes Musikverständnis dank der guten Musiker stets die Waage. Zwischendrin gibt es auch echte Country-Songs wie "C'est la vie" (unter anderem bekannt von Emmylou Harris), "Walking After Midnight" (Patsy Cline) oder "Blue Bayou" (Roy Orbison, Linda Ronstadt, Paola) – es soll ja keiner behaupten, Texas Lightning nutze den Country-Sound nur als reine Staffage. Ein Highlight ist sicher die Stimme von dem einzigen weiblichen Mitglied der fünfköpfigen Gruppe: Jane Comerford versuchte es vor einigen Jahren schon mal solo (trat damals mit "I Feel Herzschmerz" sogar bei Jürgen von der Lippes "Geld oder Liebe" auf) und war zuletzt Vocal-Trainerin der Nachwuchs-Show "Fame Academy". Sie erinnert mit ihrem leicht süßlichen Timbre an Bluegrass-Queen Alison Krauss.

Fazit: Witzig, authentisch und kompetent – alles zur gleichen Zeit. Das Album macht Spaß, bringt Freude und verblüfft durch das gute Musikverständnis von Olli Dietrich. Die Band klingt durchweg gut und mit Jane Comerford steht eine Sängerin im Mittelpunkt, der schon längst etwas mehr Aufmerksamkeit gebührt.

Anspieltipps: "Like A Virgin", "Dancing Queen", "C'est la vie", "Kiss"

9. September 2005