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Das Landgericht München muss entscheiden: War der Märchenkönig Ludwig II schwul oder liebte er die Ladys?

Von Dennis Klein

Ganz Deutschland ist vom Wahlfieber erfasst. Ganz Deutschland? Nein. In einem abgelegenen Freistaat im tiefen Südosten gibt es derzeit nur eine Frage: War König Ludwig II ("Kini"), der vor 119 Jahren unter mysteriösen Umständen das Zeitliche segnete, ein gemeiner Homo oder ein gestandener Hetero? Das königlich bayerische Landgericht München soll nun klären, was der extravagante Ludwig Friedrich Wilhelm von Wittelsbach in seinen Gemächern getrieben hat. Und mit wem.

Das Gericht verdankt die staatliche Sex-Recherche einem gewissen Michael Siegfried Graf von Holnstein. Seine Exzellenz musste unlängst im Büchlein "Geschichte in Liedern - eine Zeitreise durch die Oberpfalz" Erschreckendes lesen: Der Opa des Grafen, seines Zeichens Oberstallmeister unter Kini, soll eine "homophile Verbindung" zu seinem Chef gehabt haben, so ein Nebensatz in dem in der "Edition Bunte Hunde" erschienen Werk. Der Graf wetterte sogleich in der Münchener "Abendzeitung": "Das ist ehrenrührig und eine Beleidigung höheren Grades, ich kann und werde mir das nicht gefallen lassen. Man weiß ja um gewisse Züge von Ludwig II, aber es geht auf keinen Fall an, dass mein Großvater da hineingezogen wird!". Er verklagte daher den Autor und den Verleger des Buches auf 250.000 Euro Ordnungsgeld, sollte das Zitat weiter verbreitet werden.

Am 28. September muss nun das Landgericht entscheiden, was der Märchenkönig und sein Oberstallmeister in ihrer Freizeit getrieben haben. Ob ihr Kini schwul oder hetero war, ist in Bayern nach wie vor heftig umstritten. Es gibt also genug Gesprächsstoff beim Weißbier auf der Wiesn; das Aufregerthema ist ohnehin willkommen in einer Zeit, in der eine ostdeutsche Physikerin dem Stoiber-Edmund die Wahl stiehlt.

16. September 2005



Wollen Gays Christian Anders?

Anders hat obskure Theorien zu Aids parat – jetzt plant er ein großes Schlager-Comeback mit Pop-Lesbe Villaine. Hat er das verdient?
Das ist der neue König Ludwig II.

Der junge Schauspieler Sabin Tambrea ist ein würdiger Nachfolger von Ludwig-Darsteller Helmut Berger.

11 Kommentare

#1 Stefan K.Anonym
  • 16.09.2005, 15:30h
  • Lieber Dennis, diesem Artikel kann ich nur zustimmen. Lass es mich bitte wissen, wann der Prozess beendet ist und wie er ausgegangen ist.
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#2 AnneAnonym
  • 16.09.2005, 18:13h
  • ja das sind Sachen die man wissen sollte, nach 119 Jahren, wenn die Bayern keine anderen Probleme zur Zeit haben können Sie ja froh sein. In Bayern tickt die Uhr rückwärts ja stimmt.
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#3 TraunbaerAnonym
  • 16.09.2005, 19:35h
  • Ich weiß nicht was ihr habt ?!

    @ Anne ,das weiß jeder !

    Über sowas regn sich eh nur die High-Society-Snobs auf wie dieser Herr !!

    Uns Bayern geht des am ""Arsch vor bei ""!

    Gehen " QUEER " die Artikel aus ? , is ja
    schon Größenteil´s , wie ne Schwule Bildzeitung!!
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#4 queeryAnonym
  • 16.09.2005, 19:49h
  • in einem bundesland, in dem ein ministerpräsident herrscht, der die gesammten bundesbürger beleidigt("nirgendwo gibt es so schlaue menschen wie in bayern"), bzw. der andersdenkende beleidigt("ich will nicht, das der osten entscheidet, wer in diesem land kanzler wird" & "nur dumme kälber wählen ihre metzger selber") ist so etwas natürlich eine neuigkeit.

    Na gut, in bayern läuft sowieso einiges anders. denn jedem arbeitsschutzbeauftragtem würde der kragen platzen, wenn an den Flurförderzeugen in seinem betrieb bierflaschenhalter befestigt wären und die fahrer dieser im volksmund "stapler" genannten geräte wärend der arbeit bier trinken würden....
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#5 SvenAnonym
  • 17.09.2005, 11:16h
  • Der Kläger sollte eine saftige Strafe zahlen, dafür, dass er die Gerichte mitsowas blockiert. Schließlich ist es völlig egal ob jemand homo, hetero, bi oder sonstwas ist. Schließlich wurde ja niemand eines Verbrechens bezichtigt.
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#6 AngelpowerAnonym
  • 17.09.2005, 18:04h
  • @Anne,Traunbaer. Bei Traunbaer bekommt man das Gefühl er lebt in Bayern, aber es scheint derer 2 zu geben. Bei der Verehrung Ludwig des II ist den meisten Bayern recht egal ob schwul oder nicht. Aber wehe man sagt es , uiiih uiih jui - aber auch das spielt keine Rolle im letzten monarchistsichen Bundesland unsere Republik. Hier regiert wer der königlich bayrischen Partei angehört, egal wie gut, klug oder sympathisch man ist.
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#7 jürgenAnonym
  • 17.09.2005, 23:31h
  • ich kann nur hoffen, dass recht bald ein schwuler adliger einen Verlag verklagt, der in einem seiner Werke irgendwo behauptet, sein Urgroßvater habe es mit einer Zensi getrieben. Denn der Urgroßvater war natürlich standesgemäß schwul und würde es sich verbeten haben, wenn man ihn mit heterosexuellen Umtrieben in Verbindung brächte
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#8 TomAnonym
  • 18.09.2005, 07:53h
  • Ist es denn nicht völlig egal ob König Ludwig II. homo, hetero oder bi war? Heutzutage aus seiner Sexualität zu versuchen Geld rauszuschlagen finde ich pervers. Es wird schon genug mit den Schlössern gemacht, lasst den König Ludwig II. doch endlich mal ruhen.
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#9 KlausAnonym
  • 18.09.2005, 13:57h
  • Mal 'ne ganz andere Frage: Wieso kommt Graf Holnstein das Prädikat "Exzellenz" zu? Das würde nur dann gelten, wenn er Bischof wäre oder im diplomatischen Dienst stünde. Oder sehe ich das falsch?
    Ansonsten ist der Vorgang - wie leider vieles südlich des Mains - eigentlich nur lächerlich.

    Klaus (nördlich des Mains - Gottseidank!!)
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#10 Stefan K.Anonym
  • 19.09.2005, 16:27h
  • @Klaus:

    Exzellenz kommt m. E. nur bei Adligen vor. Ich weiß nicht wie man Bischöfe betitelt, aber vielleicht nennt man sie genauso wie Kardinäle auch Eminenz. Allerdings ist mir das sch***egal. Hauptsache den Prozess gewinnt der Angeklagte.
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