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  • 15. September 2005, noch kein Kommentar

Newcomerin KT Tunstall schreibt tolle Songs. Mit dem Album "Eye To The Telescope" wird sie gerade als neue Lesben-Ikone gefeiert.

Von Jan Gebauer

KT Tunstall gehört zu den großen Hoffnungen der englischen Singer/Songwriter-Szene. Starke Frauen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch eine starke Stimme, gute selbst geschriebene Songs und viel Charisma im Gepäck haben, stehen derzeit ohnehin hoch im Kurs der Musikbranche. Lesbische und schwule Musikfans bekommen zudem auf dem Cover von Tunstalls aktueller CD "Eye To The Telescope" Hosenträger in schönsten Regenbogenfarben geboten. "Alle Lesben von San Francisco bis Berlin lieben diesen Look", versichert Tunstall im Interview mit queer.de, auch wenn mittlerweile fest steht, dass die Sängerin einen Freund hat. Also eine heterosexuelle Lesben-Ikone – denn ihre Texte treffen trotzdem die Ladys ins Herz. "'Heal Over' ist zum Beispiel ein Liebeslied für eine Freundin von mir. Aber nicht 'Liebe' in dem Sinne, dass wir eine sexuelle Beziehung haben, sondern eine freundschaftliche. Aber dieses Lied wird natürlich besonders von Lesben geliebt – viele schreiben mir, dass sie es ihrer Freundin geschenkt haben", beantwortet mir KT Tunstall die Frage, welches Lied in der englischen Gay-Community besonders gewünscht wird.

Doch "Heal Over" ist nur einer von vielen ausdrucksstarken Songs auf dem Album "Eye To The Telescope". Bereits der Auftakt "Other Side Of The World" bezaubert mit einem durchdringenden Refrain und dem emotionalen Gesang von Tunstall. Sparsame arrangierte Songs mit warmer 70er-Jahre-Singer/Songwriter-Attitüde wie "Under The Weather" oder "Silent Sea" reihen sich an wahre Radio-Hymen wie "Another Place To Fall" oder die erfolgreiche Single "Black Horse And The Cherry Tree". Bei "Silent Sea" wird auch der Einfluss von Joni Mitchell deutlich, die Tunstall im Interview als großes Idol ihrer Jugend bezeichnet. Die Singer/Songwriterin schreibt über die Suche nach ihrem Ich, über Liebe, über den Sinn des Lebens: Immer ein bisschen sorgenvoll, aber doch grundsätzlich positiv. Das ist auch genau das, was sie wollte, erklärt sie mir im Interview: Ein positives Album mit einem tiefgründigen, dunklen Kern – denn sie liebt die dunkle Seite der Musik. So sind Tunstalls Songs zwar harmonisch, frisch und beruhigend, immer steckt jedoch etwas geheimnisvoll Sehnsüchtiges oder etwas schmerzlich Melancholisches zwischen den Zeilen.

Fazit: Ein großes, sympathisches Talent aus Schottland, von dem wir in der Zukunft sicher noch mehr hören werden. Beeindruckendes Debüt!

Anspieltipps: "Black Horse And The Cherry Tree", "Other Side Of The World", "Miniature Disasters", "Universe & U", "Heal Over"

Das komplette Interview mit KT Tunstall wird in Kürze auf queer.de zu lesen sein.

15. September 2005